Ab in den Süden! Golfen am BodenseeWunderschöne Golfplätze in Dänemark
Reise // GJ-Lieblingsplätze

Golfplätze in Deutschland - Golfen in Corona-Zeiten

Entdecken Sie die heimischen Golfplätze neu - das GJ-Team stellt seine liebsten Golfplätze in Deutschland vor und zeigt, dass spannende Golfherausforderungen auch in Corona-Zeiten möglich sind!

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Autor

Redaktion

Golfträume in der Heimat - unsere liebsten Golfplätze in Deutschland

Keine Frage, während des Corona-Lockdowns ging es uns beim Golf Journal nicht anders als Ihnen und wohl allen unseren Lesern: Wir gierten nach Golf. Nach dem „Klack“ des Balls beim Schlag. Nach dem „Plopp“, wenn die Kugel ins Loch fällt und nach dem frühlingshaften Duft von Fairways und Grüns. Und wir hätten liebend gerne jeden Aus-Ball, jeden Wasserschlag, jedes Triple-Bogey in Kauf genommen, wenn wir denn nur die „Gelegenheit“ dazu gehabt hätten.

Die bei uns in Bayern acht lange Woche dauernde Platzsperre strapazierte natürlich auch die Nerven. Manche von uns sahen beim Spaziergang im Park, einer Fata Morgana gleich, überall Grüns mit Fahnen drin. Ein Kollege hatte die Vision, immer wieder nur Bahn 1 seines Heimatclubs spielen zu dürfen. Und ein anderer träumte beinahe ständig von seinen schönsten Runden in aller Welt.

Doch „alle Welt“ ist ja bis auf weiteres nicht. Aber Deutschlands Golfplätze haben endlich wieder offen! Und deshalb stellen wir Ihnen jetzt mal unsere liebsten Golfplätze in Deutschland vor. Die Liste reicht von Nord- und Ostsee bis ins Voralpenland, vom Rheinland bis nach Niederbayern.

Und wir haben noch zwei „Corona-Zahlen“ für Sie: In normalen Zeiten spielt das Golf Journal-Team bis Mitte Mai im Durchschnitt etwa 14 Runden pro Kopf – in diesem Jahr waren es exakt 3,6...

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Unsere Top-Golfplätze in Deutschland

GC Budersand Sylt

Schade, selbst wenn dieser Platz wieder geöffnet ist, werde ich wohl noch lange nicht auf die Insel kommen – denn mein Zweitwohnsitz ist nicht in Nordfriesland, sondern in Ostholstein. Und da galt für uns bis zum 3. Mai ein Einreiseverbot, weshalb wir die neu erlangte Freiheit jetzt exzessiv nutzen werden. Dabei umfasse ich schon imaginär einen Schlägergriff, wenn ich nur an Budersand denke. Die Bahnen sind schwer, aber fast immer fair und ein spielerischer Leckerbissen – egal, ob man zum ersten Mal einen echten Links- Kurs spielt oder bereits alle British-Open-Plätze abgehakt hat. Der Architekt Rolf-Stephan Hansen beweist hier an fast jeder Stelle seines Werks, dass er selbst ein großer Fan und profunder Kenner von Küstengolf ist: Tiefe Pottbunker, harte, kurzgeschorene Fairways, blitzschnelle, intelligent ondulierte Grüns prägen einen der besten Links-Plätze Kontinentaleuropas. Höllisch tricky ist Bahn 5, lang, stets bergauf, mit einem höchst anspruchsvollen Schlag auf ein Plateaugrün, eingerahmt von rot-grüner Heide. Taktisch genial die dramatische 12, die jedes vergebliche Abkürzen zum Desaster macht. Reizend, nicht nur wegen des Blicks auf das Wattenmeer, die kurze 15, das Signature-Hole, keine 100 Meter lang, dessen Grün von fünf Bunkern bewacht wird.

