Porsche European Open 2018Pro Golf Tour 2018 – Red Sea Egyptian Classic
Porsche European Open 2018

Sport ist Trumpf

Bei der Porsche European Open ist alles für ein hochklassigen Turnier bereitet. Das Teilnehmerfeld ist Weltklasse. Marcel Siem schlägt um 07.50 Uhr mit Pat Perez (USA) ab.

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Eines kann man Dominik Senn sicher nicht nachsagen: Dass er nicht weiß, was er will. Und im Fall der Porsche European Open, der er als Turnierdirektor vorsteht, ist sein Wunsch ganz eindeutig ein möglichst starkes Spielerfeld. »Sport ist Trumpf« könnte sein Motto für die Veranstaltung sein, die am letzten Juli-Wochenende nahe Hamburg ausgespielt wird.

Senn ist ambitioniert, ehrgeizig, tatkräftig – und dank seiner Kontakte (mit seiner Agentur 4Sports Entertainment betreut er auch zahlreiche Top-Golfer) besonders in die USA gelang es ihm, in diesem Jahr diverse Stars nach Deutschland zu locken. »Ich bin überzeugt, dass wir ein richtig starkes Spielerfeld haben«, ist sich der Schweizer sicher. Und wer möchte ihm angesichts der richtig klangvollen Namen widersprechen.

So wird auf der Golfanlage Green Eagle in Winsen an der Luhe nicht nur der amtierende Masters-Champion Patrick Reed abschlagen, sondern auch drei weitere Gewinner der laufenden PGA-Tour-Saison. Zum einen Pat Perez, der schon 2017 gemeinsam mit Reed in Norddeutschland zu Gast war. Und zum anderen kommt mit Bryson DeChambeau einer der interessantesten US-Pros zum Turnier. Der 24-Jährige machte ja zunächst vor allem damit auf sich aufmerksam, dass er alle Eisen mit der gleichen Schaftlänge spielt und als ein wenig verkopft gilt. Doch nun scheint er auch die hohen Erwartungen, die in ihn gesetzt wurden zu erfüllen.

Im Mai gewann DeChambeau in einem Drei-Mann-Stechen das stets top-besetzte Memorial-Turnier von Altmeister Jack Nicklaus, derzeit ist er 22. der Welt und sechster Im FedExCup-Ranking. Weit oben zu finden ist dort auch der vierte Spitzenspieler, der in diesem Jahr bei der Porsche European Open antritt: Paul Casey aus England, zuletzt eigentlich nur in den USA aktiv und seit dieser Saison wieder mit einer Euro-Tour-Karte am Start. Casey, der mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Ryder Cup in Paris für Europa spielen wird, kommt nach langer Abstinenz wieder mal nach Deutschland.

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Ausgewählte Startzeiten

07.50 Uhr: Alex Knappe (GER) – Jonas Kölbing (GER) – Joel Starter (FRA)

07.50 Uhr *: Marcel Siem (GER) - Zander Lombard (RSA) – Pat Perez (USA)

08.00 Uhr *: Bryson Dechambeau (USA) – Paul Casey (ENG) – Adrian Otaegui (ESP)

08.20 Uhr: Adrien Saddier (FRA) – Max Kieffer (GER) – Ricardo Gouveia (POR)

08.30 Uhr*: Florian Fritsch (GER) – Richard McEvoy (ENG) – Oliver Wilson (ENG)

08.50 Uhr: Matthias Schwab (AUT) – Jamie Donaldson (WAL) – Richard Bland (ENG)

09.20 Uhr: Hinrich Arkenau (GER) – Eunshin Park (KOR) – Harrison Endycott (AUS)

09.20 Uhr*: Tom Lewis (ENG) – Max Kramer (GER) – Rasmus Hoygaard (DEN/Am)

09.30 Uhr: Mathias Grönberg (SWE) – Benedict Staben (GER) – Andreas Halvorsen (NOR)

12.30 Uhr: Marcel Schneider (GER) – Nico Geyger (CHI) – Viktor Hovland (NOR/Am)

12.30 Uhr*: Philipp Mejow (GER) – Niklas Adank (GER) – Matthew Nixon (ENG)

12.40 Uhr*: Garrick Porteous (ENG) – Ben Evans (ENG) – Hurly Long (GER/Am)

13.00 Uhr: Charl Schwartzel (RSA) – Patrick Reed (USA) – Jordan Smith (ENG)

13.30 Uhr*: Fabian Becker (GER) –  Gavin Hall (USA) – Luca Cianchetti (ITA)

14.00 Uhr: Allen John (GER/Am) – Nick Cullen (AUS) – Dennis Meyerrose (GER)

14.30 Uhr: Max Schmitt (GER) – Lucas Hebert (FRA) – James Heath (ENG)

14.30 Uhr: Sebastian Heisele (GER) – Georg Schultes (GER) – Harry Ellis (ENG)

(* – Tee 10) 

