Die 12 Top-ThemenMasters – 2. Runde / Kaymers Rückkehr
Masters 2017

Ein Abschied, viel Wind und ein lädierter Rücken

Bei der Opening Ceremony wurde Arnold Palmer geehrt. Die Bedingungen bei der Auftaktrunde des Masters waren brutal. Dustin Johnson musste verletzungsbedingt passen

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Es war eigentlich wie immer, aber irgendwie war alles anders bei der Opening Ceremony. Jack Nicklaus und Gary Player standen als Honorary Starter am ersten Abschlag. Kit, die Witwe von Arnold Palmer, war ebenfalls anwesend, und zwar mit dem Green Jacket der verstorbenen Legende

Jack Nicklaus machte schließlich vor seinem Drive eine große Geste. Er zog sein Cap ab, hielt dies in den Himmel und schaute für Sekunden nach oben. Sichtlich bewegt schlug er um 7.45 Uhr ab. Es ist das erste Masters ohne Arnie, der Mensch, den alle so sehr repsektierten und liebten.

Palmer nicht mehr da, die eigentliche Blumenpracht rund um Amen Corner ob tiefer Temperaturen im Vorfeld des Turniers kaum vorhanden, zudem ein ungewohnt starker Wind und Temperaturen weit unter 20 Grad. 2017 sollte ein etwas anderer Masters-Auftakt sein. "Das waren die schwersten Bedingungen, die ich hier erlebt habe", bilanzierte Martin Kaymer nach seiner 78, "man konnte einfach nicht einschätzen, von wo der Wind kommt und wie stark er ist." Der Deutsche startete sehr solide, lag nach neun Löchern auch auf Parkurs, doch dann erwischte es ihn. Er verlor reihenweise Schläge und rutschte im Ranking immer weiter ab. Sein einziges Birdie gelang ihm schließlich auf der 18.  "Auf die freue ich mich den ganzen Tag, die Bahn liegt mir einfach." Letztlich sprang ein 78. Platz nach Runde eins heraus, das hat sich Kaymer sicher anders vorgestellt.

Dustin Johnson wohl auch, denn er ist erst gar nicht auf die Runde gegangen. Die Nummer eins der Welt war einen Tag vor Turnierbeginn auf einer Treppe ausgerutscht und lädierte sich den Rücken. DJ nahm über Nacht zwar Scherzmittel ein, wärmte sich auch auf der Range auf. Doch statt nach dem Putten zum Abschlag zu gehen stapfte er in Richtung Tunrierbüro und zog zurück. "Es geht nicht, ich bin nicht in der Lage einen Schwung auszuführen ohne Schmerzen. Das tut weh, ich wollte unbedingt spielen, ich bin in einer sehr guten Form – und dann kann ich wegen so einer dummen Geschichte nicht spielen."

Es wäre durchaus spannend gewesen, zu sehen, wie der dominierende Pro des Jahres, die Bedingungen gemeistert hätte. Bernhard Langer, zweifacher Masters Champion, zeigte in Teilen sein Können. "Da waren einige Birdies dabei und gute Putts, aber auch etliche Schläge, die nicht allererste Sahne waren", meinte er nach seiner 75. (Platz 41).

An die Spitze hat sich Charley Hoffman mit einer 65 gesetzt. Eine fantastische Leistung, die sogar Langer kaum begreifen konnte. "7 unter? Das verstehe ich auch nicht. Das ist wie eine 10 oder 12 unter an einem anderen Tag. Ein Wahnsinnsergebnis, ich konnte es erst gar nicht glauben. Ich hab mir das Leaderbord angeschaut und gedacht - dass kann ja wohl nicht wahr sein."

Der Führende selbst hat eine simple Erklärung. "Ich betrete die Anlage, sehe den Platz, und der gefällt mir einfach. Ich bin ein visueller Typ, das passt hier einfach alles für mich. Außerdem habe ich das nötige Selbstvertrauen, ich glaube wieder an mich und mein Spiel. Es ist gar nicht so lange her, da sah das mit der eigenen Überzeugung noch anders aus."

Martin Kaymer startet seine zweite Runde am Freitag um 19.41 Uhr deutscher Zeit, Bernhard Langer ist um 16.23 Uhr dran. Einfacher dürfte es in Runde zwei nicht werden. Die Wetterprognose: viel Wind und etwas kälter soll es werden. Das erste Major des Jahres hat es in allen Belangen in sich.

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