Ralf Schwarzkopf

GC Budersand Sylt

ANSPRUCH 20 von 24
ZUSTAND 11 von 12
DESIGN 21 von 24
KULISSE 16 von 20
SERVICE 11 von 15
BONUS 0 von 5
INDEX: 1,02/1,36

 


WinstonGolf (WinstonLinks)

Welcher Golfer hat aktuell keine akuten Entzugserscheinungen? In meinem speziellen Fall schleicht sich neben den normalen Golfträumen vermehrtes Kribbeln in den Fingern ein. So langsam sehe ich keine leergefegten Straßen mehr, vielmehr die Silhouette meiner Lieblingsgolfbahn. WinstonLinks, Bahn 10. Mit dem Platz hat Golfarchitekt David J. Krause in Mecklenburg sein Meisterstück hingelegt – und damit die Spitze der nationalen Golf Journal-Platzrangliste erobert. Natürlich hat dazu auch maßgeblich die hügelige Endmoränenlandschaft beigetragen, insbesondere auf den ersten Neun, deren Löcher vor einer herrlichen Kulisse sehr individuell auf unterschiedlich hohe und hügelige Höhenlagen verteilt werden konnten. Die sehr welligen und schrägen Fairways werden dabei häufig unterbrochen durch tiefe Sandkuhlen oder Topfbunker. An den Seiten warten tiefe Schluchten oder imposante Dünen. Selbst wer seine langen Eisen sehr zuverlässig spielt, hat es nie leicht, einen guten Score heimzubringen. Zumal auch noch alle Grüns sehr stark onduliert sind. Auf der zweiten Halbrunde wartet ein neues, nicht minder grandioses Bild. Diese Spielbahnen sind sehr stark einer typisch schottischen oder irischen Dünenlandschaft nachempfunden, wie etwa in Ballybunion. In einem durch mächtige Erdbewegungen hergestellten, sehr welligen Gelände türmen sich bis zu zehn Meter hohe Dünen auf.

Bernhard Lipp

Winston Golf(WinstonLinks)

ANSPRUCH 18 von 24
ZUSTAND 11 von 12
DESIGN 22 von 24
KULISSE 15 von 20
SERVICE 14 von 15
BONUS 3 von 5
INDEX: 0,97/1,37

Hamburger Golf-Club

Falkenstein ist für mich ein Must, wann immer ich in Hamburg bin. Leider wird es im Moment aber nichts mit einem Besuch im hohen Norden bei der 1906 gegründeten Institution, die gleich beim Eintritt ins Clubhaus eine britische Atmosphäre verströmt, man fühlt sich wie auf der Insel. Und, klar, der HGC ist auch entsprechend »vornehm«: Am Wochenende darf man hier nur mit einem Mitglied spielen, unter der Woche auch gegen Greenfee, sollte aber vorher eine Startzeit reservieren. Doch die Anlage ist definitiv die Reise wert. Falkenstein ist einer der schönsten alten Parkland-Plätze Deutschlands und liegt nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Was man als Süddeutscher nicht erwartet: Er ist erstaunlich hügelig. Die Fairways ziehen sich durch einen alten Kiefernwald mit zehn Meter hohen Stämmen. Charakteristisch sind die wunderschönen, in der Abendsonne rot leuchtenden Heidekrautflächen, die öfters mal ziemlich lang sind, wie etwa an den Bahnen 4, 8 und 14. Gut bewachte, kleine Grüns und tiefe Bunker erfordern schon ein gewisses Können. Ein Hingucker ist das mit Reet gedeckte Starterhäuschen, hohen praktischen Nutzen haben dagegen das riesige Putting-Grün und die modern eingerichtete Hütte fürs Schläger-Fitting.

Michael Möser

Hamburger Golf-Club

ANSPRUCH             16 von 24
ZUSTAND                10 von 12
DESIGN                    22 von 24
KULISSE                  17 von 20
SERVICE                  13 von 15
BONUS                     4 von 5
INDEX:                     1,22/-

Green Eagle (Porsche Nord Course)

