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Hilfe von oben – Folge 31: Denken wie Rory McIlroy

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Willkommen zurück in unserer kleinen, beschaulichen Netzkolumne! Ab jetzt gibt es wieder jede Woche neue Trainingstipps. Nicht von mir, sondern von Superstars der Vergangenheit und Gegenwart.

Golflehrer und Nationaltrainer Sebastian Rühl (sebastian_ruehl_golf) machte mich via Instagram auf einen interessanten Fund aufmerksam.

Rory McIlroy hatte gerade das Arnold Palmer Invitational gewonnen, bei dem er das Feld eingestampft hatte, nicht nur mit fünf Birdies auf den letzten sechs Löchern, sondern auch mit der statistischen Führung in so gut wie jeder Kategorie, vom Drive über den Putt.

Dass man sich über Rory in dieser Form im Ryder-Cup-Jahr nur freuen kann, versteht sich von selbst.

Nach seinem Sieg kursierte ein kurzes Video von ihm, das zwar schon zwei Jahre alt war, aber viel über seine Siegermentalität verriet. Was er in diesem Interview von sich gab, ließ aufhorchen. Achtung: Er hat Schwunggedanken auf dem Platz! Sie funktionieren bei ihm wie ein Anker, die ihn »an den Prozess und nicht ans Resultat« denken lassen. Denn: »Jeder ist nervös, jeder spürt den Druck«, so Rory.

Hier ist das Video: www.youtube.com/watch

Böse Schwunggedanken!

Denn wie oft haben uns Golflehrer und sonstige Experten gesagt, wir sollen bloß keine Schwunggedanken haben, sondern stattdessen ans Ziel denken, uns in die Zone begeben und ja nicht zu technisch werden.

Der berüchtigte Schwungbastler Padraig Harrington musste sich einmal in einem Interview vorwerfen lassen, er würde auf dem Platz Schwunggedanken haben, was er dermaßen entrüstet von sich wies, als hätte man ihn beschuldigt, dem Pfarrer die Kollekte geklaut zu haben.

Mit Rorys kleinem Interview wäre wieder einmal bewiesen: Wir sollten aufhören, Golflehrer als allwissende alttestamentarische Götter anzusehen, sondern eher als gute Freunde, die ein wenig besser Golf spielen als wir. (Gut, Sebastian Rühl spielt wahrscheinlich, nach allem, was ich gehört habe, deutlich besser.)

Denn nicht jeder Ratschlag, nicht jeder Technik-Tipp, nicht jede vermeintlich unumstößliche Wahrheit ist für jeden Spieler geeignet.

Generell bin ich dafür, Experten kritisch zu hinterfragen. Erinnern Sie sich noch an Margarine? Bis vor wenigen Jahren wurde sie uns als gesunde, leichte und pflanzliche Alternative zur bösen Butter verkauft. Heute ist Butter wieder cool, und Margarine ist der Antichrist.

Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor seit Jahren begeisterter Golfer und findet sein Glück auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden. 
www.postausitalien.com

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