Prof. Dr. Michael MaierEin Update in Sachen Zecken
Interview

Augenbehandlung

»Kannst du mal mit gucken?«, ist wohl eine der meist gestellten Fragen an Tee 1.

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Chefredakteur GolfMedico

Antonio Marin

Gründer der Golfmedico. Fokussiert auf das gute, neugierige Gespräch in Sachen Golfmedizin.   

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Und eine Frage, die auch Tiger Woods seinen Mitspielern gestellt haben dürfte, denn auch er litt früher unter seiner Fehlsichtigkeit – bevor sich die Golflegende für eine Augenlaserkorrektur entschieden hat. Aufgrund der heute möglichen Behandlungen ist die Frage aber eigentlich überflüssig: Denn dank einer Augenbehandlung kann unscharfe Sicht schnell der Vergangenheit angehören. Wir haben uns auf die Suche nach den Spezialisten gemacht und sind in Hamburg fündig geworden. Privatdozent Toam Katz M.D. von Care Vision hat sich unseren neugierigen Fragen zu aktuellen Behandlungsmethoden gestellt. Ein Gespräch über Lasermethoden, Multifokallinsen und den Grauen Star...

Herr Katz, der Golfsport vereint ja auf besonders fordernde Weise das optische Zusammenspiel aus Nah und Fern. Eben noch den Ball am Abschlag fokussiert und im nächsten Augenblick der kleinen Kugel knapp 200 Meter hinterhergeschaut. Diese Kombination geht im Alter häufig nicht mehr optimal. Wo sehen Sie hier Ansatzpunkte, die nach einer Behandlung verlangen?

Zunächst einmal sind die Probleme ja von Golfer zu Golfer sehr individuell und erlauben kein »Gießkannenprinzip« in der Behandlung. Was sicherlich große Schnittmengen ergibt, ist die im Alter zunehmende Fehlsichtigkeit als Auslöser. Nur, der springende Punkt ist, dass das Gros der Golfer sich mit diesen Problemen auf dem Golfplatz gar nicht auseinandersetzen müsste. Auch im Privatleben, etwa beim Restaurantbesuch, dem Autofahren und zahlreichen weiteren Tätigkeiten unseres Alltags müsste eine Sehhilfe keine Rolle spielen. Heutzutage sind die Alters-, Weit- und Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung sowie der Graue Star dank der modernen Medizin sehr gut und schnell behandelbar. Scharfes Sehen kann das Leben enorm erleichtern und ist ein Plus an Lebensqualität.

Wie korrigiert man die Fehlsichtigkeit heutzutage? Lasern ist ja bereits fast jedem ein Begriff.
Die Augenlaserbehandlung ist sicherlich die bekannteste Behandlungsmethode. Auch im Golfsport übrigens: Tiger Woods und Retief Goosen sind dabei die prominenteren Namen. Sie wird seit über 25 Jahren durchgeführt und alleine unser Verbund hat europaweit bereits über 790.000 Augenlaserbehandlungen und insgesamt über 1 Million refraktive Behandlungen durchgeführt. Die Laserbehandlung ist zur Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmungen geeignet. Der Lasereingriff ist sehr sicher und jahrzehntelang erprobt. Ein Patient ist nach einer LASIK-Augenlaserbehandlung meistens nach 1-2 Tagen wieder arbeitsfähig.

Wie läuft denn so ein Eingriff ab?
Zunächst werden in der Voruntersuchung Ihre Augen umfassend untersucht und geprüft, ob sie für eine Behandlung in Frage kommen und wie die optimale Methode in Ihrem individuellen Fall aussieht. Eine Behandlung ist in den allermeisten Fällen möglich. Übrigens bieten wir auch Behandlungen am Wochenende an. So kann die Voruntersuchung an einem Freitag, die Behandlung an einem Samstag und die erste Nachuntersuchung am Sonntag erfolgen, so dass man montags ohne Brille wieder bei der Arbeit erscheinen kann.