Ich liebe die sportliche Herausforderung – und davon gibt’s auf diesem Platz reichlich! Von den Champions-Tees ist dieser der wohl schwerste Platz Deutschlands. Außerdem gehört er mit seinen 7.161 Metern Länge zu den zehn längsten Europas. Doch auch von Gelb sind es immer noch mehr als 6.500 Meter – und Neulingen wird empfohlen, von Blau zu spielen, selbst da misst etwa das Par 5 mit Nummer 16 immer noch 561 Meter. Von der Länge mal abgesehen, taucht an fast jeder Bahn Wasser auf, das jedoch nicht immer ins Spiel eingreift. Weitere hervorstechende Merkmale sind die wunderschön modellierten Grüns sowie die genau durchdachten Bunkerpositionen. Also wird zusätzlich auch noch strategisches Geschick gefordert. Ansonsten ist das 86 Hektar große Gelände relativ offen, gelegentlich gibt’s Büsche und Bäume, die allerdings kaum stören. Doch noch mal zum Stichwort Herausforderung: Die eingangs erwähnten Champions-Tees sind natürlich für die Tour-Pros gedacht, die hier seit 2017 die Porsche European Open ausspielen. In diesem Jahr ist das Event übrigens für Anfang September geplant.

Benedikt Aidelsburger

Green Eagle (Porsche Nord Course)

ANSPRUCH             23 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    19 von 24
KULISSE                  11 von 20
SERVICE                  12 von 15
BONUS                     4 von 5
INDEX:                     1,22/-

G&LC Berlin-Wannsee (Meisterschaftsplatz)

Faldo, Palmer, Trent Jones Jr., Langer, Lyle. Was für Namen, die rund um die deutsche Hauptstadt einen Golfplatz entworfen haben. Ich freue mich jedes Mal auf eine Runde auf einem dieser teils spektakulären Kurse, doch am Ende zieht es mich immer und immer wieder in den G&LC Berlin-Wannsee im Südwesten der Metropole. Für mich hat der 1895 gegründete Club eine ganz besondere Aura. Fein, edel, besonders, exklusiv und dennoch zurückhaltend. Wannsee ist »the place to be« in Berlin und die golferische Heimat für viele Politiker, Diplomaten und Unternehmer. Sportlich und gesellschaftlich ein Aushängeschild, und gerne wird bei Wannsee auch von dem »deutschen Augusta« gesprochen. Wenn es Probleme gibt oder Defizite behoben werden müssen, wird nach Lösungen gesucht und entsprechend schnell gehandelt. Ein Beispiel ist der von C.S. Butchard entworfene Meisterschaftsplatz. Dieser war in die Jahre gekommen und nun durch Bunkererneuerung und neue Grüns wieder auf Top-Niveau gebracht und den modernen Gegebenheiten angepasst. Ich kann es kaum erwarten, den klassischen Parkland-Kurs nach dem intensiven »Facelifting« endlich zu spielen. Auch wenn ich das berühmte »Klock« wohl mehrmals auf der Runde über mich werde ergehen lassen müssen, weil die Schneise doch erheblich schmaler als gedacht war – die 18 Löcher werden ein Gedicht.

Ingo Grünpeter

G&LC Berlin-Wannsee

ANSPRUCH             15 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    22 von 24
KULISSE                  15 von 20
SERVICE                  11 von 15
BONUS                     2 von 5
INDEX:                     0,65/-

Rethmar Golf

Bunkerlandschaften, struppiges Rough, große gewellte Grüns – Schottland! Das ist ein Platz, den jeder Golfer einmal spielen muss. Von Weiß wird es ganz haarig (6.440 Meter), aber auch richtig spektakulär. Platzdesigner Arnold Palmer konnte sich hier auf 120 Hektar verwirklichen. Der Inland-Links-Platz erinnert tatsächlich an historische Plätze an den Küsten Großbritanniens und Irlands, es fehlt eigentlich nur die salzige Meeresbrise. Das offene Gelände verspricht, wie bei den großen Vorbildern, mitunter mehr Wind, als einem lieb sein kann. Und: Der Platz erfordert Mitdenken und Strategie statt brutale Längenjagd. Schon an der kniffligen 1, einem Par 4, kann der Driver ein Fehler sein, auch an der 10 und der 14 sollte man eher konservativ statt vogelwild an die Sache herangehen. Da Lieblingsplätze immer subjektiv sind, dürfen hier auch ganz subjektive Eindrücke einfließen, die anderen Spielern vielleicht ganz egal sind. Aber als begeisterter Ausprobierer von Schwunggedanken gefallen mir die Übungseinrichtungen sehr, sehr gut; sie sind großzügig bemessen und abwechslungsreich gestaltet. Und weil ich als Braunschweiger eigentlich keinen Platz loben darf, der in einer Region mit dem H-Kennzeichen liegt, möchte ich noch den Golf-Klub Braunschweig erwähnen, der das genaue Gegenteil von Rethmar ist: alt, eng, hügelig, mit viel Baumbestand – und, wie auf vielen alten Plätzen, mit einer eher bescheidenen Range. Aber: Wer auf beiden Plätzen besteht, hat dieses geheimnisvolle Spiel namens Golf in seiner Vollkommenheit erfasst.

