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GOLF JOURNAL Travel Awards 2018

Ein Hoch im Norden

Bei der 17. Auflage der großen Leserwahl von GOLF JOURNAL wurde der Links-Kurs des GC Budersand Sylt erstmals zum »beliebtesten Golfplatz in Deutschland« gekürt.

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Günter O. Reiter

ist stellvertretender GJ-Chefredakteur und Spezialist für Reise- und Wirtschaftsthemen rund um die Golfbranche

Kurzreisen zu nicht allzu weit entfernten Zielen sind derzeit ja einer der ganz großen Touristiktrends. Und das gilt offenbar auch für Golfer: Bei den GOLF JOURNAL Travel Awards 2018 konnten jedenfalls Plätze und Destinationen in Deutschland und Österreich besonders viele Stimmen sammeln.

Eines muss man den GJ-Lesern und -Usern lassen: Was ihre Vorlieben im Golfurlaub betrifft, zeigen sie sich ebenso unabhängig wie unvorhersehbar. Denn in den nunmehr bereits 17 Jahren unserer Leserwahl kürten sie immer wieder (teils überraschende) Sieger, straften langjährige Favoriten plötzlich ab oder verhalfen so manchem Kandidaten zu einem erstaunlichen Aufstieg.

Und das ist auch gut so! Schließlich verrät es zum einen, dass die Präferenzen von »ganz normalen« Golfspielern doch häufig etwas anders gelagert sind als die von Pros, Promis, Präsidenten oder Platzarchitekten. Und es belegt zum anderen, dass wir in der Redaktion keinerlei Einfluss auf die Ergebnisse der GOLF JOURNAL Travel Awards nehmen. Bei dieser »Volksabstimmung« für Golfer kann jeder Teilnehmer – ganz ohne irgendwelche Vorgaben! – seine persönlichen Lieblinge wählen.

Und dass da die Geschmäcker oft sehr verschieden sind, zeigt sich an dem vergleichsweise niedrigen Stimmenanteil, der in den meisten der sieben Kategorien für den Sieg ausreichte (s.a. Download-Link unten). Das beste Beispiel dafür ist die Kategorie »Beliebtester Golfplatz Europa«: Hier votierten die diesmal insgesamt 1.238 Teilnehmer für sage und schreibe 267 unterschiedliche Plätze, von den Lofoten ganz oben bis hinunter zu den Kanaren.

Das sind Ihre Lieblingsplätze

Selbst in Deutschland, mit seinen aktuell nur rund 730 Golfanlagen, wurden bei der 17. Ausgabe dieser Leserwahl stolze 222 verschiedene Favoriten genannt. An der Spitze entwickelte sich dabei ein Rennen, das so eng war wie noch nie: Gerade mal 0,6 Prozentpunkte trennen die fünf Erstplatzierten der Kategorie »Beliebtester Golfplatz in Deutschland« – das sind genau sieben Stimmen!

Und: Nur ein Jahr nach dem erstmaligen »Liebesentzug« für die beiden Plätze im GC St. Leon-Rot, die zuvor 15 Jahre lang den Sieg stets unter sich »ausgemacht« hatten, gibt es diesmal schon wieder einen neuen Gewinner: den GC Budersand Sylt. »Ein wunderschöner, top-gepflegter Links-Kurs mit unschlagbar freundlichem Personal«, schwärmt nicht nur Andrea Grauer aus Hohenpolding (Oberbayern) von der Anlage im hohen Norden.

Ausgerechnet der Platz, der 2017 für die bislang wohl größte Sensation bei Deutschlands traditionsreichster und populärster Golferwahl gesorgt hatte, tanzte damit nur einen Sommer. Der GC Wiesensee, der nicht nur Melanie Dornis aus Straelen (Niederrhein) mit »traumhafter Lage« begeistert, wurde jetzt auf Rang zwei abgedrängt. Genauer gesagt, »T2«: Denn der St. Eurach L&GC bekam exakt gleich viele Stimmen und avancierte somit zum nationalen Aufsteiger des Jahres. »Anspruchsvoller Platz mit tollem Alpen-Blick«, erklärt dies der Kölner Werner Schmidt.

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Bei den beliebtesten Plätzen Europas kam es zu einer Neuauflage des mallorquinischen Duells um die Vorherrschaft – mit dem gleichen Ausgang wie im Vorjahr. Der Club de Golf Alcanada kann nun also seinen schon achten Triumph feiern. Die Argumente der GJ-Leser und -User dafür haben sich im Laufe der Jahre übrigens kaum verändert. »Die Pflege, die Aussicht, das Clubhaus«, lobt diesmal beispielsweise Jörg Helfmann aus dem südhessischen Eppertshausen.

