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Hilfe von oben – Folge 11: Schließen wie Gene Sarazen

Tipps von der Tour, ausprobiert vom Amateur – die wöchentliche Kolumne von Stefan Maiwald 


Er hieß eigentlich Eugenio Saraceni, was doch viel cooler klingt. Er erfand das Sand-Wedge, für das wir ihm ewig dankbar sein müssen. (Sagen zumindest alle – ich habe das mit dem Bounce bis heute nicht so recht begriffen.)

Er gewann als nur einer von fünf Spielern alle vier modernen Major-Turniere – die Kollegen, die das auch schafften, heißen Ben Hogan, Gary Player, Jack Nicklaus und Tiger Woods. Keine schlechte Gesellschaft, oder?

Übrigens war er nur 166 cm groß, schlug den Ball aber dennoch extrem weit. Darum traute er es sich auch zu, an der 15 von Augusta in der Schlussrunde mit einem Holz 4 das Grün in 215 Metern Entfernung anzugreifen. Der Ball flog zum Albatross ins Loch – es war der »shot heard ’round the world«, der berühmteste Schlag der Golfgeschichte, der Gene Sarazen in ein 36-Loch-Stechen um den Titel gegen Craig Wood brachte, auf dessen Namen man den Siegerscheck von 1500 Dollar schon längst ausgestellt hatte. Sarazen gewann, doch auch für Craig Wood gab es ein Happy End: Er sollte sechs Jahre später Masters-Champion werden.

Leider ist der Schlag nicht auf Zelluloid festgehalten, aber anderthalb Minuten Geschichte gibt es hier:

Gene Sarazen

Übrigens erzählte Sarazen schmunzelnd später: »Bei meinem Schlag standen vielleicht zwei Dutzend Zuschauer an der Bahn, doch im Laufe meines Lebens haben mir bestimmt ein paar tausend Leute versichert, sie seien dabei gewesen.«

 on Gene Sarazen ist folgender Tipp überliefert: Wenn der Ball mal länger fliegen soll, dann sollte man schon beim Ansprechen die Schlagfläche stark schließen. So tat er es auch bei seinem Albatross, denn eigentlich war das Holz 4 etwas kurz für den Schlag – und Kürze bedeutet Wasser.

Hauen wir den Ball dann nicht brutal nach links? Nicht, wenn der Körper vernünftig mitarbeitet und ordentlich durchbrettert. Dann kommt der Schläger schön mit wenig Loft an den Ball, und das Ding fliegt tatsächlich weiter.

Ich will nicht sagen, dass es immer klappt. Aber manchmal schon. Alex Noren trainiert übrigens so:

Alex Blog

Was würde ich darum geben, Gene Sarazens Tipp einmal an der 15 von Augusta National zu probieren.

Stefan Maiwald
The fine art of hanging out

ist als Autor vielzähliger Romane und Sachbücher seit Jahren begeisterter Golfer und findet seine wahre Bestimmung auf Golfplätzen, um dort seine wertvolle Lebenszeit zu verschwenden.
www.stefanmaiwald.com

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