ProduktpiraterieElektro-Trolleys
Ratgeber

ABC des Schlägerkaufs

Das Angebot an Marken und Modellen auf dem Golfmarkt ist groß. Mit diesen Tipps finden auch Sie den richtigen Schlägersatz

Anzeige

Autor

Alexander Huchel

spielt Golf von Kindesbeinen an. Der ehemalige Spitzenamateur leitet die Ressorts Equipment und Training 

Jedes Jahr gibt es zahlreiche Schlägerneuheiten, von denen die Hersteller versprechen, dass sie das Spiel vereinfachen, dass der Ball gerader fliegt und auch mehr Länge macht. Leider ist aber die richtige Auswahl des Equipments aufgrund der Vielfalt an Marken und Modellen nicht so einfach. Die folgenden Einkaufstipps geben keine Empfehlung zum Kauf bestimmter Marken. Vielmehr enthalten sie grundlegende Tipps für verschiedene Spielstärken: 

A Freizeitgolfer mit normalem Können, die Golf zum Spaß spielen;
B Sportlich ambitionierte Golfer mit ausgefeilterem technischen Können,
C Turnierspieler mit ausgeprägten technischen Fähigkeiten und Spielerfahrung

A Freizeitgolfer

Kompakter Satz: Viele Golfer mit einem hohen Handicap sind der Meinung, dass Schläger-Fitting nur etwas für bessere Spieler ist. Das stimmt nicht wirklich. Vielleicht brau­ch­en Sie nicht gerade eine fünfstündige Fitting-Session, aber zumindest sollte sicher gestellt sein, dass Schaft-Flex und -länge, Driver-Loft und die Set-Abstimmung passt.Manchmal ist weniger mehr, d.h. zwei Hölzer, eine Handvoll Eisen (5, 7, 9, Pitching- und Sand-Wedge) und ein Putter sind völlig ausreichend. Auf jeden Fall sollten die Schläger viel Komfort und eine hohe Fehlertoleranz bieten. Nachfolgend drei Bereiche, auf die Sie sich besonders konzentrieren sollten.

Driver mit viel Loft: Wenn‘s schon unbedingt ein Driver sein soll, dann bitte gemäß der Faustregel: je höher der Loft, desto besser. Ein kürzerer und etwas flexi­blerer Schaft in Kombination mit Offset, einer Draw-Gewichtung oder einem leicht geschlossenen Blatt ist sicherlich auch von Vorteil.

Hybrid statt langer Eisen: Bitte sofort aus dem Bag nehmen! Die einzigen Ausrüstungsgegen­stände mit Einsern, Zweiern oder Dreiern da­rauf sollten Bälle sein. Hybrids sind deutlich leichter zu spielen, da ihre Geometrie mehr Komfort bietet und viele (Schwung-)Fehler verzeiht.

Passenden Ball wählen: Länge und Präzision sind der Schlüssel für bessere Scores. Spielen Sie zu Beginn eher Distanz-Bälle, die wenig Spin annehmen. Wer langsam schwingt, sollte Bälle für diese Zielgruppe wählen. Allen anderen sind Two­­-Piece­-Bälle oder Multilayer-Bälle ohne Urethan-Schale zu empfehlen.

 

B Sportliche Golfer

Schwungdaten messen: Wer versucht, die 90er-Marke zu unterbieten und bisher noch keine Launch-Monitor-Sitzung hatte, sollte dies schleunigst nachholen. Ohne diese Messung fehlt Ihnen das Grundwissen, wie Schläger am besten für Sie funktionieren. Wer schnell schwingt (ca. 170 km/h), benötigt beim Driver einen Abflugwinkel von 12 bis 13 Grad und eine Backspin-Rate von ungefähr 2.200 rpm.

Wer langsamer an den Ball kommt, für den sind ein höherer Abflugwinkel und mehr Spin besser. Um Ihr Potenzial für eine maximale Länge zu optimieren, sollte die Ballgeschwindigkeit das 1,5-fache der Schlägerkopfgeschwindigkeit betragen.

Driver: Beim Fitting finden Sie den ein oder anderen Vorteil eines neuen Modells heraus, aber behalten Sie dabei Ihre Durchschnittsschläge im Auge. Obwohl die Schäfte immer länger werden, ist für Sie möglicherweise ein etwas kürzerer Schaft die bessere Option.

Schäfte: Standardschäfte für Eisen (egal, mit welchem Flex) sind so entwickelt, dass Sie den Ball damit leichter in die Luft bekommen – das ist aber kein Thema mehr für Sie. Bitten Sie einen Fitter um eine Analyse, ob Sie mit anderen Schäften den Ballflug verbessern können.

Set: Ein extra Fairway-Holz oder alternativ Hybrids mit mehr oder weniger Loft oder einer anderen Form bereichern die Satzzusammenstellung und machen Ihr Spiel flexibler. Bei Wedges gilt das gleiche: Verschiedene Loft- und Bounce-Optionen machen Ihr Spiel variabler, da Sie auf unterschiedliche Platzbedingungen (Rough-Höhe, Sandbeschaffenheit, etc.) besser reagieren können.

Turnierspieler

Ausrüstung individualisieren: Jeder Schläger im Bag sollte perfekt zu Ihnen passen. Da Sie einen konstanten Schwung haben, wollen Sie nicht, dass beispielsweise Schläger mit einem unpassenden Lie-Winkel für schlechte Resultate sorgen. Denken Sie auch an Kleinigkeiten wie die Griffstärke oder ob der Ball, den Sie gerade spielen, Ihren Ansprüchen und Wünschen wirklich entspricht. 

Putter-Fitting: Lassen Sie Ihren Putter hinsichtlich Länge und Lie fitten. Der Putter funktioniert am besten, wenn die Arme ganz natürlich herunterhängen und die Sohle des Putters im Treffmoment über den Boden gleitet.

Drei Wedges: Ein Pitching- und ein Sand-Wedge reichen mitt­­ler­weile nicht mehr. Moderne Schläger haben meist weniger Loft als früher – nur das Sand-Wedge hat weiterhin 56 Grad. Dadurch beträgt der Abstand zum Pitching-Wedge mittlerweile um die acht Grad. Es sollten aber nicht mehr als vier bis fünf Grad zwischen den Wedges liegen. Daher empfiehlt sich der Kauf eines Gap-Wedges mit circa 52 Grad.

Fairwayholz: Es kann nicht schaden, wenn Sie einen Schläger im Bag haben, den Sie als Driver-Ersatz einsetzen können und mit dem Sie Distanz auf dem Fairway machen. Die meisten 3er-Hölzer haben 15 Grad, aber Sie profitieren wahrscheinlich von einem Modell mit 17 oder 19 Grad am meisten.

Anzeige

Anzeige

Anzeige