Der zweite Top-Parcours auf der Lieblingsinsel der Deutschen, Golf Son Gual, behauptet Rang zwei. Für Dr. Klaus Wolber (Ravensburg) jedoch ist der Platz die persönliche Nummer eins: »In jeder Beziehung perfekt!« Und über die Bronzemedaille darf sich erstmals der GC Dolomitengolf Osttirol mit seiner Kurs-Kombi Rot + Blau freuen. »Top-Lage, tolles Bergpanorama«, sagt Dorothea Kiep aus dem thüringischen Wüstheuterode über die 36-Löcher-Anlage. Bemerkenswert: Mit Golf Eichenheim und dem GC Wilder Kaiser haben diesmal gleich drei Österreicher den Sprung in die Europa-Top-10 geschafft.

Sogar noch weniger spürbare Veränderungen gibt es bei den Golfplatzlieblingen im Rest der Welt. Nach der Siegpremiere im Vorjahr verteidigt der Ile aux Cerfs GC auf Mauritius hier souverän seinen Titel. Und die meisten Teilnehmerkommentare dazu lesen sich ähnlich wie der von Philip Yearley aus Salem am Bodensee: »einzigartige Lage«. »Einfach spektakulär« seien allerdings auch die 18 Löcher des Pinnacle Point Golf Course, meint Dietmar Witt aus dem hessischen Jossgrund, der mit seinem Votum den Südafrikanern dabei half, erneut die Silbermedaille abzuräumen.

Keine Autostunde davon entfernt liegt der Drittplatzierte im Ranking 2018: der Kurs The Links im Nobel-Resort Fancourt. »Einmalige Lage, Preis-Leistungs-Verhältnis«, beschreibt Doreen Weiss aus Forstinning (Oberbayern) kurz und knapp dessen Vorzüge. Auffallend in diesem Zusammenhang: Der »Rest der Welt« scheint für viele GJ-Leser und -User immer öfter nur noch aus Mauritius und Südafrika zu bestehen. Denn Golfanlagen dieser beiden Länder besetzen nicht nur komplett das Siegertreppchen, sondern auch acht Top-10-Plätze. Die »letzten Mohikaner« aus anderen Regionen sind Pebble Beach Golf Links und der Black Mountain GC.

Das sind Ihre Lieblingshotels und -Resorts

So unvorhersehbar das Wahlverhalten der Teilnehmer an den GOLF JOURNAL Travel Awards aber auch sein mag, zumindest in einer Kategorie zeigen sie eine unglaubliche Konstanz: bei den beliebtesten Golfhotels und -Resorts in Deutschland. Denn hier gibt es seit der ersten Abstimmung 2002 immer nur einen Gewinner – das Quellness Golf Resort in Bad Griesbach. Zwar hat sich der Name des Giganten aus Niederbayern im Laufe der Jahre mehrfach geändert, seine Beliebtheit jedoch eindeutig nicht. »Abwechslungsreiche Plätze und 1a Übungsmöglichkeiten«, so der Hamburger Thomas Wanekel, sind sicher mit ein Grund dafür.

So haben Sie die Gewinner gewählt!

Die nunmehr schon zum 17. Mal durchgeführte GJ-Leserwahl folgt seit 2002 einem sehr simplen Schema: Mitmachen kann jeder, also Abonnenten, Kioskkäufer und natürlich auch alle Besucher unserer Website. Jeder Teilnehmer hat eine Stimme pro Kategorie. Er kann dabei seine Favoriten völlig frei wählen, denn eine Vorschlagsliste der Redaktion gibt es nicht. Am Ende werden dann einfach alle Stimmen zusammengezählt – und damit stehen die Sieger und Platzierten in den sieben Kategorien fest!

Auf Rang zwei folgt dann das nächste Indiz, dass 2018 nicht nur meteorologisch betrachtet »ein Hoch über dem Norden« der Republik liegt. Denn dort grüßt das Balmer See Hotel Golf Spa auf Usedom erstmals mit einer Top-3-Platzierung – weil es ein »wunderbares Resort auf einer wunderbaren Insel« sei, wie Sabine Hansen aus Hamburg schreibt. Jedenfalls drängte der Aufsteiger des Jahres dadurch das Lindner Spa & Golf Hotel Weimarer Land um eine Position ab, das von Lucia Menger aus Walldorf nahe Heidelberg als »stylisches Haus« gelobt wird.

Ein weiterer »Dauerbrenner« unter den Golferfavoriten scheint sich langsam aber sicher nun auch in der Wertung »Beliebtestes Resort & Hotel International« anzukündigen. Denn nachdem es hier von 2010 bis 2014 noch vier verschiedene Sieger gegeben hatte, wurde das Dolomitengolf Hotel & Spa in Osttirol jetzt bereits zum vierten Mal in Serie auf Platz eins gewählt. Eine typische Begründung dafür liefert Arno Topüth aus Mönchengladbach: »Tolles Suites-Hotel plus vier Mal neun top-gepflegte Löcher«.

