Masters – Woods Galerie
Masters 2019

Das Jahrhundert-Comeback: Woods macht's!

Er hat es tatsächlich geschafft. Tiger Woods gewinnt
mit 43 Jahren das 83. Masters: Sein fünftes Green Jacket
und Major-Titel Nummer 15. Das ist Golf-Geschichte!

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Autor

Ingo Grünpeter

hat für große Tageszeitungen gearbeitet, bevor er als stv. GJ-Chefredakteur Hobby und Beruf verbinden konnte. 

The return to glory –  Wir verneigen uns vor diesem Sportler!

Tiger Woods hat es tatsächlich geschafft, der 43-jährige Amerikaner gewann das 83. Masters. Was für ein Wunder, was für eine Geschichte, was für ein Comeback. Nach 3.955 Tagen.

Augusta Chairman Fred Ridley sprach von einem »epischen« Moment und die »Tiger, Tiger«-Rufe der Zuschauer wollten nicht mehr enden.  

2005 durfte er sich letztmals Green Jacket überstreifen, 2008 (US Open) gewann er sein letztes Major. Und dann elf Jahre Durststrecke. Die magischen 18 Majors von Jack Nicklaus schien völlig utopisch. Nach seinen privaten Eskapaden und den vielen Verletzungen samt Operationen deutete viel auf ein Karriereende.

»Es ist ein sehr spezieller Moment, ich stufe den Sieg sehr weit oben an, bei meinen 14 Major-Siegen zuvor war ich immer vorne oder in geteilter Führung gelegen. Meine Familie war da, meine Kinder. Sie waren schon bei der Open 2018 in Carnoustie dabei und hatten ansehen müssen, wie ich es nicht geschafft habe. Das wollte ich ihnen nicht erneut zumuten.«

Es kam alles anders!

Tiger meldete sich mit dem Titel bei der Tour Championship vergangenes Jahr eindrucksvoll zurück. »Dieser Sieg war für mein Selbstbewusstsein ein Booster.« Und jetzt gewinnt er in Augusta mit 13 unter Par und holt sich sein 15. Major. Das ist Sport-Geschichte. Unfassbar!

Unfassbar, weil Francesco Molinari im Garten von Woods kämpfte und über eine lange Zeit jeden schwierigen Putt lochte und so das gesamte Feld auf Distanz halten konnte. Doch dann kam die 12, genannt »Golden Bell«. Dieses kurze und verflixt tückische Par 3. Der Open-Sieger von 2018 versenkte seinen Ball im Wasser – Double Bogey. Genau diese Bahn hatte Jordan Spieth schon 2016 ausgeknockt.

Tiger egalisierte mit einem sicheren Par. »Ich habe gesehen wie Koepka und Poulter ins Wasser geschlagen haben, ich wusste, ich muss da irgendwie rüber, die 12 überstehen und dann geht's weiter. Francescos Fehler hat viele Spieler zurück ins Turnier gebracht, mich auch«, so Tiger.

Das endgültige Aus für den ruhigen Italiener folgte auf der 15 »Firethorn«. Wieder ins Wasser, wieder ein Double-Bogey. Die Patrons flippten vollkommen aus – ihr Idol übernahm mit 13 unter Par erstmals die Führung, er legte auf der 16 mit einem Birdie nach und spielte die verbliebenen Löcher in der Manier eines Champions. 

Tiger Woods – Masters Champion 2019

Mit dem fünften Masters-Sieg und dem 15. Major ist ein Thema wieder aktuell: Die magische 18 von Jack Nicklaus – wer Woods kennt, der weiß: Er hat die Jagd wieder aufgenommen.

Die Golflegende schickte aus Florida postwendend eine Glückwunsch-SMS. Direkt nach der Runde gratulierten Zach Johnson, Bubba Watson, Xander Schauffele, Brooks Koepka, Rickie Fowler und Bernhard Langer. Vor Tiger haben sie alle großen Respekt und sie wussten, sie waren an einem epischen Tag dabei.

und sonst:
Bernhard Langer und Martin Kaymer konnten erwartungsgemäß keine großen Sprünge nach vorne machen. Besonders bitter für Langer, mit einer 78 wurde er ganz nach hinten durchgereicht (T62). Kaymer erreichte sein Minimalziel und spielte mit einer 71 seine einzige Par-Runde des Turniers – T51. 

- Kleiner Trost: Nach der ersten Runde war Bryson DeChamebau (USA) noch in Führung gelegen und schrammte dabei knapp am ersten Hole-in-one seiner Karriere vorbei. Im Anschluss wurde er durchgereicht und landete auf dem 29. Platz. Immerhin erfüllte sich sein Traum vom Ass am Schlusstag. Volltreffer an Loch #16 »Redbud«. Es war das 21. hole-in-one auf dieser Bahn während des Masters. Zwei Stunden später durfte dort erneut gejubelt werden – Justin Thomas (USA) lochte direkt ein.

– Xander Schauffele, Amerikaner mit deutschen Wurzeln, beendete das Masters auf einem fantastischen geteilten zweiten Platz.

- Das war mal wieder nichts in Augusta für Rory McIlroy (NIR)Auf der Jagd nach dem persönlichen Grand Slam. Der 29-Jährige wurde nach seinem Titel bei der Players als Mitfavorit gehandelt und beendete das Major als geteilter 21.

- Dass gleich vier Amateure am Wochenende dabei waren, allein das war stark. Besonders beeindruckt haben Viktor Hovland (NOR) als 32 und Alvaro Ortiz (MEX) als 36. T55 Devon Bling (USA), T58 Takumi Kanaya (JPN).

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Beim Ferrari (Francesco Molinari) ist ein Zylinder geplatzt

Jim Nantz – CBS Sportkommentator

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