Golfregeln-2019-Pro und ContraWie gut Sie driven - ein Fragebogen
Golfregeln: R&A und USGA führen weitreichende Änderungen ein

Schneller golfen!

Die beiden obersten Regelhüter im Golfsport haben die bislang 34 »Rules of Golf« auf nur noch 24 zusammengestrichen. Klares Ziel der teils signifikanten Neuerungen: kürzere Rundenzeiten!

Anzeige

Am 1. Januar 2019 geht's los, dann gelten für uns alle neue Golfregeln. Seit 2012 schon hatten die zuständigen Gremien von R&A und USGA an einer Modernisierung ihres oft komplizierten Regelwerks gebastelt, bis August 2017 konnte dann jedermann Verbesserungsvorschläge an die beiden Verbände senden, im vergangenen März schließlich wurde die endgültige Version der neuen »Rules« veröffentlicht (GJ berichtete).

Interessant dabei: Der R&A und die USGA haben nicht nur die geplante Reduzierung auf nur mehr 24 Regeln tatsächlich umgesetzt. Sie haben zudem auch gleich noch über 300 der sogenannten »Decisions« integriert, die von vielen ja als »versteckte« Regeln angesehen wurden. Und damit nicht genug, überraschte man mit drei wesentlichen Neuerungen, die erst aufgrund des Feedbacks von Golfern aus aller Welt eingebaut wurden:

* Aus- bzw. verlorener Ball: Hier ist künftig ein Drop an der Verluststelle erlaubt. Der Spieler kassiert dafür zwei Strafschläge, muss aber – spart Zeit! – nicht mehr zum Ort seines ursprünglichen Schlags zurück gehen. Wichtig: Dies gilt derzeit als »Local Rule«, muss im Turnier also vom Club genehmigt werden.

* Droppen: Der ausgestreckte Arm auf Schulterhöhe ist passé, künftig muss man den Ball aus Kniehöhe fallen lassen.

* Doppelschlag: Wer den Ball versehentlich zwei Mal trifft, bekommt jetzt keinen Strafschlag mehr.

3 statt 5 Minuten Suchzeit

Außerdem hat es auch eine ganze Reihe der Änderungsvorschläge aus dem Frühjahr 2017 (GJ berichtete darüber ausführlich in Heft 4/17) ins neue Regelbuch geschafft. Hier die wichtigsten davon kurz zusammengefasst:


* Putten: Die Fahne darf beim Schlag auf dem Grün im Loch stecken bleiben. Auch Spikes-Löcher und ähnliche Schäden dürfen dort jetzt straffrei repariert werden.

* Bunker: Lose Gegenstände kann man künftig entfernen. Und ein unspielbarer Ball darf auch von außerhalb des Bunkers geschlagen werden – das bringt einem aber zwei Strafschläge ein.

* Bewegter Ball: Wer die Kugel auf dem Grün oder bei der Suche im Rough versehentlich (!) bewegt, erhält keinen Strafschlag mehr.

* Spielgeschwindigkeit: Für die Ballsuche bleiben künftig nur noch drei statt fünf Minuten. Ferner wird empfohlen, dass die Spieler für einen Schlag nicht länger als 40 Sekunden benötigen und im Zählspiel generell auf »Ready Golf« setzen sollen. Heißt: Wer als erster bereit ist, haut drauf, nicht mehr der am weitesten vom Loch entfernte Golfer.

Anzeige

Anzeige

Diskussionsbedarf im Flight?

Dass gleich mehrere dieser Regelanpassungen das Golfspiel beschleunigen und damit die Rundenzeiten verkürzen können, liegt auf der Hand. Ebenso auch, dass einige der Neuerungen den Sport bzw. seine Regularien leichter verständlich und fairer machen können. Etwas fraglich erscheint aber, ob mit diesen Korrekturen das dritte erklärte Ziel von R&A und USGA zu erreichen ist: endlich wieder mehr Menschen zum Golf zu bringen...

Darüber hinaus birgt so manche neue Regelung sogar neues Konfliktpotenzial. Beispielsweise die Frage, wann ein Ball »versehentlich« bewegt wurde – oder die Suchzeitbegrenzung auf drei Minuten. Diese beiden Neuerungen könnten nach GJ-Ansicht durchaus für »Diskussionsbedarf« oder gar Zoff im Flight sorgen.

Speziell das neue »Zeitfenster« von nur noch drei statt bislang fünf Minuten wird auch bei uns in der GJ-Redaktion kontrovers diskutiert (mehr dazu hier bei Pro & Contra).

Außerdem hatten wir bereits im Mai unsere Leser und User gebeten, selbst mit in die Debatte einzusteigen – das Ergebnis unserer damaligen »Frage des Monats« lesen Sie hier

Anzeige