Netzkolumne Folge 27Netzkolumne Folge 19

Anzeige

Hilfe von oben – Folge 28: Alles aus den Händen wie Costantino Rocca

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Costantino Rocca ist der coolste Mensch, den ich kenne. Er ist freundlich und großzügig, und man fühlt sich sofort wohl in seiner Nähe.

Er schuftete sich, aus ärmlichen Verhältnissen kommend, an die Weltspitze. Als 19-Jähriger beschloss er, Profi zu werden. Er hatte gar keine andere Wahl, als es zu schaffen. »Sonst müsste ich heute noch als Caddie arbeiten.« Er ist mehrfacher Sieger auf der European Tour, verlor die British Open 1995 in St. Andrews erst im Stechen gegen John Daly und ist der einzige Golfer weltweit, der je beim Ryder Cup Tiger Woods im Einzel schlagen konnte – viel bessere Golflehrer kann es doch eigentlich nicht geben. (Ein Hole-in-one gelang ihm beim Ryder Cup auch noch.)

Hier ist Rocca beim Abschlag in meinem Heimatclub mit einem Hybrid, das er 200 Meter Mitte Bahn platzierte. Ist das nicht die pure Entspannung?

youtu.be/9sxLPNfUrsk

Wer Costantinos Bewegungen einmal aus nächster Nähe sieht, der begreift, dass Golf tatsächlich Spaß machen kann. Außerdem zu beachten: das souveräne, Jiménez-mäßige Schlendern. Das können die Südeuropäer einfach.

Roccas Philosophie ist ganz simpel. »Ich sage allen das Gleiche: Sie sollen zuallererst den Schlägerkopf fühlen. Ob Anfänger oder Profi.« Für ihn sind es die Hände, die den Schlägerkopf bewegen, alles andere ist zweitrangig. Anders gesagt: Vergiss den Körper, denn der richtet sich nach den Händen. Wenn die Hände das Richtige tun, macht der Körper automatisch das Richtige.

Ich war immer relativ kurz mit den Eisen. Genaue Meterangaben erspare ich uns allen. Allein diese Idee, den Schlägerkopf zu schwingen, hat mich einen satten Schläger länger gemacht. Vielleicht ist es nur Magie, Voodoo oder Placebo, aber das ist mir alles egal, solange die Ergebnisse stimmen. Und auch im kurzen Spiel konzentriere ich mich nur auf die Schlagfläche. Und nicht auf die Position meines Ellbogens im Verhältnis zum rechten Hüftknochen.

Es mag schwer vorstellbar sein, ob diese Idee mit dem Schlägerkopf auch was für den Platzreifespieler mit Monsterslice ist, aber wenn Costantino Rocca etwas sagt, dann wage ich keinen Widerspruch. Nehmen Sie den Tipp doch einfach mal mit. Spüren Sie den Schlägerkopf. Hauen Sie drauf. Freuen Sie sich über die Ergebnisse – oder verfluchen Sie mich. Oder Rocca.

Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor seit Jahren begeisterter Golfer und findet sein Glück auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden. 
www.postausitalien.com

Anzeige

Anzeige

Anzeige