Dahinter kann in diesem Jahr das Constance Belle Mare Plage seine Rückkehr in die Medaillenränge feiern. »Herrliches Hotel, freies Spiel auf zwei herrlichen Plätzen«, beschreibt der Stuttgarter Dieter Mayer seine Erfahrungen in dem Resort auf Mauritius, das 2008 schon mal Gold holte, danach aber ein bisschen in der Versenkung verschwand. Auf Platz drei liegt wie im Vorjahr das Lindner Golf & Wellness Resort Portals Nous. »Schönes Ambiente und gute Qualität«, sagt Peter Adelsberger aus Frankfurt, der zu jenen zählt, die das Haus auf Mallorca als ihre Lieblingsadresse außerhalb Deutschlands bezeichnen.

Das sind Ihre Lieblingsziele und -Airlines

Apropos: Dass Mallorca auch bei den GOLF JOURNAL Travel Awards 2018 wieder als beliebteste Destination für den Golfurlaub grüßt, ist sicher keine Überraschung. Denn seit 2007 hatten sich die GJ-Leser und -User in dieser Kategorie ohnehin nur für zwei Ziele entschieden: entweder für die Balearen-Insel oder für das türkische Belek, das aber seinen »Totalschaden« aus dem Vorjahr (GJ 6/17) noch nicht überwunden hat. »Kurze Flugzeit, super Plätze, gutes Wetter«, erläutert beispielsweise Brigitte Kanzow aus Berlin, warum »Malle« für sie und viele andere die Nummer eins ist.

Als Vizemeister grüßt eine Region, die, wie Sportjournalisten gerne sagen, eigentlich immer für einen Medaillenrang gut ist: die Algarve. Die Portugiesen kletterten dieses Jahr um drei Plätze nach oben, weil hier »alles bestens ist: Golf, Essen, Trinken etc.«, wie Jean-Claude Bisenius aus Mersch (Luxemburg) aufzählt. Und Rang drei belegt die südafrikanische Destination Kap-Region/Garden Route, über die der Berliner Harald Weber sagt: »tolles Klima, viele sehr gute Plätze«. Interessant ferner: In den Top 10 der Lieblingsziele finden sich gleich zwei deutsche Destinationen – Bad Griesbach und, zum ersten Mal überhaupt, Usedom, also ein weiterer Beleg für das Hoch im Norden.

Dass die Rangliste der beliebtesten Fluglinien der Golfurlauber in diesem Jahr etwas anders aussehen würde, war natürlich schon vor Beginn der Leserwahl 2018 klar. Denn durch die Pleite von Air Berlin fiel ja nicht irgendeine Airline weg, sondern ein Top-Favorit, der seit 2003 immer unter den ersten Drei gelandet und drei Mal sogar zur Nummer eins gekürt worden war. Der größte Profiteur dieser Entwicklung ist die Lufthansa. Die Kranich-Flieger holten jetzt ihren dritten Sieg in Folge und bündelten dabei ein sattes Drittel aller Stimmen. Laut Christine Masur aus Bielefeld hat das folgende Gründe: »Vertrauensvoll, garantiert sicher – der wertvolle Urlaub beginnt!«

Und im Gefolge der Air-Berlin-Insolvenz stieg auch die LH-Tochter Eurowings auf zuvor unbekannte Höhen. Dank »preiswerter und pünktlicher Flüge«, wie etwa Jürgen Becker aus Singen schreibt, gelang jetzt zum ersten Mal die Punktlandung auf dem Siegertreppchen: Rang zwei. Bei Condor hat man da definitiv mehr Medaillenerfahrung: 17 Jahre lang in den Top 10, 2006 Sieger und nun zum elften Mal auf Platz drei. Kein Wunder, wenn Johann Nocker aus dem oberbayerischen Kreuth dazu einfach nur sagt: »Eine Fluglinie mit gutem Service!«

Letzteres denken übrigens nach wie vor auch sehr viele GJ-Leser und -User über Air Berlin. Denn obwohl die Schoko-Herzchen-Airline zum Zeitpunkt dieser Abstimmung schon längst pleite war, erhielt sie immer noch so viele Stimmen, dass es im Ranking für Platz fünf gereicht hätte. Doch in diesem Fall gab es bekanntlich ja kein Hoch im Norden.

Das komplette Top-10-Ranking in den sieben Kategorien gibt es natürlich als PDF zum Download. Und eine Übersicht aller Gewinner der Tombola, die mit ihren attraktiven Preisen (u.a. acht Hotel-Greenfee-Packages in Deutschland) seit jeher ein fester Bestandteil der GOLF JOURNAL Travel Awards ist, finden Sie hier

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