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Birdies auf dem Balkan

Bulgarien lädt ein zu Golfrunden hoch über weißen Klippen oder mitten im Gebirge

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Autor

Achim Matschiner

Bulgarien. Balkan. Schwarzes Meer. Bestimmt hatten viele dieses Land nie wirklich auf dem Radar, jedenfalls nicht in golferischer Hinsicht.

Wir auch nicht. Obwohl diese Geschichte bereits vor einigen Jahren angefangen hat, als die ersten Prospekte über Golf in Bulgarien ihren Weg in die Redaktion fanden. Große Namen wie Ian Woosnam, Gary Player, Jack Nicklaus oder Peter Harradine waren dort unter dem Stichpunkt »Architekt« zu lesen. Premium-Plätze und -Resorts, hieß es da. Hm? Könnte man mal drüber nachdenken. Später dann, an einem Sonntagnachmittag im Winter 2010, sah ein Kollege auf Arte die Reportage "Die Fliegerkosmonauten" mit einem Porträt des Kosmonauten Georgi Ivanov, erster Bulgare im All – und einer der Wegbereiter für den Golfsport im Land. Hm? Kommt zur Ideensammlung Bulgarien, die damit zwar erneut umfangreicher wurde, aber auf unserer Prioritätenliste trotzdem nicht nach oben rutschte.

Da landete sie erst Anfang 2011, schlagartig, als ein verheißungsvolles Bild um die (Golf-)Welt ging: die sechste Spielbahn von Thracian Cliffs – dieses so grandios aussehende Halbinselgrün, das es aus großer Höhe zu treffen gilt. Wow! Unsere Ideensammlung verriet: Top-Resort in Balchik am Schwarzen Meer, aus der Feder von Golfikone Gary Player. Und als Player selbst dann noch behauptete, dass dieser Platz sogar spektakulärer als Pebble Beach sei, war endgültig klar: Da müssen wir hin! Schnell wurden die verfügbaren Golfplätze recherchiert, Flüge organisiert, Golfschläger, Kameras, Rechner verpackt – und ab ging’s an den Balkan.

Und, das schon mal vorweg, der Trip hat sich gelohnt. Denn wir fanden ein ganz anderes Bulgarien vor, als es die Goldstrand-Bilder in den Pauschalreisekatalogen zeigen. Wir spielten großartige Golfplätze inmitten prächtiger Kulissen. Wir erlebten eine sehr familiäre und offenherzige Stimmung. Und wir genossen das sehr kosmopolitische Flair, das durch Gäste und Mitglieder aus aller Herren Länder generiert wird. Australier, Iren, Engländer, Deutsche, Rumänen, Russen, Amerikaner – hier trifft man beim Golfen Menschen aus der ganzen Welt, wird gerne in deren gesellige Runden aufgenommen und hat das Gefühl, wahrlich herzlich willkommen zu sein.

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Bis zu 70 Meter hoch ragen die Klippen des Kaps östlich von Balchik aus dem Meer und bieten einen sagenhaften Ausblick auf die riesige Bucht zwischen Varna und Kap Kaliakra. Robben und Delphine kann man beobachten, mit dem Boot raus auf die See fahren oder einfach nur am Strand das Leben in vollen Zügen genießen. Schnell macht sich Gelassenheit breit und verbannt jegliche Anspannung in eine geheime Schublade. Obendrein katapultieren das Klima, das Flair und die Freundlichkeit der Einheimischen den Besucher ohnehin in eine andere Welt. Eine Welt, in der übrigens auch Golf eine immer bedeutendere Rolle spielt. Hier an der Steilküste sogar eine erstklassige Rolle, weil die Resorts auf Top-Niveau agieren. Hier haben zwei große Männer des Golfsports echte Zeichen gesetzt – und alle einzelnen Elemente, vom Clubhaus über den Service bis zur ausgezeichneten Gastronomie und der erstklassigen Unterkunft, fügen sich hervorragend zu einem großen Ganzen zusammen. Gary Player und Ian Woosnam kreierten die drei Plätze im Nordosten Bulgariens – Woosnam entwarf Lighthouse, Player BlackSeaRama und als zweites Werk Thracian Cliffs. Besonders der sportbesessene Connaisseur Player hat dabei in allen Belangen seine Handschrift hinterlassen: Egal welches Resort man aufsucht, beide sind wahre Highlights. Hier wird auf die kleinsten Details geachtet, und man muss als Gast schon ganz penibel suchen, um vielleicht einen triftigen Grund zur Klage zu finden.