Stefan Maiwald

Rethmar Golf

ANSPRUCH             16 von 24
ZUSTAND                10 von 12
DESIGN                    21 von 24
KULISSE                  12 von 20
SERVICE                  12 von 15
BONUS                      2 von 5
INDEX:                     1,69/2,06

GC Hubbelrath (Ostplatz)

Während einer Golfplatz-Reportagerunde durch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – darunter Plätze wie der Mittelrheinische GC Bad Ems, die Elfrather Mühle oder der Düsseldorfer GC – stand ich zum ersten Mal auf der Anlage von Hubbelrath. Bei bestem Wetter hatte mich das Gesamtpaket sofort gepackt. Hier passen nicht nur die zwei 18-Löcher-Plätze – hier stimmt einfach alles. Das Clubhaus, die Freundlichkeit der Mitarbeiter, das landschaftliche Umfeld. Nach 36 Löchern, von denen mir die auf dem Ostplatz besser gefielen, wollte ich selbst auf den Kurzplatz nicht verzichten – und gönnte mir am Ende an einem einzigen Tag tatsächlich jede einzelne verfügbare Spielbahn auf diesem wundervollen Gelände. Und egal, wie viele Löcher man hier absolviert: Das Getränk oder das Essen nach der Runde, auf dieser großartigen Terrasse und mit dem dazugehörigen Ausblick, sind selbst für einen verwöhnten Alpenpanorama-Golfer wie mich ein wahres Highlight. 

Achim Matschiner

GC Hubbelrath (Ostplatz)

ANSPRUCH             16 von 24
ZUSTAND                10 von 12
DESIGN                    22 von 24
KULISSE                  12 von 20
SERVICE                  9 von 15
BONUS                      4 von 5
INDEX:                     1,18/-

Golfgarten Deutsche Weinstraße (A+B)

In den letzten Wochen habe ich mir, wie vielleicht viele andere Golfer auch, eine Menge TV-Sendungen zum Thema Reisen angesehen. Gewissermaßen als Trost, weil Urlaub ist ja im Moment nicht. Kurios dabei: Sobald auf dem Bildschirm ein Weinberg zu sehen war, hatte ich stets sofort die Golf-Absolute-Anlage in Rheinland-Pfalz vor Augen. Einerseits klar, durch die Corona-Pause denkt man derzeit ja bei fast allem an Golfplätze. Andererseits ist der Platz in Dackenheim nicht die schwierigste sportliche Aufgabe – dafür aber ein bildschönes Postkartenmotiv zum Thema Golf und Wein! Speziell die Kombi A+B schmiegt sich mit ihren relativ kurzen Spielbahnen wirklich malerisch in die Hügellandschaft mit den unzähligen Rebenreihen und Obstbäumen. Und hügelig meint hier etwa, dass es an Bahn 1 steil bergab geht und an der 18 genauso steil wieder hinauf zum modernen, großzügigen Clubhaus mit der prächtigen Terrasse. Dazwischen warten einige attraktive Löcher, wie beispielsweise die 5, die 7 oder die 12, allesamt mit gut verteidigten Grüns. Und natürlich als Highlight die Nummer 17: Von Gelb sind 507 Meter gegen den Westwind zu bewältigen, und die Putt-Fläche wird durch den Teich davor und den Bunker dahinter fast rundum abgeschottet.