Das hört sich ja sehr einfach an. Was ist, wenn ich Angst vor einem Eingriff am Auge habe? Gibt es Komplikationen?
Natürlich sind viele Patienten aufgeregt, andere kämpfen jahrelang mit der Entscheidung für ein brillenfreies Leben, obwohl sie sich von ihrem »Leidensdruck Brille« in 20 Minuten befreien könnten. Die meisten Patienten sind dann aber sehr überrascht, dass die Behandlung so kurz dauert. Alle Behandlungsmethoden, die wir anwenden, sind umfassend erprobt und werden sehr gut von den Patienten vertragen. Die größte Gefahr geht vom Patienten selbst aus, wenn er sich nicht an das hält was der Arzt ihm mit auf den Weg gibt. Risiken sind, wie bei jedem Eingriff am Körper, Infektionen und Entzündungen. Gegen Jemanden, der direkt nach dem Eingriff im Meer schwimmen geht und sich eine Infektion holt, ist jedoch auch die modernste und sicherste Methode machtlos (lacht).

Gibt es keine Komplikationen, die die Sehfähigkeit respektive das Augenlicht betreffen?
Nein. Man muss bedenken, dass wir beim Augenlasern nicht an den Sehnerv gehen. Wir arbeiten lediglich in der obersten Hornhautschicht.

Welche Behandlungsmethoden gibt es außerhalb des Laserns noch?

Wir behandeln Alterssichtigkeit (Presbyopie) mit dem Einsatz von Multifokallinsen. Die meisten kennen die Presbyopie durch das zunehmend schwerer fallende Lesen von Kleingedrucktem. Durch die abnehmende Elastizität der natürlichen Augenlinse, kann das Auge nicht mehr scharf sehen und sieht zunehmen verschwommen. Alterssichtige Menschen kennen das Problem durch das ständige Auf- und Absetzen der Brillen gut. Der Vorteil einer Multifokallinse ist der, dass dadurch scharfes Sehen in allen Entfernungen wiederhergestellt wird und der Graue Star gleich mitbehandelt wird. Liegt er noch nicht vor, wird ihm vorgebeugt. Gary Player ist übrigens ein sehr berühmter Golfer mit Multifokallinsen.

Wie wird so eine Multifokallinse eingesetzt?
Bei der Linsenbehandlung wird die natürliche Linse des Auges durch eine winzige Öffnung am Hornhautrand entfernt und durch eine multifokale Intraokularlinse ersetzt. Die Kunstlinsen bestehen aus einem sehr verträglichen, biokompatiblen Material und nehmen die Position der ursprünglichen natürlichen Linse ein. Die Linsen sind unsichtbar und können in der Regel ein Leben lang im Auge verbleiben.

Und wie lange dauert so ein Eingriff? Gibt es hier Risiken?
Ebenfalls nur ca. 10 Minuten pro Auge. Auch hier gilt, dass die Augen mittels Tropfen betäubt werden und die Erholungszeit der Augen nach der Behandlung sehr kurz ist. Meist können die Patienten schon 24 Stunden nach dem Eingriff wieder Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Wir empfehlen jedoch, sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen, damit die Patienten sich auf das neue Seherlebnis einstellen können. Die Risiken decken sich mit denen der LASIK. Bei den Linsen bleibt aber noch zu erwähnen, dass man eine vorübergehende Lichtempfindlichkeit entwickeln kann. Liegt auch eine Hornhautverkrümmung vor, kann diese mit sogenannten torischen Multifokallinsen ausgeglichen werden oder bei bestimmten Werten im Anschluss gelasert werden.
Einige Patienten können einen sogenannten »Nachstar« entwickeln, auch dieser ist einfach zu beheben. Das kann zum Behandlungsprozess dazugehören und im Rahmen einer Nachuntersuchung mit dem YAG-Laser innerhalb weniger Minuten behoben werden.

Der Vorteil einer Multifokallinse ist der, dass dadurch scharfes Sehen in allen Entfernungen wiederhergestellt wird und der Graue Star gleich mitbehandelt wird. Liegt er noch nicht vor, wird ihm vorgebeugt. Gary Player ist übrigens ein sehr berühmter Golfer mit Multifokallinsen.

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Steckbrief

Privatdozent Toam Katz M.D
Medizinischer Direktor von Care Vision

Er graduierte im Fach Medizin und spezialisierte sich auf dem Gebiet der Augenheilkunde sowie der refraktiven Chirurgie. Seine Spezialgebiete sind Behandlungen an der Hornhaut sowie Linsenimplantationen bei Patienten, die an Katarakt, Keratokonus oder Fehlsichtigkeiten leiden. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich refraktiver Verfahren, sowohl im Bereich Augenlasern mit den Methoden LASIK und LASEK/PRK als auch im Bereich Linsenbehandlungen. PD Toam Katz M.D. hat bereits tausende von Augenlaserbehandlungen und Linsenimplantationen selbst durchgeführt. Er ist für die Aus- und Weiterbildung, Betreuung und Unterstützung der dort ansässigen Augenärzte verantwortlich.

