US Open - Es geht los - Gewinnen Sie ein TaylorMade Bag!The Open 2018 – Vorschau
The Open

Alles über Birkdale

Vom 20. bis 23. Juli findet in Royal Birkdale an der Nordwestküste Englands die 146. British Open statt. In dieser Vorschau möchten wir Ihnen Lust aufs Turnier machen – und auf einen Platz, der viel Geschichte schrieb.

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Masters vorbei, US Open vorbei. Nun ist »The Open Zeit«. Von Donnerstag bis Sonntag steigt das älteste Major der Welt in Royal Birkdale. Zum zenten Mal wird dort die Open ausgetragen, auf einem wirklich spektakulären Golfplatz. GJ hat die besten Geschichten rund alle Open in Birkdale zusammengetragen

1954 / 1965: Peter who?
Peter Thomson gewann in Royal Birkdale zwei Mal die Open und sollte insgesamt fünf Mal beim ältesten Major der Welt triumphieren. Außerdem siegte er noch 26 Mal auf der European Tour und 34 Mal auf der Australasian Tour, später elf Mal auf der Champions Tour. Warum der Australier so unbekannt blieb, obwohl er doch in einem Atemzug mit Arnold Palmer und Gary Player genannt werden müsste?
Seine sportlichen Erfolge kamen wenige Jahre zu früh. Erst kurz danach begannen die TV-Übertragungen der Turniere, zudem war die British Open erst in den Sechziger Jahren für US-Spieler (und US-Fernsehsender) von Bedeutung, weil sich die Reise bis dato finanziell nicht lohnte, denn selbst ein Sieg hätte die Spesen nicht gedeckt; dazu kam der kleinere Ball, mit dem damals in Europa gespielt wurde.
Kaum ein US-Star wollte sich die Mühe machen, sich für ein Turnier umzustellen, das noch dazu abenteuerlich schlecht dotiert war. Bei seinem letzten Sieg 1965 in Birkdale konnte Thomson allerdings ein Weltklassefeld um Jack Nicklaus, Palmer und Tony Lema schlagen, damals die drei Führenden der US-Geldrangliste. Thomson hat es aber nie bereut, der beste unbekannte Golfer des 20. Jahrhunderts zu sein. Er arbeitet bis heute – er ist 87 Jahre alt – in seiner Heimat Australien als Sportjournalist und entwarf zudem mehr als 100 Plätze.

1961: Arnie lässt die Open in Birkdale wiederauferstehen
Die British Open war nach dem Krieg erledigt. Schlecht gepflegte Plätze, niedriges Preisgeld, lausige Unterkünfte: Kein Spitzen-Pro aus Übersee interessierte sich für das Turnier, und längst spielte sich das große Turniergolf in Amerika ab. Immerhin: 1955 reiste Ben Hogan nach Carnoustie und gewann – doch auch er wollte nie mehr in den Regen und die wurmstichigen Betten zurückkehren. Damals musste zudem noch mit dem Schiff tagelang über den Atlantik gereist werden.
Doch dann kam Publikumsheld Arnold Palmer. Er spielte die Open 1960 in St. Andrews und verlor um einen Schlag. »Ich komme zurück, bis ich dieses Turnier gewinne«, versprach er anschließend. Im darauffolgenden Jahr in Royal Birkdale klappte es. Palmer begeisterte die Menge mit seinem aggressiven, furchtlosen Spiel. Ein Jahr später verteidigte er die silberne »Claret Jug«, diesmal waren auch Stars wie Sam Snead und Gene Littler nach Großbritannien gereist, und auch die US-Presse erkannte die Open als ein Major-Turnier an. Es ist wohl nicht übertrieben: »Arnie« hat die Open im Alleingang wieder zu einem der wichtigsten Golfturniere gemacht.

1969: Jacks große Geste
In jenem Jahr wurde der Ryder Cup in Royal Birkdale gespielt. US-Captain war Sam Snead, der mit seinem Star-Spieler Jack Nicklaus nicht umgehen konnte. Snead war ohnehin nie gut auf Palmer und Nicklaus zu sprechen gewesen, die Stars der neuen Golfära, des Farbfernsehens, der ansteigenden Preisgelder. Snead fühlte sich zu kurz gekommen und sollte seine Bitterkeit nie so recht überwinden können.
Jack Nicklaus spielte im entscheidenden Match gegen den britischen Publikumsliebling Tony Jacklin. Am letzten Loch hatte Jacklin einen Sechzig-Zentimeter-Putt, um das Match und den gesamten Punktestand zu teilen. Nicklaus schenkte ihm den Putt mit den legendären Worten: »Ich bin mir sicher, du hättest ihn gemacht. Aber ich wollte dir auf keinen Fall die Chance geben, ihn daneben zu schieben.«
Beide verließen Arm in Arm das Grün. Jacklin hat noch heute Tränen in den Augen, wenn er von dieser sportlichen Geste seines Widersachers erzählt. Snead allerdings war außer sich und sollte mit Nicklaus über Jahre hinweg kein Wort mehr sprechen. Dabei war die Aufregung völlig umsonst, denn durch den geteilten Punktestand blieb der Cup in den USA. Doch Snead wollte unbedingt als Sieger in die Geschichtsbücher eingehen.

