Masters – StartzeitenMasters – 2. Runde
Masters 2019

Langer mischt wieder mit

Zum Auftakt des Masters glänzen Brooks Koepka
und Bryson DeChambeau mit 66er Runden.
Bernhard Langer gelingt eine starke 71.


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Autor

Ingo Grünpeter

hat für große Tageszeitungen gearbeitet, bevor er als stv. GJ-Chefredakteur Hobby und Beruf verbinden konnte. 

In der Umkleide hört es regelmäßig – »The Machine«. Das ist der Spitzname von Bernhard Langer. Nein, er findet's nur bedingt lustig, allerdings ist die Beschreibung durchaus treffend. Bei der Masters Auftaktrunde hat der 61-Jährige mal wieder alle verblüfft – er mischt mit seiner 71 (-1) im Konzert der Jungen und Großen mit.

Der Nickname ist prinzipiell eine Anerkennung für die konstanten und außergewöhnlichen Leistungen des Deutschen. Er verrichtet Wertarbeit »Made in Germany». Präzision und Perfektion sind Langers Markenzeichen. In Augusta wird der zweifache Masters-Sieger verehrt, wohl so sehr wie in keinem anderen Golf Club dieser Welt.

Langer schreitet auf das Grün der 18 und die »Patrons« klatschen für eine halbe Minute Beifall. Ihm gelingt schließlich – nach einem verzogenen Abschlag und zwei Drops – noch das Par. Aus knapp zehn Metern locht er den Ball ein. Kurios, spektakulär – die Zuschauer flippen völlig aus. »Die Leute wissen zu schätzen, wenn ein 61-Jähriger noch unter Par spielt«, sagte er und bezeichnete den Auftakt seines 36. Masters als »rundum zufrieden«.

Sie haben den Platz mal wieder schwerer gemacht, sprich verlängert. Zudem ist der Boden recht weich, was kaum Roll zulässt. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für den Routinier um gegen die jungen Haudraufs zu bestehen. Er tat es – und wie! »Auf einem kurzen Platz trau ich es mir zu, jeden zu schlagen, es ist erstaunlich, dass es mir auch auf so einem langen Platz gelingen kann«, merkte er an.

Nach Tag eins liegt er auf einem geteilten 21. Platz, fünf Schläge hinter den in Führung liegenden Amerikanern Brooks Koepka und Bryson DeChambeau. Martin Kaymer kam mit 1 über Par ins Clubhaus (T44). »Es hat Spaß gemacht, ich war mit dem Putten und den Eisen sehr zufrieden, bei den Abschlägen muss ich noch üben.«

Interessant: Wirklich absetzen konnte sich von den Profis der Vormittagsgruppen keiner so wirklich. Justin Hardings (RSA) Score von -3 reichte lange für die Spitze, Tiger Woods startete mit -2. Mitfavorit Rory McIlroy (NIR) musste eine 73 (+1) verdauen. 

Nachmittags sollte es bei den Scores dann ordentlich runter gehen. Ian Poulter (ENG) und Dustin Johnson (USA) kamen mit jeweils 4 unter Par rein. Mehrfachsieger Phil Mickelson (USA) glänzte mit  5 unter. Und an der Spitze thronen DeChambeau und Koepka (-6). Der dreifache Major-Gewinner absolvierte die Runde fehlerlos während DeChambeau auf den letzten sieben Löchern sechs Birdies  spielte.

»Das waren magische Back Nine, das hat sich mit der Runde in diese Richtung entwickelt« so DeChambeau. Vergangene Woche hatte er zwölf Stunden an seinen Wedges und Eisen gearbeitet, 125 Schläge aufgezeichnet und schließlich eine Veränderung am Schaft vorgenommen, um noch erfolgreicher zu spielen. Das Material stimmt, die Einstellung ebenso. Während er 2016 noch davon sprach, nicht reif für ein Green Jacket zu sein, sieht er die Situation nun anders: »Ich habe die Erfahrungen gesammelt und bin nun bereit.«

 Koepka hat das längst bewiesen. Der passionierte Fan des Gewichtestemmens hat seine Einheiten im Gym gestrichen und weit über zehn Kilogramm abgenommen. Das tat ihm offensichtlich gut, »aber was andere Personen davon halten und sagen – das interessiert mich nicht. Ich zieh mein Ding durch,» konterte er die Kritiker aus. Überhaupt: Koepka ist sehr direkt und geht strikt seinen Weg. Sein Geheimnis für seine auffallende Leistungsexplosion bei Majors? »Die Routine. Ich habe immer die gleichen Leute um mich rum, das ist wie eine Familie. Sobald ich den Club betrete auf dem ein Major ausgetragen wird, genieße ich es, ich liebe die große Bühne.«

Und Augusta ist eine riesige Bühne.

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