Die unter den "Preferred Hotels & Resorts" gelistete Edelherberge von Thracian Cliffs etwa ist fast wie kleines "Minas Tirith" für Golfer direkt an die Klippen am Schwarzen Meer gebaut. Allerdings im modern-maritimen Stil gestaltet, die Studios und Suiten sind mehr als geräumig und sehr elegant konzipiert, dazu kommen exklusive Shops, Bars, Restaurants, Spa, Wellness, Tennis, Pool und vieles mehr, was das Herz sonst noch begehrt. Zudem ist hier alles auf sehr kurzen Wegen erreichbar. Zum exklusiven Angebot gehören ferner zwei Privatstrände unterhalb des Golfplatzes (einer für Gäste, einer für Eigentümer), per Buggy-Shuttle erreichbar, an denen man das Leben bei feinen Speisen und Getränken aus vollen Zügen genießen kann. Und was will man nach einer Runde Golf auf einem Platz wie dem hiesigen noch mehr?

Nur wenige Autominuten entfernt, auf der Steilküste thronend, liegen die beiden Resorts Lighthouse und BlackSeaRama. Letzteres glänzt mit wohltuender Weitläufigkeit, schönen und stilvoll eingerichteten Bungalows sowie unaufdringlichen Apartment-Komplexen der kleineren Bauart und lädt entsprechend zum Relaxen ein. Wer hier auf den Gebrauch von Buggy oder Auto verzichten will, dem stehen am eleganten Clubhaus hochwertige Mountain-Bikes zur Verfügung, die sich nicht nur für den individuellen "Muskel-Shuttle" zur Unterkunft oder zum Wellness-Bereich eignen, man kann damit auch gleich die Umgebung mit dem spektakulären Blick über die Bucht erkunden. Und zur Tiefenentspannung gibt es im Clubhaus ein zur Seeterrasse hin offenes Schwimmbad, das sich hervorragend für eine Morgenrunde oder einen Sundowner im erfrischenden Nass anbietet. Außerdem verfügt BlackSeaRama sogar über einen eigenen Weinanbau, dessen Merlot hervorragend mundet und unter dem Label des Hauses vertrieben wird – übrigens nur einer der unzähligen Tropfen, die hier auf der Karte stehen.

GJ-TOP 5

1 Thracian Cliffs: Diese 18 Löcher muss man einfach gespielt haben

Pirin-Gebirge: Einfach mal den Golfplatz Golfplatz sein lassen und einen Abenteuerausflug in die Berge machen. Angebote wie Reiten, Kanufahren, Fischen etc. gibt es sowohl im Resort als auch in den umliegenden Ortschaften. 

Leckereien: Bulgariens Küche ist reichhaltig und schmackhaft. Auch wenn man sich gerne international orientiert – "Baniza mit Boza" oder "Kaschkawal"-Käse aus Schafsmilch sind ein echter Gaumenschmaus.

4 Balchik: Neben der Altstadt lädt auch der 1924 von Königin Marie von Edinburgh angelegte Botanische Garten mit seinen über 3.000 Pflanzenarten zu einem entspannenden Spaziergang ein.

5 Zagorka: Fast überall werden internationale Biere wie Beck’s, Budweiser oder Heineken angeboten, doch die kennt man von zuhause. Das bulgarische Zagorka ist ein herrlicher Durstlöscher, der wirklich gut schmeckt – vor, nach oder auch während der Runde.

Auch Lighthouse, direkt an BlackSeaRama angrenzend, besticht durch reichlich offene Fläche und exquisite Unterkünfte. Das kürzlich eröffnete 5-Sterne-Hotel, mit diversen Restaurants, Bars und Pool, bietet reichlich Luxus – und das Clubhaus, mit seiner umlaufenden Dachterrasse samt Golfplatzblick (Tipp: Dine & Wine bei Sonnenuntergang), steht diesem Niveau in nichts nach. Und dann gibt es hier noch zwei Persönlichkeiten, die wirklich erwähnenswert sind: der Head-Pro Demis Papillon, ehemaliger Top-Amateur aus Australien und später Playing-Pro in den USA, sowie Terry Fenton, ein 50-jähriger "Frührentner" und Handicap-5-Spieler aus London, der sich mit seiner Frau Nicky ein Anwesen in der Nähe von Balchik plus ein Apartment in Lighthouse als Ruhesitz gekauft hat und komplett nach Bulgarien übersiedelte. Die beiden Männer sind eine echte Institution im Club und laden Gäste gerne spontan zu einer gemeinsamen Runde ein. Da wird dann zwar gerne gezockt, aber der Spaß am Spiel steht kategorisch im Vordergrund und sorgt so – wir konnten es im Zwei-gegen-Zwei-Matchplay live miterleben – für pure Freude. Darüber hinaus pilgern Nicky und Terry quer durchs Land und genießen die schier unerträgliche Leichtigkeit des Seins auf Bulgariens Plätzen. Terry schaffte es im Übrigen im letzten Jahr bis zu einem Qualifikations-Event für die British Senior Open, verpasste aber am Ende leider doch den Einzug ins Turnier.

