Das GJ-Score-System
Golfplatztests: Das GJ-Score-System

So wird bewertet

Unser Golfplatz-Testsystem GJ-Score basiert auf insgesamt sechs Kategorien. Welchen Anteil diese an den maximal 100 Punkten haben und was dabei alles bewertet wird, lesen Sie hier.

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Günter O. Reiter hat das GJ-Score-System maßgeblich mitentwickelt und als Excel-Spezialist die Formeln entworfen, die aus den Eindrücken unserer Platztester Punkte werden lassen.

Anspruch, Zustand, Design, Kulisse, Service und Bonus: Das sind die sechs Testkategorien des Bewertungssystems GJ-Score, mit dem GOLF JOURNAL seit Anfang 2005 Golfplätze in aller Welt wirklich objektiv bewertet. Und dazu kommt mit GJ-Index noch eine einzigartige Kennziffer, die dem Golfer auf einen Blick zeigt, welches Preis-Leistungs-Verhältnis ein Platz bietet.

Ein umfangreicher, detaillierter Fragenkatalog, einheitliche Kriterien und eine objektive Testmethodik: Das sind die größten Vorzüge des 100-Punkte-Systems GJ-Score, das deshalb von vielen in der Szene auch als »Golfplatz-TÜV« bezeichnet wird. Inzwischen haben unsere Tester damit mehr als 1.000 Golfplätze bewertet – und gingen dabei in insgesamt 61 Ländern sowie auf allen fünf Kontinenten an den Abschlag.

Die große Expertise und Neutralität in der Bewertung von Golfanlagen ist aber nur ein Aspekt, von dem Golfer aller Spielstärken profitieren. Denn GJ-Score bietet noch eine weitere Besonderheit: Dank der sechs unterschiedlich gewichteten, separat aufgelisteten Testkategorien lassen sich gezielt jene Plätze herausfiltern, die genau zu den eigenen Vorlieben passen.

Zwei Beispiele dafür: Wer gerne auf einem leichteren Parcours spielt, muss nur darauf achten, dass der in der Kategorie Anspruch eher wenige Punkte hat. Und wer am liebsten in herrlicher Landschaft golft, sucht sich einen Platz, der viele Punkte in der Kategorie Kulisse erhalten hat. Zum besseren Verständnis hier unsere sechs Testkategorien im Überblick (in Klammern die jeweils maximal mögliche Punktzahl):

Sportliche Herausforderung und Pflegezustand

Anspruch (24): Welche sportliche Herausforderung ein Golfplatz bietet, errechnet GJ zum weitaus überwiegenden Teil aus den Course-Rating- bzw. SSS-Werten (je nach System des jeweiligen Landes). In die Bewertung des Schwierigkeitsgrads fließen natürlich Damen- und Herrenabschläge ein – außerdem kommt noch eine gering gewichtete Eigenbeurteilung unseres Platztesters hinzu.

Zustand (12): Bei der Platzpflege steht für GJ vor allem die Qualität der Grüns im Vordergrund, dafür gibt’s die meisten Punkte. Parallel dazu wird selbstverständlich auch der Zustand von Fairways, Vorgrüns, Bunkern, Abschlägen und Semirough unter die Lupe genommen. Zu beachten dabei: Die GJ-Tester können hier immer nur eine »Momentaufnahme« von dem einen Tag liefern, an dem sie den Platz gespielt haben. Der Platzzustand kann also bei Ihrem Besuch sowohl besser als auch schlechter sein!

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Platzgestaltung und landschaftliche Lage

Design (24): In dieser Kategorie wird anhand von knapp zwei Dutzend Einzelkriterien ermittelt, ob ein Platz Abwechslung bietet und auch etwas Strategie erfordert. Oder, anders gesagt: Ob die Runde hier Spaß macht. Bewertet werden dabei u.a. Form, Größe und Ondulierung der Grüns, Verlauf und Länge der Spielbahnen, die Platzierung von Sand- und Wasserhindernissen sowie die Fairness und der Erinnerungswert des Designs. Ob das Layout aber von einem berühmten Golfplatzarchitekten stammt oder nicht, ist in GJ-Score ohne Belang.