Weitere Infos unter:
www.care-vision.de

Sie sprachen davon, dass der Graue Star »mitbehandelt« wird. Wie geschieht dies? Und was ist ein Grauer Star noch genau?
Grauer Star ist das Eintrüben der Linse. Patienten sehen wie durch einen Grauschleier. Der Graue Star ist in über 90 Prozent aller Fälle eine altersbedingte Veränderung des Auges. Jeder Mensch bekommt ihn – vorausgesetzt er wird alt genug (lacht). Aber Spaß beiseite: Unbehandelt kann der Graue Star zu einer Erblindung führen – nicht umsonst ist der sogenannte Katarakt verantwortlich für über 40 Prozent aller Erblindungen weltweit. Der Einsatz einer Multifokallinse ist die passende Behandlungsoption.

Wir hörten auch von Monofokallinsen. Was ist der Unterschied zwischen Multifokallinsen und Monofokallinsen?
Der Unterschied zwischen beiden besteht, wie der Name schon sagt, in der Anzahl der Brennpunkte der künstlichen Linse. Die Monofokallinse arbeitet mit einem einzigen Brennpunkt. Sie ist vor allem für die Weitsicht optimiert. Sie funktioniert ähnlich der Sehstärke einer einfachen Brille, die auch nur über einen Brennpunkt verfügt. Dadurch ist zum Beispiel bei Arbeiten auf kurzen Distanzen nach der Implantation einer Monofokallinse für Weitsicht weiterhin eine Lese- oder Gleitsichtbrille nötig. Eine Multifokallinsenbehandlung kann es dem Patienten ermöglichen, wieder in alle Entfernungen scharf zu sehen: In der Nähe, der Ferne und im Zwischenbereich.

Gibt es denn auch Vorteile einer Monofokallinsenbehandlung?
Der Vorteil der Linsenimplantation mit einer Monofokallinse scheint auf den ersten Blick die Kostenübernahme durch die Krankenkassen für die Behandlung zu sein. Jedoch sind Patienten mit Monofokallinsen im Nahbereich weiterhin auf eine Sehhilfe angewiesen, wenn auch nur auf eine leichte Lesebrille. Für Patienten wird auch nach einer Monofokallinse die Lebensqualität enorm gesteigert.

Gibt es denn »optimale Zeiträume«, wann man sich für einen Eingriff entscheiden sollte? Und gibt es auch absolute Ausschlusskriterien, also Menschen, bei denen gar kein Eingriff realisiert werden darf?
Viele Patienten stehen auf dem Standpunkt: »Ich probiere es mit der Brille so lange es geht«. Jedoch ist dann der richtige Zeitpunkt gekommen, wenn einen die (Lese-)brille oder das Tragen von Kontaktlinsen stört. Ein typisches Optimum stellt das mittlere Alter dar – bei klassischem Beginn der »Lesebrillenepoche«. Bei Augenerkrankungen kann eine Multifokallinsenbehandlung nicht durchgeführt werden. Ausschlusskriterien sind zum Beispiel Diabetes, wenn diese auch die Augen betrifft. Bei Grünem Star sind die Behandlungen auch nicht möglich. Es ist generell wichtig, sich vorab gründlich auf Behandlungseignung untersuchen zu lassen. Unsere Fachärzte für Augenheilkunde führen hierfür ausführliche, individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Voruntersuchungen durch.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch über die Kosten sprechen. Was kosten diese Augenbehandlungen?
Patienten erhalten einen Kostenvoranschlag vor Ort. Beim Lasern sollte man circa 1000 Euro pro Auge kalkulieren. Für eine Multifokallinsenbehandlung circa 2500 Euro pro Auge. Privatversicherte erhalten häufig Teile der Kosten erstattet, gesetzlich Versicherte erhalten in der Regel die Kosten für Monofokallinsen erstattet. Wir bieten Patienten auch eine 0 % Finanzierung für den Zeitraum von bis zu 12 Monaten an. Meiner Meinung nach sollte man immer die Kostenpunkte für Brillen, Sonnenbrillen in Sehstärke etc. plus die hinzugewonnene Lebensqualität gegenaddieren.

Wir danken für dieses informative Update in Sachen Golferaugen!