Masters – ein verregneter Mittwoch und ein AusrutscherMasters – 3. Runde / Krimi garantiert
Masters 2017

Endlich am Ziel

Am Ende hat es doch gereicht: Sergio Garcia gewinnt sein erstes Major

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Viele hatten schon den Glauben verloren – und auch er selbst hatte sich schon damit angefreundet: Sergio Garcia, so hatte es den Anschein, würde ein sehr prominentes Mitglied jenes Clubs sein, in dem die Spieler geführt werden, die kein Major gewonnen haben. Doch es kam anders: Mit 37 holte sich Garcia den lang ersehnten Titel. Er gewann in Augusta das 81. Masters und gehört nun dem elitären Zirkel der Major-Sieger an.

Für seinen ersten großen Triumph benötigte er satte 74 Anläufe – und dann auch noch ein Stechen. Mit sechs Schlägen unter Par war er gemeinsam mit Olympiasieger Justin Rose als Führender in die Schlussrunde gegangen. Und die Paarung entwickelte sich zu einem Matchplay der besonderen Art. Zum einen, weil die beiden sich auf allerhöchstem Niveau duellierten und zum anderen, weil die Auseinandersetzung von großem Sportsgeist getragen war. Garcia und Rose schätzen sich, ja sie mögen sich. Gemeinsam absolvierten sie zahlreiche Ryder-Cup-Partien und so war es wunderbar anzusehen, dass sich die beiden auch in dieser speziellen Drucksituation abklatschten und dem jeweils anderem zu einem gelungenen Schlag gratulierten.

Garcia hatte mit zwei frühen Birdies zunächst die Spitze übernommen und lag nach fünf Bahnen drei Schläge vor dem ehemaligen US-Open-Gewinner. Doch bis zur Neun hatte Rose den Spanier wieder eingeholt und sogar nach Loch 13 zwei Schläge Vorsprung. Und es hätten sogar noch mehr sein können, da der Iberer an dieser Bahn nur mit Können und Mühe das Par rettete und Rose einen Birdie-Putt nicht lochen konnte. Das war die Overtüre für ein nahezu perfektes Finish Garcias: Birdie an der 14, Eagle an der 15, und wäre der Putt an der 18, dem 72. Loch, gefallen, dann wäre das Turnier bereits regulär beendet gewesen. Doch der Putt aus rund eineinhalb Metern kullerte zu seinem Erstaunen rechts am Loch vorbei.

 

 

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Stechen also! Das jedoch entwickelte sich einseitig. Der Abschlag von Rose landete in den Bäumen und nach einem Sicherheitsschlag war erst mit dem dritten Versuch auf dem Grün. Garcia jedoch feuerte einen perfekten Drive auf die Bahn – und auch Schlag Nummer zwei war aller Ehren wert. Rose holte nur nach das Bogey und Garica, der schon oft wegen ungenügender Putts Turniere vergeigt hatte, beendete das Masters meisterlich. Birdie und Sieg!

Was ins Drehbuch passte: Severiano Ballesteros, der wohl größte Golfer Spaniens, Heroe aller Golfer Europas, hätte am Finaltag seinen 60. Geburtstag gefeiert. Klar, dass »El Nino«, das Kind, das inzwischen schon lange erwachsen ist, auch an Seve dachte.  Am Ende war er aber vor allem stolz auf sich: »Das war heute eine Demonstration meines Charakters und meiner Mentalität. Noch nie war ich so gelassen an einem Schlusstag eines Majors«. Vielleicht liegt darin der Schlüssel zum Sieg, denn schon oft bekannte er: »Ich führe ein wundervolles Leben – Major oder nicht.« Jetzt ist dieses wunderbare Leben noch ein Stückchen schöner geworden.

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