Netzkolumne Folge 62

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Hilfe von oben – Folge 63: Strip-Poker spielen wie Tiger Woods

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Habe ich nun Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, liebe Leserinnen und Leser? Das freut mich! 

Also los: Tiger Woods gab im Jahr 2002 das Buch »So spiele ich« heraus. Es ist ein ziemlich fades Werk mit ältlicher Grafik, merkwürdigen Fotos und ziemlich viel Blabla. Generell sind viele Golfbücher von Spitzen-Pros nicht der Bringer, weil man immer wieder das Gleiche liest: Griff, Setup, Ausrichtung und so ein Zeug. Man muss die vielen Seiten ja füllen. Über die wirklich interessanten Anekdoten aus dem Tour-Leben schreibt leider keiner. (Über rühmliche Ausnahmen werde ich an dieser Stelle immer wieder berichten.)

Klar: Griff, Setup und Ausrichtung sind wichtig, aber ich weiß ja auch, dass Obst und Gemüse in der Ernährung wichtig sind, würde es aber trotzdem nicht in jedem Kochbuch auf 100 Seiten lesen wollen.  

Außerdem ist es so: Einen mächtigen Drive von Tiger Woods will man sehen, nicht darüber lesen. Man will ja auch nicht die mathematische Gleichung hinter der Parabel eines Dreierwurfs von LeBron James studieren, sondern das Spektakel mit eigenen Augen bewundern.

Und nicht zuletzt wissen wir alle, dass es nicht wirklich Tiger Woods war, der sich am Abend unter dem faden Licht einer Hotelleselampe mit Verbissenheit die Sätze abrang und in einen Laptop tippte.

Aber in dem Buch erzählt er doch von einem interessanten Trainingsspiel, das er »Strip-Poker« nennt. Im Jahr 2002 durfte man noch so frivol sein; ich bin mir sicher, heute hätte das ein übervorsichtiger Lektor herausgestrichen. 

Dabei ist das Spiel harmlos, aber spaßig. Es ist ein Lochspiel, das man zu zweit oder in Zweierteams spielen kann. Der Gewinner eines Lochs darf sich nämlich nicht zu früh freuen, weil der Verlierer das Recht hat, einen Schläger aus dessen Bag zu stehlen. Dieser Schläger darf fortan auf der Runde nicht mehr eingesetzt werden.

Das sorgt für Spannung und Kreativität. Und für eine gewisse Ausgeglichenheit, denn wie oft habe ich davon geträumt, dem Erzfeind in meinem Heimatclub – nennen wir ihn Julius – den verdammten Putter zu rauben, den ich ihm auch noch geschenkt habe und mit dem er seitdem drei Clubmeisterschaften gewonnen hat. Kein Bereich seines Spiels ist wirklich gut, aber wer aus drei Metern alles locht und aus sechs Metern noch jeden zweiten Putt, der wird auch nie mit einem schlechten Score reinkommen.

Gut schaut er auch noch aus. Julius – und mein Ex-Putter sowieso.

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Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor vielzähliger Romane und Sachbücher seit Jahren begeisterter Golfer und findet seine wahre Bestimmung auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden.
www.stefanmaiwald.com

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