Gebirgsgolf im Westen des Landes

Die relative Nähe zur Hauptstadt macht die beiden Anlagen von Pravets und Pirin zu einem besonders attraktiven Ziel für Golfer. Vor allem Pravets lohnt sich dabei auch mal für eine spontane Runde von Managern während einer Dienstreise – ist das Resort doch nur knappe 45 Minuten von der Stadtmitte entfernt. Direkt am See der kleinen Ortschaft liegt das RIU Pravets Resort, dessen Golfplatz von Peter Harradine entworfen und von der ebenso renommierten Braemar Group geleitet wird. Allein die umliegenden Berge sorgen hier für ein besonderes Flair, und der See zwischen Hotel und 18-Löcher-Anlage tut ein Übriges dazu. Im vergangenen Jahr wurde hier die PGA Championship of Europe ausgetragen, also die Golflehrer-EM, der Platz war beim GJ-Besuch in einem Top-Pflegezustand. Bedingt durch die hohen Standards des Managements aus St. Andrews bleiben hier weder auf dem Platz noch in Sachen Training Wünsche offen. Wer etwa nicht nur während der Runde, sondern auch danach sein Spiel verbessern möchte, dem stehen alle erdenklichen Möglichkeiten zur Verfügung: FlightScope, SAM PuttLab, Fitting-Center, hervorragend ausgebildete Pros. Und der Ausblick vom Clubhaus lässt den Spieler ohnehin kaum aus dem Schwelgen heraus kommen – vor allem das riesige Doppelgrün von Bahn 9 und 18 ist sehr imposant. Ambiente wie Ausstattung sind nahezu perfekt. Und auch das gegenüberliegende 242-Zimmer-Hotel, auf dessen Terrassen man ebenfalls schier unzählige Sprachen der Welt zu hören bekommt, legt ein tolles Niveau an den Tag, weshalb (Golf-)Urlauber wie auch Geschäftsleute gerne hierher kommen.

Am Fuße des Pirin-Gebirges im Süden Bulgariens, etwa zweieinhalb Stunden von Sofia entfernt, liegen schließlich die beiden Orte Bansko und Pirin. Ersterer ist durch den alpinen Skizirkus eine internationale Größe geworden – Pirin hingegen ist derzeit auf dem besten Weg dahin. Und das auch mit einer Überraschung: Sobald man das Areal des Pirin Golf Resort mit seinem Country-Club betritt, fühlt man sich bildlich geradezu in die Rocky Mountains versetzt. Architektonisch ähnlich üppig, aber dem Umland entsprechend, wurde hier eine kleine Stadt errichtet, die man während seines Aufenthalts eigentlich nicht mehr zu verlassen braucht. Was auch nicht wirklich nötig ist, denn hier kann man sich hervorragend gleich einige Tage lang beschäftigen. Hauptsächlich natürlich mit Golf. Doch zum Ausgleich drängen sich Aktivitäten wie Mountain-Biking, Reiten, Fischen und Kanufahren oder einfach nur die vielzitierte "baumelnde Seele" im Spa geradezu auf. Zudem sind reichlich Bars und Restaurants im Village verteilt. Die Golfanlage in Pirin hat übrigens ebenfalls Ian Woosnam entworfen, hier sogar mit der Möglichkeit, einen Executive-Course obendrauf zu packen. Entsprechend international ist in Pirin auch die Klientel: Im Juni 2011 trafen sich hier zum Beispiel alle Botschafter aus Sofia zu einem Diplomaten-Turnier in entspannter Atmosphäre, auch golfende Profis aus dem Skizirkus wie Lindsey Vonn & Co. hauen hier gerne mal auf die weiße Kugel. Ein sehr spannendes Fleckchen Golfererde, für das sich durchaus ein mehrtägiger Aufenthalt empfiehlt.

Und definitiv eine Empfehlung gibt es dann auch von GJ für das Reiseziel Bulgarien. Denn mit "Birdies auf dem Balkan" meinen wir nicht nur, dass Ihre Bälle auf den schönen Plätzen möglichst früh fallen sollen – damit meinen wir vor allem, dass ein Golfurlaub hier auch im internationalen Vergleich "unter Par" abschneidet.

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