Kulisse (20): Bei den meisten Golfern spielt – gerade im Urlaub! – auch »das Auge« mit, und deshalb befasst sich GJ intensiv mit der landschaftlichen Lage. Dabei wird zum einen die Schönheit der allgemeinen Topographie (z.B. Berge, Meer, Wald, Heide, Wüste) der Golfplätze benotet. Zum anderen suchen wir nach optischen oder akustischen Störfaktoren, darunter Hochspannungsmasten, Häuser am Fairway-Rand, Verkehrs- oder Fabriklärm etc.

Serviceeinrichtungen und Renommee

Service (15): Hier sammeln vor allem natürlich jene Golfanlagen viele Punkte, die überdurchschnittlich gute Übungsmöglichkeiten besitzen (Driving-Range, Putting-Grün usw.). Darüber hinaus interessieren wir uns aber auch für die Einrichtungen im Clubhaus (u.a. Umkleiden, Restaurant) sowie diverse Komfortmerkmale (z.B. Carts, Ballwascher, Startzeitenreservierung via Internet).

Bonus (5): Für viele Golfer spielen auch Aspekte wie Tradition oder Prestige eine wichtige Rolle. Der Old Course von St. Andrews, Pebble Beach oder Valderrama gelten nicht umsonst als »Traumplätze«. Aus diesem Grund vergibt GJ hier ein paar Extrapunkte an Clubs, die mit einer langen Historie glänzen, und auch für Plätze, auf denen wichtige, renommierte Turniere ausgetragen wurden – vom Ryder Cup über die Majors bis hinunter zur Amateur-WM.

GJ-Index – die Preis-Leistungs-Information

Als Ergänzung des 100-Punkte-Systems hat GOLF JOURNAL mit GJ-Index noch einen weltweit einzigartigen Service entwickelt – denn diese Kennziffer verrät dem Golfer auf einen Blick, welches Preis-Leistungs-Verhältnis ein Platz bietet. Dazu setzen wir den Erlebniswert einer Golfrunde, also die in GJ-Score erzielten Gesamtpunkte, in Relation zu den Kosten für ein reguläres Greenfee an Wochentagen.

Wenn sich dabei ein Indexwert von 1,0 errechnet, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis auf dieser Golfanlage angemessen. Steht dagegen eine Null vor dem Komma, ist der Platz nach unserer Einschätzung überteuert – und höhere Indexwerte als 1,0 zeigen folgerichtig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis an. Und wenn hinter dem GJ-Index noch ein zweiter Wert in Klammern steht? Dann bezieht sich dieser auf vergünstigte Greenfee-Preise wie z.B. Early-Bird- oder Twilight-Raten.

Bleibt noch die Frage mancher Golfer, warum sie beim GJ-Index keinen »logischen Zusammenhang« zwischen Punkten und Greenfee erkennen können. Das ist rasch erklärt: Unsere spezielle Formel für die Preis-Leistungs-Kennziffer arbeitet nicht mit einer linearen Gerade, sondern mit einer exponentiellen Kurve! Der Grund dafür: Die Golfwelt funktioniert ja genauso wie die übrige Wirtschaft – ob Berühmtheit, Image, Tradition, das alles wird vom Besitzer eingepreist und macht sein Produkt kostbarer und kostspieliger. Ein Mercedes kostet mehr als ein Lexus, eine Miele-Waschmaschine ist teurer als eine von AEG.

Für Top-Plätze werden deshalb – vor allem im angelsächsischen Raum – nun mal mindestens 150, 250 oder noch mehr Euro pro Runde fällig. Und genau das berücksichtigt unsere exponentielle Formel. Ein paar Beispiele: Wenn eine Durchschnittswiese mit 50 GJ-Score-Punkten ein typisches Greenfee von 50 Euro kassiert, dann ergibt das einen GJ-Index von 1,02. Ein Spitzenplatz mit 72 Punkten, der nur 72 Euro verlangt, kommt dagegen auf 1,29. Und für einen Weltklasseplatz mit 85 Punkten errechnet sich bei 85 Euro sogar ein Indexwert von 1,49.

Und wenn Sie sich jetzt fragen, wie gut nun eigentlich ein Golfplatz mit 60, 70 oder 80 Punkten ist, dann klicken Sie einfach mal hier. Denn in diesem Artikel liefern wir – ergänzt durch viele Bilder und Beispiele – hilfreiche Informationen, damit Sie unsere Testergebnisse besser einordnen können.

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