Zahlen, Fakten und Eindrücke der GJ-Tests
Golfhandschuhe Ausprobiert

Für das feine Golfhändchen

Golfhandschuhe sollen widerstandsfähig sein, perfekt passen, einen guten Kontakt zum Schläger ermöglichen und ein angenehmes Tragegefühl vermitteln. GJ testete zehn Lederhandschuhe und erklärt zudem, worauf Sie beim Kauf generell achten sollten.

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Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber der Handschuh ist im Golf wichtiger, als man denkt. Zwar gibt es einige Tour-Pros, die darauf verzichten – zu ihnen gehören Fred Couples und Lee Janzen –, aber die überwiegende Mehrheit trägt einen. Warum? Wohl kaum, weil die Gloves hübsch anzusehen sind oder die Spieler Geld dafür bekommen. Sondern vielmehr, weil sie die Griffigkeit und mitunter auch das Gefühl für den Schläger verbessern. Und so ein »feines Händchen« kann bei den Pros den Unterschied zwischen einem Spitzenplatz oder einem verpassten Cut ausmachen. Hauptsinn und -zweck eines Handschuhs ist es, für eine bessere Griffigkeit zu sorgen, als es die nackte Hand vermag. Besonders bei hohen Temperaturen ist dies von Vorteil, da die Hände dann zu schwitzen beginnen und sich dadurch der Kontakt zum Schläger verschlechtert.

Mit einem Handschuh schafft man hier Abhilfe. Wobei die Wege, den sogenannten Grip zu erhöhen, von Hersteller zu Hersteller verschieden sind. Beim Schweizer Unternehmen Hirzl etwa setzt man auf die »Grippp«-Technologie, die für beste Griffigkeit sorge – egal, ob es trocken oder nass ist. Dabei wird das Leder in einem aufwendigen, mehrstufigen Gerbungsprozess speziell behandelt und mit einem Grip versehen, der konstante Kontrolle und bislang unerreichten Halt garantiere.

Die Passform

Aber was nützt der beste Grip, wenn die Passform des Handschuhs nach drei Runden zum Teufel ist? Den Herstellern sind hier in den letzten Jahren deutliche Verbesserungen gelungen. Viele setzen dabei auf Materialkombinationen, sprich: den gemeinsamen Einsatz von Leder bzw. synthetischem Leder und elastischen Einsätzen aus Mikrofasern. Letztere befinden sich hauptsächlich an den Fingerknöcheln. Bei zahlreichen Modellen sitzen sie zudem im Bereich des Handrückens und an den Seiten der Finger. Ihr Vorteil liegt in der guten Dehnbarkeit und vor allem in der Fähigkeit, wieder in die Ursprungsform zurückzukehren – und dies über einen langen Zeitraum. Außerdem sorgen sie für eine bessere Atmungsaktivität. Je nach Hersteller fallen die Einsätze größer aus (Hirzl, Komperdell, Wilson) oder kleiner (FootJoy, Mizuno, Srixon).

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Die Modelltypen

Generell lassen sich Handschuhe in zwei Gruppen unterteilen: Lederhandschuhe und Synthetik- bzw. Allwetter-Gloves. Die Top-Modelle der Hersteller sind häufig aus feinem Cabretta-Leder gefertigt: Handschuhe aus diesem Material schmiegen sich wie eine zweite Haut über die Hand und vermitteln ein unvergleichbares Tragegefühl. Allerdings gilt für Lederhandschuhe, dass sie bei hoher Luftfeuchtigkeit oder gar Nässe rutschig werden können. Auch verlieren sie mitunter ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit und Form nach der Trocknung.

Ihr größtes Manko ist allerdings, dass sie in der Regel schnell verschleißen (doch auch hier gibt es immer wieder Ausnahmen) und bei übermäßig starker Beanspruchung sogar reißen können. Reine Lederhandschuhe haben meist keine Stretch-Einsätze. Bei den hier vorgestellten Modellen sind der »Conform« von Wilson und der »Grippp« von Hirzl jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Beide haben größere Stretch-Einsätze im Handrücken und der Außenseite einiger Finger.

Synthetik-Handschuhe dagegen sind widerstandsfähiger – dies liegt neben dem etwas dickeren Material auch an den speziellen Einsätzen bzw. Verstärkungen im Bereich der Handballen. Und obwohl auch ihre Geschmeidigkeit gut ist, reicht sie nicht an jene der Lederhandschuhe heran. Die auch gerne als Allwetterhandschuhe bezeichneten Modelle zeigen ihre Stärke aber in der universellen Einsetzbarkeit bei allen Wetterbedingungen. Egal ob bei Sonnenschein oder Regen, sie kommen mit allen Umständen zurecht.

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