Travel-CoverHandschuhe
Kaufberatung

Ballistik

Im Produktdschungel der Neuheiten den jeweils
passenden Golfball für sich zu finden, ist alles
andere als einfach. Die wichtigsten Tipps
für die Ballsaison.

Anzeige

Ein Blick in die Ballabteilung eines Shops – und man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Das Modellangebot erschlägt einen, und wer keine klare Vorstellung hat, welche Kugel er erwerben möchte, kann einem schon fast leid tun. Welchen Ball soll man sich kaufen? Welches der vielen Modelle passt am besten zu meinem Spiel?

Berechtigte Fragen, deren Beantwortung auf den ersten Blick sicherlich nicht ganz einfach ist. Wer aber über ein wenig Hintergrundwissen verfügt und eine klare Vorstellung davon hat, welches Problem der Ball beheben soll, für den wird es schon leichter. Denn bei Robotertests zeigt sich immer wieder, dass Bälle unterschiedlichster Bauart bei gleichbleibender, mittlerer Schwunggeschwindigkeit (96 mph) hinsichtlich Abflugwinkel und Umdrehungen pro Minute nur geringe Unterschiede aufweisen. Daher sind auch die Unterschiede bei Carry- und Overall-Distance zu vernachlässigen.

Steigt jedoch die Schwunggeschwindigkeit, fliegen weiche Bälle mit niedriger Kompression kürzer als härtere Bälle mit mehr Kompression, da sich diese im Treffmoment stärker verformen und dabei Energie verloren geht. Spieler, die mit Hook und Slice kämpfen, benötigen Modelle, die weniger Spin annehmen. Und wer eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit generiert, wird von einem Two-Piece-Modell mit geringer Kompression am wenigsten profitieren.

 

Kleine Ballkunde

2-Piece-Ball: Besteht aus zwei Teilen – Kern und Schale. Waren diese Modelle früher eher hart, so sind durch die Verwendung neuer Materialien und dünnerer Schalen ordentlich spielbare Bälle entstanden. Hauptkriterium bleibt aber die Länge.

Multilayer (3-, 4- oder 5-Piece): Haben einen großen, festen Kern, über dem eine dünne Schicht liegt, die Mantel oder Inner-Cover genannt wird. Bei 4-Piece-Bällen gibt es noch eine weitere dieser Schichten, bei fünfteiligen zwei. Darüber befindet sich die Schale.

Anzeige

Anzeige

Vier wichtige Grundregeln für die Ballauswahl

Auswahlprozess mit kurzem Spiel beginnen
Auswahlprozess mit kurzem Spiel beginnen

1. Beginnen Sie den Auswahlprozess mit Schlägen ums Grün, und prüfen Sie erst danach, wie sich der Ball im langen Spiel verhält.

Bei hohem Handicap auf Flugkurve achten
Bei hohem Handicap auf Flugkurve achten

2. Wenn Sie langsamer schwingen und ein höheres Handicap haben, vergessen Sie den Spin. Wählen Sie den Ball, mit dem Sie die höchste Flugkurve mit Driver und Wedge erzielen.

Bei niedrigem Handicap auf niedrigen Spin achten
Bei niedrigem Handicap auf niedrigen Spin achten

3. Wenn Sie mit viel Speed an den Ball kommen und Ihr Handicap niedrig ist, nehmen Sie am besten den Ball, der beim Drive am wenigsten Spin generiert und mit dem Wedge am meisten.

im Zweifel den Ball wählen, der sich am besten anfühlt
im Zweifel den Ball wählen, der sich am besten anfühlt

4. Trifft weder zweitens noch drittens auf Sie zu, sollten Sie sich für das Modell entscheiden, das sich bei den Schlägen ums Grün am besten anfühlt.                

Je mehr Technologie, desto mehr Backspin

Beim Schlag mit einem Wedge ist die Ausgangssituation dagegen anders. Je härter ein Ball ist, desto höher ist seine Flugbahn. Zudem "rutschen" diese Modelle (meist mit einer Surlyn-Schale) entlang der Schlagfläche ein wenig nach oben. Dies führt zu einer Reduzierung des Backspins. Weichere Bälle mit einer Urethan-Schale haben länger Kontakt mit der Schlagfläche, fliegen nicht so hoch und generieren deutlich mehr Backspin. Kurzum: Je mehr Technologie in einem Ball steckt, desto mehr Backspin nimmt er an, und desto flacher ist seine Flugkurve.

Jetzt ist man schon ein wenig schlauer und kann sich tiefergehende Fragen stellen: Wobei soll mir der Ball helfen, beispielsweise einen höheren Abflugwinkel bekommen? Welches Gefühl will ich im Treffmoment haben? Und wie soll die ideale Flugkurve aussehen? Zwar sind die Antworten darauf sehr individuell, aber wenn man sich auf ein oder zwei Charakteristiken konzentriert, kann man die passenden Modelle schon deutlich eingrenzen.

Ein großer Fehler wäre es allerdings, die Wahl ausschließlich darauf basieren zu lassen, wie weit man den Ball vom Tee schlagen möchte. Besser ist es, man folgt dem Beispiel der Pros und beginnt den Auswahlprozess mit Schlägen ums Grün und prüft erst danach, wie sich der Ball im langen Spiel verhält. "Beim Durchschnittsgolfer sind die Unterschiede beim Drive sehr gering", verrät Dean Snell, Abteilungsleiter Golfballforschung und -entwicklung bei TaylorMade, "aber von unseren Tour-Pros haben wir gelernt, dass es am besten ist, einen Ball aufgrund seines Verhaltens im kurzen Spiel zu beurteilen."

Jedenfalls kann ein Ball, der zum eigenen Spiel passt, einem helfen, das Maximum für sich herauszuholen. Dieser Tatsache sind sich allerdings eher die besseren Spieler bewusst. Dazu kommt, dass man vom Äußeren eines Balls keinerlei Rückschlüsse auf dessen Spieleigenschaften ziehen kann. Vor allem der Durchschnittsgolfer macht sich über den Ball die wenigsten Gedanken, aber die richtige Auswahl könnte ein einfacher und ziemlich sparsamer Weg sein, den Score zu verbessern.

Ball-Fitting online

Bridgestone Golf: Es gibt ein Online-Ball-Fitting, und im Chat-Portal kann man sich kostenlos mit den Ballexperten von Bridgestone Golf zum Thema austauschen.

Nike: Hier kann man in wenigen Schritten herausfinden, welches der vier aktuellen »RZN«-Modelle das richtige ist.

Titleist: Die Ball-Fitting-Seite aufrufen. Nach der Beantwortung einiger einfacher Fragen werden zwei Titleist-Modelle empfohlen, die zu Ihrem Spiel passen könnten. Die beiden Modelle dann auf dem Platz testen und die Ergebnisse auf der von Titleist entwickelten Auswahl-Scorekarte eintragen – schon weiß man, welches der beiden Modelle das passendere ist, um das eigene Spiel zu verbessern.

Wilson: Mit der Beantwortung von zwei Fragen erhält man ein alternatives Wilson-Modell zu dem derzeit gespielten Ball.

Anzeige