Trainingstipps Caro MassonÜbungen für mehr Tempo
Grundlagen

Kickstart in die neue Saison

Mit diesen 10 Tipps von den Spitzenpros Christoph Günther
und Ralph McLean kommen Sie gut in die Saison
und die ersten Turniere.

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Christoph Günter

gewann auf der Challenge Tour und elf Mal auf der EPD Tour. Mit seinem Partner Marcel Haremza veranstaltet er unter anderem das deutschlandweite Short Track Matchplay

In diesem Artikel haben wir Tipps von renommierten Pros für Sie zusammengefasst, die es Ihnen ermöglichen, sich für die Mühen des (eventuell) durchgeführten Wintertrainings so schnell wie möglich mit guten Ergebnissen auf dem Rasen zu belohnen. Und wer über die Wintermonate untätig war, bekommt mit den Tipps sicherlich gute Anregungen, die helfen, gut aus den Startblöcken zu kommen!

Tipps von Christoph Günther

1. Denken Sie nicht zu viel an Technik
Natürlich ist Wintertraining gut, um an den größeren Baustellen zu arbeiten, aber eine Verbesserung einer Technik bedeutet nicht automatisch auch bessere Ergebnisse. Leider ist das Wintertraining nicht sehr aussagekräftig, insbesondere dann, wenn man in der Halle arbeitet. Der Videoeinsatz kann einen sehr schnell dazu verleiten, an allen möglichen Bewegungen anzusetzen. Das sorgt aber nur für Chaos.

2. Richten Sie sich vernünftig aus
Achten Sie ganz penibel auf die Basics und insbesondere die Ausrichtung. Trainieren Sie nie ohne ein Ziel! Die ganze Arbeit des Winters ist für die Katz, wenn Sie anfangen, ziellos auf die Murmel zu kloppen, ohne dass die Ausrichtung stimmt. Haben Sie immer eine Stange oder einen Schläger vor den Füßen!

3. Werden Sie stark rund ums Grün
Machen Sie viele, viele Schläge unter 90 Metern und viele Schläge rund ums Grün. Zum Üben eignen sich Spiele rund um das Putting- oder Chipping-Grün. Eines davon nennt sich "Break 18". Bauen Sie neun Stationen rund ums Grün auf. Die Stationen variieren zwischen kurzen Chips, Lobs, Pitches, vielleicht auch einem langen Putt aus dem Vorgrün. Ziel ist es, jede der neun Stationen in zwei Schlägen zu meistern. Je nach Spielstärke kann man sich natürlich auch eine andere Vorgabe ("Break 21", "Break 27") geben.

4. Fühlen Sie das Schlägerblatt
Gehen Sie auf der Range auch ruhig mal ins Extrem. Schlagen Sie Bälle mit gewaltigen Hooks, mächtigen Slices und natürlich auch kleine, aber immer bewusste Kurven, um ein Gefühl für das Schlägerblatt zu bekommen. Auch flache und hohe Bälle mit offenem und geschlossenem Stand, vom linken Bein, vom rechten Bein, etc. pp. Auch hier kann man tolle Spiele mit Freunden machen: Drei Fades in Folge, drei Draws in Folge, dann muss man mit dem Driver einen Korridor auf der Range treffen usw.

5. Messen Sie sich
Gehen Sie viel spielen! Jede Runde zählt. Suchen Sie sich zwei Formate für das Jahr aus. Zählspiel muss dabei sein. Zählen Sie jede Runde, die Sie im Jahr spielen, und errechnen Sie Ihr eigenes reales Handicap, nicht die Stableford-Soße, die der Club-Computer ausspuckt. Echtes Golf – am besten natürlich mit ein paar Freunden. Lernen Sie ganz einfach, den Ball 18 Mal ins Loch zu bringen. Legen Sie zur Abwechslung jede Woche einen (Short-Track)-Matchplay-Tag ein.

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Ralph McLean

spielte auf der European Tour, ist R&A-Schiedsrichter und Head Professional im GC Syke.

Tipps von Ralph McLean

1. Bringen Sie das Gewicht nach vorn
Wenn ich Clubgolfern nur einen einzigen wichtigen Gedanken zum Saisonstart mitgeben könnte, wäre es folgender: Beenden Sie den Schwung so, dass Ihr Körpergewicht vollkommen auf den vorderen Fuß verlagert ist. Es ist meine häufigste Beobachtung aus 32 Jahren Unterricht, dass Golfer ihr Gewicht nicht komplett nach vorn verlagern. Ergebnis: weniger Energie auf den Ball, fette oder ungenaue Treffer.

2. Kontrollieren Sie Ihre GASP
Gerade wenn Sie über den Winter pausiert oder nur wenig trainiert haben, lohnt es sich, vor dem Start in die Saison die vermeintlich selbstverständlichen Basics zu überprüfen. Überprüfen Sie vor allem Ihre Ansprechposition: Griff, Ausrichtung, Ballposition, Körperhaltung. Nur durch einen sauberen Ausgangspunkt kann man den Schwung richtig starten, erst recht, wenn dieser über den Winter etwas eingerostet ist. Im Englischen gibt es eine nette Eselsbrücke für diese Routine namens "GASP": Grip, Alignment, Stance, Posture.

3. Überprüfen Sie Ihre Ausrüstung
Für ambitionierte Spieler ist ein Bag-Check zum Saisonstart ein Muss. Viele kommen selbst von weit her, um bei mir Loft und Lie ihrer Schläger und deren harmonische Abstimmung als Satz zu überprüfen und von mir anpassen zu lassen. Spieler höherer Handicapklassen nutzen diese Möglichkeit des Feintunings allerdings viel zu selten, finde ich. Auch neue Griffe sind immer hilfreich.

4. Achten Sie auf Besonderheiten
Bei den ersten Turnieren nach der Winterpause ist es sehr wichtig, die Rahmenbedingungen für sich zu nutzen bzw. auf sie gefasst zu sein: Bei Temperaturen unter 15 Grad fliegt der Ball kürzer als normal – nehmen Sie also einen Schläger mehr. Bis Ende April kann man auf den meisten Plätzen besser legen. Wenn man die Lage des Balls bestimmen kann, wäre man dumm, wenn man diesen Vorteil ignoriert und ihn nicht nutzt. Die Grüns sind meistens noch nicht in ihrem besten Zustand. Aggressives Putten ist zu dieser Jahreszeit noch nicht die richtige Taktik. Versuchen Sie daher bei langen und mittellangen Putts den Ball erst einmal zum Loch zu bringen. Wenn er dennoch fällt, ist es ein Bonus.

5. Spielen Sie viel
Die beste Turniervorbereitung ist ohne Zweifel (nicht nur zum Saisonbeginn, aber da im Besonderen) Spielpraxis. Noch besser ist Zählspielpraxis und Zocken – auch wenn es nur um die Ehre oder eine Cola ist!

"Die Basics sind das A und O"
Jonathan Yarwood

Überprüfen Sie Griff, Ansprechposition und Ausrichtung. Achten Sie darauf, dass der Griff in den Fingern der linken Hand liegt und der rechte Daumen diagonal über den Griff zeigt, nicht gerade nach unten. Greifen Sie den Schläger nicht zu fest und entspannen Sie die Unterarme.

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