Schwungsequenz Jason DaySchwunganalye Adam Scott
So schwingen die Besten

Linksherum an die Spitze

Bubba Watson ist ein Typ, der in kein Muster
passen will. Auch sein Schwung ist einzigartig

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Experte

Ian Peek

ist Inhaber der Impact Golf Academy im GC Sigmaringen, Baden-Württemberg
impactgolfacademy.com

Den schottischen Golflehrer Steven Orr kennen Sie wahrscheinlich nicht, aber seinen ehemaligen College-Kumpel Gary Lester "Bubba" Watson Junior kennt nun die ganze Golfwelt. Steven ist ein PGA-Kollege von mir und war mit Bubba im Team des Faulkner State Community College in Alabama. Was hat Bubbas Erfolg ermöglicht? Sein Teamkamerad Steven, damals Handicap +2, berichtet:

• Bubbas Drives waren schon mit 19 Jahren unfassbar lang, und jeder Golfplatz war für ihn kurz; er konnte bei einem Par 4 ein Pitching-Wedge ins Grün schlagen, wenn seine Mitspieler ein Eisen 5 oder 6 brauchten.

• Auf der Range hat Bubba nie an seiner Technik gearbeitet. Steven sagt, seine Übungszeit war ein einziges Experiment, wie er den Ball manipulieren könne; hoch, flach, mit Draw oder Fade, und das mit fast jedem Schläger. Da muss man gleich an seinen genialen Riesen-Draw aus den Bäumen im Stechen des US Masters 2012 denken.

• Um das Grün herum war Bubba schon damals so kreativ wie Phil Mickelson. Sein Gefühl beim Chippen war genial – und er wurde mit jedem Jahr besser.

• Bubba vertraute keinem Golfleher und wollte nie etwas über seine Schwungtechnik hören oder sehen; wenn er schlecht gespielt hatte, gab es keine Analyse, sondern nur die Entschlossenheit, die nächste Runde besser zu spielen.

• Er war sehr risikobereit, und ein schlechter Schlag, auch bei einem wichtigen Turnier, hat ihn nie irritiert. "Ball finden und einfach weiterspielen" hieß seine Devise. 

• Im ersten Jahr sagte der College-Coach vor der versammelten Mannschaft: "Bubba, wenn du deinen Rückschwung nicht verkürzt, wirst du als Golfer nichts erreichen." Naja, ich glaube, wir dürfen alle ab und zu irren…

 

Mein Tipp: Bubba generiert wie alle Longhitter eine enorme Schwunggeschwindigkeit. Allerdings beginnt sein Rückschwung schön langsam. Wenn Sie tendenziell zu schnell ausholen, versuchen Sie, beim Drive den Schlägerkopf im Ansprechen leicht anzuheben; der fehlende Widerstand vom Boden lässt Sie den Schläger ruhiger vom Ball wegschwingen.

Verständlicherweise will jeder Spieler seinen Driver weiter schlagen, aber realistisch gesehen wird der erfahrene Golfer ohne passendes Physio-Programm (mindestens acht Wochen lang und drei Mal die Woche) nicht viel mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit erreichen.

Bubba Watson ist einer der Longhitter der PGA Tour

Wie kann der Golfer den Driver weiter schlagen? Seit drei Jahren arbeite ich mit meinem Trackman-Radargerät, und dies ist die typische Reihenfolge zu mehr Länge.

a) Bei der Radaranalyse erfährt der Spieler, dass er den Ball im Abschwung trifft und zwar sogar oft stärker als beim Eisen 7; Flugbahn und Rollphase sind deswegen zu kurz.

b) Der Spieler lernt, wie er den Ball mehr im Aufschwung treffen muss. Um das zu realisieren, sind zwei Dinge wichtig:

- rechter Fuß im Ansprechen nach hinten (geschlossen stehen)

- der Kopf muss im Abschwung weit hinter dem Ball bleiben

Der Spieler trifft den Ball nun weniger im Abschwung, aber jetzt fliegen seine Bälle zu hoch. Also braucht er einen Driver mit weniger Loft, weil die Technik besser geworden ist. Der Spieler probiert einen Driver mit mindestens einem Grad weniger Loft. Oft wird der Schaft auf eine leichtere Version gewechselt. Einer meiner bestverkauften Driver 2011 war der Ping K15 mit nur 9,5 Grad Loft, aber mit einem Senioren-Schaft. Mit neuer Technik und einem Driver mit weniger Loft gewinnt der Spieler normalerweise zwischen zehn und 30 Metern Länge.

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Steckbrief

Bubba Watson

• Geb. am 5. November 1978 in Bagdad, Florida
• Verheiratet, zwei Kinder
• Seit 2003 Profi, 12 Titel
• Sieger beim Masters 2012 und 2014
• Linkshänder

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