Bad Griesbach – Bundesliga Cup5 Jahre Open.9
Bundestagswahl 2017: Wenn allein der Golfsport zählen würde

Sechser-Pack

Deutschland hat gewählt – und mit satten 709 Abgeordneten für einen neuen »Spieler-Rekord« in Berlin gesorgt. Doch wie würde das Parlament aus der ganz speziellen Golfperspektive aussehen?

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Günter O. Reiter

ist stellvertretender GJ-Chefredakteur und Spezialist für Reise- und Wirtschaftsthemen rund um die Golfbranche

Die Bundestagswahl 2017 ist gelaufen, das Ergebnis steht fest. Doch was wäre, wenn nicht die Bevölkerungszahl in den einzelnen Bundesländern über die Stärke der nunmehr sechs Fraktionen im Berliner Parlament entscheiden würde, sondern allein die Zahl der Spieler in den Landesgolfverbänden? GOLF JOURNAL hat’s ausgerechnet.

Sechs Fraktionen, 709 Abgeordnete – der 19. Deutsche Bundestag ist der mit Abstand umfangreichste in der knapp 70-jährigen Geschichte dieser Republik. Damit nicht genug, sorgt der frisch gewählte »Sechser-Pack« derzeit auch aufgrund seiner noch nie da gewesenen Parteienzusammensetzung für reichlich Gesprächsstoff. Und das brachte GJ jetzt auf die Idee mal nachzuprüfen, wie das Parlament denn aussehen würde, wenn allein der Golfsport maßgeblich wäre. Das Fazit vorweg: Ein bisschen anders...

Für das GOLF JOURNAL-Parlament mussten wir zunächst einmal die Anteile der einzelnen Bundesländer an den 709 Sitzen im Bundestag ziemlich kräftig »umverteilen«. Denn in der richtigen Politik hängt die Aufteilung der mindestens 598 Abgeordnetensitze ja vom Anteil der Bundesländer an allen Wahlberechtigten ab. Im Golfparlament dagegen entscheidet natürlich der Anteil der einzelnen Landesgolfverbände (LGV) an allen DGV-Clubgolfern darüber, wer wie viele Sitze bekommt.

Daraus resultieren dann teilweise ganz erhebliche Unterschiede. Die Profiteure dieser »Wahlreform« sind insbesondere die LGV von Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein, weil diese Bundesländer eine überdurchschnittlich hohe Golferdichte aufweisen. Die höchsten Sitzeinbußen verzeichnete der Osten Deutschlands, weil infolge der dort recht geringen Golfverbreitung die Aktivenzahlen in den LGV von Berlin/Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen sehr niedrig sind. (Für Insider: Wir haben die Sitze selbstverständlich auch nach dem Sainte-Laguë-Verfahren berechnet.)

Bedingt durch diese neue Sitzverteilung erhielten übrigens – im Gegensatz zur Bundestagswahl – nicht alle Kandidaten mit den meisten Erststimmen in ihrem Wahlkreis eines der 299 Direktmandate. In Baden-Württemberg etwa schafften es bei der GJ-Wahl nur die 35 Wahlkreisgewinner mit dem höchsten Stimmenanteil (Bundestag: 38 Direktmandate). Hamburg hingegen darf sich im Golfparlament über gleich zehn statt nur sechs Sitze freuen.

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Trotz unserer neu zugeschnittenen Wahlkreise ist zumindest das Ergebnis bei den 299 Direktmandaten überraschend unspektakulär. Die Union erringt im GJ-Parlament ein paar Sitze mehr als im richtigen Leben, die SPD bleibt unverändert, die kleineren Parteien sind schwächer. Doch noch haben wir ja die Zweitstimmen nicht ausgewertet...

Deren Umrechnung bringt bei uns aktuell die Computer zum Glühen – und wie sich danach der 19. Deutsche Bundestag aus dieser ganz speziellen Golfperspektive darstellt, lesen Sie in der November-Ausgabe von GOLF JOURNAL (ab 25.10.17 am Kiosk).

 

© Bilder Bundestag: Shutterstock (2)

 

 

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