 

 

Den Ryder Cup im Blick

Dieses klangvolle Quartett spiegelt sehr gut das Credo von Senn wieder. »Ich will keine alten, bekannten Namen und keine Folklore«, sagt der und meint also wohl Spieler, die nicht mehr wirklich konkurrenzfähig sind, auf der großen Golfbühne etwas zu bewegen. Und Senn fügt an, dass die große Bühne für ihn eigentlich nur die US-Tour sei.

Gleichwohl werden in Green Eagle natürlich in der Hauptsache Spieler der European Tour an den Start gehen. Und für die Spitzenkräfte Europas ist dieses Turnier eine der letzten Gelegenheiten, sich bei Ryder-Cup-Captain Thomas Björn, der ebenfalls mit dabei ist, für die Euro-Auswahl zu empfehlen.

Sport ist Trumpf, dies gilt auch für die deutschen Starter, die wie üblich bei Heimturnieren zahlreich an den Start gehen werden. Allerdings will Turnierdirektor Senn auch hier »die Besten« und auf Goodwill-Startberechtigungen verzichten. Bist auf Martin Kaymer (er tritt in Kanada an) ist alles dabei, was Rang und Namen hat im deutschen Golf – und vielleicht nutzen ja die einheimischen Pros die Gelegenheit, sich nach den bisher eher dürftigen Auftritten 2018 in den Blickpunkt zu spielen.

Bessere Rahmenbedingungen

Ganz besonders hoffen die Veranstalter selbstverständlich, dass sie in diesem Jahr vom Regen verschont bleiben. Der beeinträchtigte 2017 nicht nur das Programm des Turniers, sondern erschwerte auch An- und Abfahrt sowie das Parken. Gerade was die Parkflächen für die Autos der Zuschauer betrifft, hat man aus den Erfahrungen der zurückliegenden Veranstaltung gelernt und verspricht eindeutige Verbesserungen. Zum einen sei der Untergrund deutlich verbessert worden, um – sollte es doch regnen – ein »Absaufen« der Autos zu verhindern, zum anderen sei nun durch die Anbringung von mehreren Kassensystemen, an denen ein Parkschein erworben werden kann, eine schnellere Zufahrt auf die Flächen möglich.

Zudem soll für die Zuschauer das Catering-Angebot deutlich verbessert werden, denn dies sei im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellend gewesen. Ein Upgrade erhalten auch die Tribünen, gerade mit der Schaffung einer neuen Naturtribüne auf den zweiten Neun (Bahn 15). Hier haben die Besucher die Chance, gleich auf mehreren Spielbahnen das Geschehen zu verfolgen. Apropos: In Hamburg sind die Spitzenspieler des Turniers ebenfalls zu sehen – beim European Open Urban Playground am Dienstag, den 24. Juli, soll ab 21 Uhr auf dem Spielbudenplatz die Faszination Golf mitten in der Hansestadt präsentiert werden. Es dürfte, wie schon im Vorjahr, ein echtes Spektakel werden.

Alles ist also bestens präpariert für das Event. Bleibt nur zu hoffen, dass in diesem Jahr auch das Wetter mitspielt, Kapriolen wie im vergangenen Jahr sollten möglichst unterbleiben. Denn: Auch eine Weiterreise der Porsche European Open – dann weg aus Deutschland mit dem Ziel England – ist eine Option, die immer noch besteht. »Hamburg erhält natürlich noch eine Chance, wir könnten uns gut vorstellen zu bleiben», sagt Oliver Eidam, Leiter Markenpartnerschaften & Sponsoring der Porsche AG. Schön wär’s, wenn’s so sein würde: zwei Profi-Turniere langfristig in Deutschland!

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