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Masters 2020 Covid19

Masters-Malaise

Absagen von Großveranstaltungen hagelt es derzeit reihenweise. Aber was passiert im Golf? Erwischt es jetzt auch das erste Major des Jahres in Augusta?

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Offiziell sind bereits vier Golfturniere der European Tour verschoben, aber man braucht nicht viel Fantasie, dass es sich am Ende um Absagen der Veranstaltungen in China, Malaysia, Kenia und Indien handeln wird. Und ebenso braucht man nach derzeitiger Lage wenig Vorstellungskraft, dass weitere Veranstaltungen folgen werden.
 
In den Mittelpunkt rückt dabei zunächst einmal das erste Major des Jahres – das Masters in Augusta. Ja, die USA haben (offiziell) bislang recht wenig Infizierte, aber es werden auch dort immer mehr. Und nun wurden auch dort erste einschneidende Maßnahmen gegen »Covid19« getroffen. Ab dem 13. März ist es Bürgern der EU nicht mehr gestattet in die USA zu reisen.

Dies gilt zunächst einmal für 30 Tage. Aber das Masters findet ja vom 9. April an statt. Die Folge: Wer sich als EU-Top-Golfer noch in seinem Heimatland befindet, kann dann nicht mehr in die Staaten fliegen und am Masters teilnehmen. Aber eigentlich nur eine theoretische, denn Spieler wie Jon Rahm oder aber Sergio Garcia leben ohnehin in den Staaten. Und die englischen Spitzenspieler –  Großbritanniens Bürger sind vom Einreisestopp ausgenommen - dürfen ja weiterhin einreisen, obwohl auch dort »Covid19« schon längst angekommen ist.
 
Zudem sind wegen der Players Championship, die an diesem Wochenende über die Bühne gehen, ohnehin die besten Pros Europas in den USA – sie müssen jetzt ja nur weiter im Land bleiben. Die Auswirkungen auf das Feld dürften also eher überschaubar sein – und wer als anderer ausländischer Masters-Teilnehmer jetzt nicht im Land ist? Hat wohl Pech gehabt.

Ganz besonders bitter könnten die Folgen des Trump-Dekrets schließlich für jene Golf-Fans sein, die eines der – meist sündhaft teuren – Masters-Packages erworben haben. Mit Übernachtung, Golfrunden und natürlich Masters-Tickets. Bekommen die jetzt problemlos ihr Geld zurück? Oder vielleicht nur einen Gutschein im Wert dieses Packages? Oder gar nichts? Und was ist mit den separat gebuchten Flügen? Lassen sich diese – Stichwort: höhere Gewalt – kostenfrei stornieren? Jede Wette, so mancher, auf Reiserecht spezialisierter Anwalt wartet derzeit bestimmt schon hoffnungsvoll darauf, dass sein Telefon klingelt.

Mal abgesehen davon: Wird das Turnier überhaupt ausgetragen? Denn auch die Sportwelt der USA kann sich nicht der Pandemie entziehen. Die NBA hat nach einem positiven Test eines Basketball-Profis Spieltage abgesetzt und in der Eishockey-Liga NHL hat den Spielbetrieb inzwischen vorläufig eingestellt.

Und es braucht erneut wenig Vorstellungskraft, dass auch andere Sportarten, also auch Golfturniere, betroffen sein werden. Ein Masters ohne Zuschauer wäre dabei eine Alternative, aber sicherlich keine besonders attraktive. Ein Indiz dafür sind die Preise für Tickets der Proberunden-Tage. Die sackten zuletzt beträchtlich ab und könnten gänzlich an Wert verlieren. Wie aus Augusta zu hören war, gibt es offenbar Gedankenspiele, die Zuschauerzahl zu limitieren, oder aber die Einspieltage ohne Besucher durchzuführen. Mehr denn je gilt: Alles sei möglich. Eine Absage des Mastes ist sicherlich das letzte, was die Veranstalter in Erwägung ziehen.  Dazu bedarf es schon bedeutsamerer Gründe:  Das seit 1934 stattfindende Turnier wurde nur in den Jahren 1943 bis 1945 wegen des 2. Weltkriegs nicht ausgetragen.

Ergänzung vom 13. März

Inzwischen hat die PGA Tour die Players Championship nach der ersten Runde abgebrochen und für die kommenden vier Wochen alle Turniere, die unter ihrer Federführung stattfinden, abgesagt. Dann, Stand heute, soll es mit dem Masters weitergehen...

 

 

 

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