Günter O. Reiter

Golfgarten Deutsche Weinstraße (A+B)

ANSPRUCH             8 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    17 von 24
KULISSE                   17 von 20
SERVICE                  12 von 15
BONUS                      0 von 5
INDEX:                     0,82/1,22

GC St. Leon-Rot (St. Leon)

Es ist ein schöner Sommertag, gut 26 Grad, und eigentlich ist man an einem solchen Tag schon versucht, gleich ins wunderbare Halfway-House des Clubs abzubiegen, ehe es auf die Runde geht. Dort ein Gläschen trinken, sich mit einem kleinen Snack verwöhnen lassen, mit anderen Golfern über Lust und Frust des Spiels räsonieren. Das allerdings kommt später, denn ich will ja eine Runde auf einem Platz drehen, der mir eigentlich mehr Frust als Lust beschert hat. Das aber liegt natürlich nicht am Platz, sondern am Spieler, also an mir. Wie schön wäre es also, wenn ich endlich mal an Bahn 5 (Par 4) einen richtig guten Abschlag hätte, um mir die realistische Chance zu ermöglichen, den zweiten über das große Wasser aufs Grün zu bringen? Oder aber auf der zweiten Platzhälfte, bei den wasserreichen Löchern 12 bis 14, ohne Ballverlust weiterspielen zu können? Ich gebe gerne zu, es wird schwierig. Denn eine Runde auf St. Leon ist für mich eine echte Herausforderung – und selbst wenn ich in Form bin, sind die meisten Bogeys für mich ein echtes Erfolgserlebnis. Warum also ist das mein Favorit? Wegen der persönlichen Herausforderung einerseits (irgendwann muss es ja mal klappen!) und natürlich auch, weil in St. Leon-Rot das Gesamtpaket stimmt. Freundliche Mitarbeiter, Spitzenservice und – mindestens ebenso wichtig – eine stets bestens gepflegte Anlage, die das Spiel, sei es auch noch so »anstrengend«, immer wieder zur Freude macht. Und zu guter Letzt kommt dann ja noch das Halfway-House…

Philipp von Schönborn

Golf Club St. Leon-Rot (St. Leon)

ANSPRUCH             16 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    19 von 24
KULISSE                   11 von 20
SERVICE                   14 von 15
BONUS                      4 von 5
INDEX:                      1,14/-

Stuttgarter Golf-Club Solitude

Ich mag diesen Platz einfach – denn er hatte schon Klasse, bevor mit dem Re-Design von Thomas Himmel zwischen 2005 und 2007 noch eine Schippe draufgelegt wurde. Auf den ursprünglich von Bernhard von Limburger gezeichneten 18 Löchern am Rande des Nordschwarzwalds wird bereits seit 1969 gespielt, folgerichtig trifft man hier auf einen üppigen Bewuchs in Form von Waldstücken, Hecken, Baumgruppen und Solitärbäumen. Das prägt den Platz, erfreut das Auge und ist auch spieltechnisch von Bedeutung. Die zahlreichen Höhenunterschiede beeinflussen die Schlägerwahl teilweise stark, und weil im Rahmen der Umbaumaßnahmen klassische Designmerkmale mit modernen Elementen kombiniert wurden, ist an jedem Loch volle Konzentration angesagt. Die an amerikanische Resorts erinnernden Bunker etwa sind nicht nur optische Highlights, sondern auch strategisch relevant. Große, ondulierte Grüns verlangen Kreativität beim Chippen und Pitchen, und auch beim Putten ist man aus jeder Entfernung gefordert. Das ist natürlich anspruchsvoll, aber immer fair. Zu den Highlights zählen die Löcher 4, 5 und 16 – alles kürzere Par-4-Bahnen, die allerdings nur auf dem Papier leicht sind. An der 1, 14 und 17 sind Longhitter im Vorteil, und Wasser prägt die Löcher 9 und 12. Ansonsten zeigte sich beim letzten GJ-Besuch durchgängig schwäbischer Perfektionismus, von der Ausstattung der Waschplätze bis zum Service im Restaurant.