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Royal Birkdale

Open-Sieger

1954: Peter Thomson
1961: Arnold Palmer
1965: Peter Thomson
1971: Lee Trevino
1976: Johnny Miller
1983: Tom Watson
1991: Ian Baker-Finch
1998: Mark O'Meara
2008: Padraig Harrington

1983: Tom Watsons Trophäensturz
Tom Watson gewann 1982 die Open in Carnoustie und nahm die Kopie der »Claret Jug« mit heim nach Kansas – kein Sieger bekommt das unschätzbare Original, eine der ältesten Trophäen der Sportgeschichte. Als er 1983 nach Birkdale zurückkehrte, berichtete er den R&A-Verantwortlichen von einem kleinen Missgeschick: Bei einem Probeschwung im Wohnzimmer habe er aus Versehen die Kopie getroffen, die daraufhin zu Boden gestürzt sei und eine kleine Beule davon getragen habe.
Er wollte die Silberkanne zunächst zu einem Juwelier bringen, um den Schaden zu reparieren, legte aber schließlich selbst Hand an und besserte die Beule im eigenen Hobbykeller aus. Als die R&A-Oberen die reparierte Stelle begutachteten, bekamen sie fast einen Herzinfarkt: Man hatte Watson das Original statt der Kopie mitgegeben! Wie das geschehen konnte und warum das ein Jahr lang niemand bemerkt hatte, ist bis heute unklar.

1998: Tigers Birkdale-Bombe
Tigers längster je gemessener Schlag war 385 Meter lang. Er spielte ihn 1998 bei einer Übungsrunde vor der Open in Royal Birkdale. In Carnoustie, Schauplatz der Open 2018, schlug er sein Eisen 3 einmal auf 290 Meter (»... aber die letzten 80 Meter rollend, das Fairway war so hart«).  

2008: Normans letztes Hurra
Vom Leistungsgolf hatte er sich längst verabschiedet, denn Greg Norman hat ja genug anderes zu tun: Seine Weine werden hochgelobt, seine Immobilien weltweit verkaufen sich ebenso gut wie seine Bekleidungslinie, er baut Golfplätze, exportiert Wagyu-Steaks, stellt Sonnenbrillen her und hat auch noch eine Risikokapitalgesellschaft gegründet.
Greg Norman ist inzwischen 400 Millionen Dollar schwer. »Golf lehrte mich, ein guter Geschäftsmann zu sein, weil ich Strategien entwickeln musste, um zu gewinnen.« Bei der Open in Birkdale 2008 spielte der damals 53-Jährige tatsächlich noch einmal um den Sieg mit. Der Australier ging sogar als Führender mit zwei Schlägen Vorsprung in den Schlusstag, bevor er am Ende starker Dritter wurde, hinter Padraig Harrington und Ian Poulter.

2008: Gnadenloser Auftakt
Bei der letzten Birkdale-Open war die 1 das zweitschwerste Loch des Kurses. An dem Par 4 zogen am Schlusstag gleich fünf der sechs Führenden ein Bogey. Wer im TV dabei ist und das ganze Drama miterleben will, sollte also früh einschalten… Auch die 18 ist knackig: K.J. Choi spielte 2008 an dem Par 4 in der Schlussrunde ein Quadruple-Bogey, das ihn vom dritten auf den 16. Platz zurückwarf und eine gewaltige Preisgeldsumme kostete.

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2013: Bernhards Birkdale-Drama
Die Open Championship war immer Bernhard Langers große Liebe, und sie blieb unerfüllt. Er gewann zwei Mal das US Masters, doch noch viel mehr Chancen hatte er beim ältesten Major. Bei seinem Lieblingsturnier wurde er zwei Mal Zweiter und vier Mal Dritter; in Birkdale wurde er 1991 Neunter. Selbst kurz vor seinem 48. Geburtstag schaffte er noch einmal den fünften Platz.

»Wir hatten immer unglaubliches Pech«, erinnert sich sein langjähriger Caddie Peter Coleman und meint vor allem die Wetterkapriolen in Royal St. George’s im Jahr 1985. »Wir mussten lange Eisen in die Grüns schlagen, doch bei Sandy Lyle waren Wind und Wetter perfekt: Er hatte immer nur noch ein Eisen 8 in der Hand.«

Und auch sonst hatte Langer ein paar Probleme mit seiner großen Liebe: 1988 war es ausgerechnet die British Open, bei der er unfreiwillig seine Yips einer Weltöffentlichkeit präsentierte. Auf dem 17. Grün benötigte er fünf Putts und kam mit einer 80 ins Clubhaus. Während zunächst nur die Eingeweihten getuschelt hatten, setzte es nun dicke Schlagzeilen in der englischen Presse, die noch nie für ihre Feinfühligkeit bekannt war.

Späte Genugtuung gab es 2010 bei der Senior Open Championship in Carnoustie und vor allem 2014 bei der Senior Open in Royal Porthcawl: Langer brachte Runden von 65, 66, 68 und 67 Schlägen ins Clubhaus, lag am Ende bei 18 Schlägen unter Par und hatte 13 Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten Colin Montgomerie. Überhaupt blieben nur vier weitere Spieler unter Par.

Doch selbst die Senior Open hinterließ Narben auf seiner Seele: Im Jahr 2013 steckte er in Royal Birkdale die wohl bitterste Niederlage seines Lebens ein. Auf der 72. Bahn lag er zwei Schläge vorn, fabrizierte dann mit einem spektakulären Fehlschlag in den Bunker und einer missglückten Befreiung ein Doppel-Bogey; das anschließende Stechen, das noch am Sonntag begann und erst am Montagvormittag endete, verlor er am fünften Extraloch gegen den US-Amerikaner Mark Wiebe.  

2017: Die Silberkanne beim FC Liverpool
Noch ein Grund mehr, die Open zu gewinnen: FC-Liverpool-Legende Kenny Dalglish präsentierte die legendäre »Claret Jug« beim letzten Heimspiel des Klopp-Teams im Stadion an der Anfield Road (Luftlinienentfernung 18 km). Rory McIlroy als bekennender Manchester-United-Fan dürfte da eine Extraportion Motivation mitbringen…

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