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Hilfe von oben – Folge 30: Im Sand nach rechts wie Byron Nelson

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Wir wissen, dass wir nichts wissen.

Vor zehn Jahren waren Schwungaufnahmen der letzte Schrei, und man lachte über Lehrer, die ohne Videokamera arbeiteten.

Seit etwa fünf Jahren wird über das Linienziehen auf Bildschirmen eher gelächelt, denn »Trackman« und »Flightscope« seien ja viel verlässlicher, auf die Optik des Schwungs käme es gar nicht so sehr an.

Was wird in fünf Jahren sein? Wird man über die Pros spotten, die bis zu 20.000 Euro in radargestützte Messgeräte investierten, weil doch neue Highspeed-Aufnahmen des Balls im Treffmoment zeigen, dass alles ganz anders ist?

Manchmal fragt man sich ja wirklich, wie Bobby Jones, Ben Hogan, Sam Snead und Arnold Palmer überhaupt golfen konnten – interessanterweise gab es damals ja überhaupt noch keine Golflehrer im heutigen Sinne. (Man kann ein bisschen darüber streiten, aber der erste Golfer, der regelmäßig bei einem anderen Pro Stunden nahm – ein bis zwei Mal im Jahr, mehr nicht –, war Jack Nicklaus.)

An all diese Dinge muss ich immer denken, wenn ich in meiner Bibliothek die Bücher der alten Haudegen hervorkrame. Zum Beispiel fiel mir Byron Nelsons Bunker-Ratschlag auf, der im Sand zu einer dezidierten Gewichtsverlagerung nach rechts rät – wo doch die moderne Lehrmeinung davon spricht, das Gewicht entweder eher links zu belassen oder den Unterkörper möglichst ruhig zu halten.

Byron Nelson gilt übrigens als unvergleichlich eleganter Schwinger. Schauen Sie hier:

www.youtube.com/watch

Ich habe viele ausgezeichnete Golflehrer kennengelernt, und jeder von ihnen hat mich ein Stück weitergebracht. Aber vielleicht sollten wir sie, was unseren Schwung angeht, eher als gute Freunde denn als allwissende Mentoren ansehen. Das wäre doch ein guter Vorsatz fürs nächste Jahr: einfach mehr selbst ausprobieren. Gibt es etwas Schöneres als einen warmen, sonnigen Vormittag auf der Range, wo man in aller Ruhe basteln kann?

Diese Kolumne geht nun in den Winterschlaf. Aber im gedruckten Heft geht es natürlich munter weiter. Machen Sie es sich beim Lesen gemütlich.

Wir sehen uns im Frühjahr beim Tüfteln auf der Range!

Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor seit Jahren begeisterter Golfer und findet sein Glück auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden. 
www.postausitalien.com

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