Alexander Huchel

Stuttgarter Golf-Club Solitude

ANSPRUCH             13 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    21 von 24
KULISSE                  16 von 20
SERVICE                  11 von 15
BONUS                      4 von 5
INDEX:                     1,15/2,45

GR Bad Griesbach (Beckenbauer Golf Course)

Ich mag es sportlich! Deshalb bin ich in diesen schwierigen Tagen auch sehr oft im Wald unterwegs. Meistens morgens mit Joggingschuhen, gemeinsam mit meinem fünfjährigen Sohn auf dem Fahrrad. Und weil ich es sportlich mag, fehlt mir als eingefleischtem FC-Bayern-Fan auch der Fußball. Und wenn ich jetzt vom normalen Leben nach Corona träume, dann kommen mir die Allianz Arena und der Beckenbauer-Platz in den Sinn. Denn der »kaiserliche« Kurs in Penning hat es in sich, mit gleich 13 Wasserhindernissen, die voll ins Spiel kommen. Und wenn die großartig angelegten Teiche (besonders schön auf den Bahnen 9 und 18) ausnahmsweise mal fehlen, hat Bernhard Langer beim Design prompt mit Länge und strategisch klug postierten Bunkern reagiert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bahn 7 – ein mit 192 Metern extrem langes Par 3. Damit nicht genug, lauert links die Aus-Grenze, das Grün liegt leicht erhöht und ist mit drei tiefen Bunkern hermetisch abgeriegelt. Überhaupt haben es hier die Par-3-Löcher in sich. Zwei sind lang, und die beiden anderen, mit rund 150 Metern, stellen den Golfer mit der Anordnung Bunker-Grün-Wasser vor eine ziemliche Herausforderung. Und die Grüns zeigen, wie viel Wert Langer aufs Putten legt: Mit Ondulierungen hat er nicht gespart, viele davon erkennt man erst bei einer genauen Begutachtung. Der Europan-Tour-Platz ist vom Anspruch und Layout her modern – und mit Abstand der »Hochleistungssportler« unter den Plätzen von Bad Griesbach.

Philip-A. Artopé

Golf Resort Bad Griesbach (Beckenbauer Golf Course)

ANSPRUCH             16 von 24
ZUSTAND                11 von 12
DESIGN                    21 von 24
KULISSE                  12 von 20
SERVICE                  11 von 15
BONUS                      4 von 5
INDEX:                     0,97/-

St. Eurach L&GC

Hier hat fast jede Bahn etwas Charakteristisches, an das man sich später erinnert. Und das Platzdesign ist keine Sekunde langweilig. Zwei typische Merkmale von hervorragenden Layouts. Und Erinnerungswert hat natürlich auch der wohl stärkste Trumpf des 1973 eröffneten Parkland-Kurses von Donald Harradine. Er liegt inmitten einer alpinen Bilderbuchlandschaft! Was ich hier besonders mag: Jedes Loch ist nach einem heimischen Berggipfel benannt. Rein sportlich stellt der Platz mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Dies ist vor allem auf den kürzeren Par-4-Bahnen, die cleveres Course-Management erfordern, der Fall. Bestes Bespiel dafür ist »Heimgarten«, die für uns Damen 301 Meter lange 15, die einen sauber platzierten Abschlag mit einem Hybrid verlangt, um dann mit dem zweiten Schlag den Ball auf das von viel Wasser verteidigte Grün zu platzieren. Oder eben dank Strafschlag mit dem vierten, wenn die Verteidigung erfolgreich war. Mein persönlicher Favorit an »Challenges« ist Bahn 8, »Jochberg«, ein Par 3 mit 172 Metern von Rot – und das bergauf. Für mich jedenfalls das einzige Par 3, für das ich jemals einen Driver ausgepackt habe. Und taktisch tricky ist enge Loch 3, »Notkarspitze« (Par 4, 334 Meter). Dieses geht man besser vorsichtig an, um so das Frustrisiko (Bäume links, Wasser vor dem Grün) zu minimieren. Doch egal, wie gut oder schlecht das Rundenergebnis war: Die Clubhausterrasse mit dem sensationellen Alpenpanorama und einem guten Bierchen danach ist es wert.

Carina Rey

St. Eurach L&GC

ANSPRUCH             18 von 24
ZUSTAND                10 von 12
DESIGN                    17 von 24
KULISSE                   16 von 20
SERVICE                   11 von 15
BONUS                      4 von 5
INDEX:                     0,95/1,96

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