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Hilfe von oben – Folge 9: Pumpen wie Jerry Kelly

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Der Mann aus Wisconsin gibt sich gern als harter Bursche. Als bei einem Turnier alle Spieler über das Wetter jammerten, beschimpfte Jerry Kelly seine Kollegen als Weicheier.

Im Februar 2017 spielte er in Pebble Beach eine Runde mit Aaron Rodgers, dem Quarterback der Green Bay Packers, in 70 km/h-Sturm, quer stehendem Regen und überfluteten Grüns – als einziger Flight auf dem Platz.

Jerry Kelly hat eine ganz besondere Form der Turniervorbereitung: Er geht unmittelbar vor der Runde ins Gym, entweder im Hotel oder im Fitness-Truck, der bei jedem Turnier bereit steht.

Hier ein kleiner Zusammenschnitt, wie man es nicht macht:

Kellys Ansatz klingt verrückt, oder? Aber einen Versuch war es mir wert. Leider hat das Fitnessstudio in meinem Heimatort vor zwei Jahren geschlossen, was natürlich auch der einzige Grund dafür ist, warum ich keinen Sixpack vor mir hertrage.

Also entschloss ich mich, vor der Runde 30 Liegestütze zu machen. Nicht am Stück, sondern in drei Sätzen à 10. Wir wollen ja nicht übertreiben. Und selbst das war schon hart genug.

Das Ergebnis war ziemlich gut! Die Muskeln waren auf eine angenehme Art ermüdet, das leichte Zucken bei delikaten Pitches verstummte. Denn um den Ball vorwärts zu bewegen, brauchte es plötzlich den ganzen Körper.Dennoch: Liegestütze vor der Runde – das ist genau die Grenze, die ich nicht überschreiten will. Die Grenze, an der der Spaß aufhört und die Arbeit beginnt. Golf soll ein Vergnügen bleiben und nicht in eine Leistungsschau ausarten.

Aber fragt mich noch mal vor der nächsten Clubmeisterschaft.

Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor vielzähliger Romane und Sachbücher seit Jahren begeisterter Golfer und findet seine wahre Bestimmung auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden.
www.stefanmaiwald.com

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