Kaymer vor WoodsMasters – 1. Runde
Masters 2018

Favoriten en masse

Woods, Mickelson, Spieth - oder gar ein Europäer? Das Rennen um den Sieg beim ersten Major des Jahres ist spannend wie selten.

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Es war etwas ungemütlich am Tag vor dem Turnier, denn nach einem sommerlichen Dienstag brachte der Mittwoch recht kühle Temperaturen, Wind und ein paar wenige Regentropfen. Vielleicht gar nicht schlecht um ein wenig herunterzufahren, denn die  Aufregung ist groß, sehr groß. Dieses Gefühl wird man im Vorfeld des Masters 2018 einfach nicht los. Im Zentrum dieser Aufregung ist, wie könnte es anders sein, Tiger Woods. Schon allein die Tatsache, dass der vierfache Gewinner des Turniers wieder in Augusta dabei ist, hätte für viel Publicity gesorgt, doch weil Woods sogar ein richtig gelungenes Comeback gefeiert hat, dreht sich fast alles um ihn. Woods zieht immer, lautet das Motto! Und der rechnet sich selbst Chancen aus: „Ich habe keine Schmerzen. So gut wie jetzt habe ich mich zuletzt vor sieben, acht Jahren gefühlt.“

Alle Augen auf Woods - das, jedoch, wird den anderen Akteuren nicht gerecht! Aber vielleicht ist es diesen Spielern auch ganz recht. Denn es bedeutet eine ruhigere Vorbereitung aufs Turnier für die anderen Siegkandidaten. Und die gibt es in Hülle und Fülle. Als da wären: Phil Mickelson, dreifacher Masters-Gewinner. Der 47-Jährige ist wieder in Form – nicht nur wegen seines Siegs beim ersten WGC-Event in Mexiko. Sollte der Linkshänder tatsächlich reüssieren, dann würde er den Titel des ältesten Sieger beim Masters einheimsen – den hält natürlich der sechsfache Champion Jack Nicklaus. Immer genannt werden muss zudem Jordan Spieth, Sieger 2015, sowie zwei Mal Zweiter. Zudem erreichte der 24-Jährige mit 270 Schlägen den besten Sieger-Score der letzten 20 Jahre. Keine Frage, Spieth kommt bestens auf dem Platz zurecht, besser wie kaum ein anderer. 

Bleiben noch zwei Amerikaner: Der Weltranglisten-Erste Dustin Johnson und Justin Thomas, der derzeit wohl »heißeste« Spieler der Tour. Das Verhältnis Johnson/Platz ist jedoch nicht ganz unkompliziert, bisher erreichte der Schwiegersohn von Eishockey-Legende Wayne Gretzky einen Durchschnitts-Score von 72, 08 – nicht schlecht aber auch keine Sensation. Immerhin: Bei seinen beiden letzten Auftritten reichte es einem vierten und sechsten Platz, ein Sieg wäre also keine Sensation. Bei Thomas, vergangenes Jahr 22., bleibt abzuwarten, ob er bei seinem dritten Start in Augusta alle Tücken des Platzes kennt. Aufgrund seiner überragenden Form ist er auf jeden Fall "in the Mix". 

Aus europäischer Sicht dürften die Hoffnungen auf einen Masters-Sieg wohl am ehesten auf Rory McIlroy liegen, der sich Mitte März wieder mit einem Sieg beim Arnold Palmer Invitational zurückmeldete und noch eine Rechnung mit dem Kurs offen hat. Gut gehandelt werden ferner Justin Rose, vergangenes Jahr Zweiter und ebenfalls in ordentlicher Form sowie der spanische Senkrechtstarter Jon Rahm und Paul Casey. Ob es Sergio Garcia nochmals gelingt, das Grüne Jackett überzuziehen? Gelänge dies, hätte es fast historische Dimensionen, denn die letzte Titelverteidigung war 2002 durch Tiger Woods.

Ohnehin gelang dies nur Nicklaus, Woods und Nick Faldo. Bleiben noch Namen wie Jason Day, der bereits zwei Mal am Masters-Sieg schnupperte, oder auch Matt Kuchar, der in Augusta immer wieder zu überzeugen wusste. Wenig darf man leider wohl von den deutschen Startern erwarten, Martin Kaymer scheiterte zuletzt in Houston nach Verletzungspause deutlich am Cut und Bernhard Langer läuft derzeit seiner überragenden Form aus den Vorjahren hinterher. 

Aber am Ende ist alles sowieso nur Kaffeesatz-Leserei. Es wird Zeit, dass es losgeht. Nur noch wenige Stunden, dann ist es soweit.

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