Produktpiraterie
Ratgeber

Feinschliff

Wedges müssen vielseitig einsetzbar sein und präzise Schläge ermöglichen. Beides hängt unmittelbar vom Sohlenschliff (Grind) ab


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Schaut man sich die aktuellen Produktinfos der namhaftesten Wedge-Hersteller an, so fällt auf, dass immer wieder von verschiedenen Grinds die Rede ist. Was das ist? Damit sind die unterschiedlichen Sohlenschliffe gemeint. Diese sorgen dafür, dass die Performance des jeweiligen Schlägers bei verschiedenen Bodenbedingungen bzw. Schlagvarianten optimiert wird. Auch tragen sie zur Steigerung der Schlagvielfalt bei.

Vor einigen Jahren war es vor allem die Firma Titleist mit ihren von Bob Vokey entworfenen Wedges, die hier bereits jede Menge Optionen anbot. Der Großteil ist dabei in Zusammenarbeit mit den Tour-Spielern entstanden. So beispielsweise der S-Grind, den Steve Stricker maßgeblich beeinflusste. Im Zuge der immer perfekteren Anpassung an den Spieler haben mittlerweile nahezu alle nennenswerten Wedge-Hersteller nachgezogen und bieten entsprechende Varianten an.

Grind-Grundlagen

Für den Laien mag sich auf den ersten Blick keine Sohle von der anderen unterscheiden und sich die für die Grinds verwendete Nomenklatur wie ein Buch mit sieben Siegeln lesen. Zudem ist Letztere übrigens keineswegs einheitlich – was die Sache nicht gerade einfacher macht. Daher ist es wichtiger, sich mit den Eigenschaften des jeweilen Sohlenschliffs zu beschäftigen und weniger mit der damit einhergehenden Benennung. Hier ein detaillierter Blick darauf:

Durch die farbliche Hervorhebung werden die Unterschiede von Sohle zu Sohle deutlich. Ein Beispiel: Während Ferse, Spitze und Hinterkante der "SM6"-Wedges von Titleist beim L-Grind angehoben sind und die Variante dadurch vor allem für harten Untergrund und Spieler mit flacherer Schwungebene geeignet ist, kommt die vollständig abgeschliffene Hinterkante beim "SM6"-S-Grind bei mittelhartem bis weichem Boden Spielern entgegen, die steil an den Ball kommen. Auf die Callaway "MD3"-Wedges übertragen, wären die komplementären Sohlenschliffe der C- bzw. W-Grind. Bei Clevelands "588 RTX 2.0" müsste man zur 1- bzw. 3-Punkt-Version greifen. Wer ein gutes Allroundmodell sucht, sollte sich für den F-Grind (Titleist), den S-Grind (Callaway) und die 2-Punkte-Version bei Cleveland entscheiden.

Wer sich neue Scoring-Clubs besorgen will, sollte für die Auswahl dieser wirklich wichtigen Schläger einen kompetenten Fitter aufsuchen. Dieser kann aufgrund seiner Erfahrung und des unmittelbaren Feedbacks des Spielers am besten beurteilen, welche Grinds sinnvoll erscheinen und welche nicht. 

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Abschließend noch eine Übersicht der angebotenen Grinds und wie deren Eigenschaften von den wichtigsten Herstellern beschrieben werden:

Callaway

W-Grind: Eine minimal breitere Sohle. Perfekt für weiche Spielbedingungen, oder wenn der Ball in einem steilen Winkel gespielt werden muss. Außerdem bietet er hervorragende Spielbarkeit aus allen Arten von Bunkern.

S-Grind: Das vielseitigste Modell. Die richtige Wahl für unterschiedliche Spielbedingungen (normal, weich oder hart), Schlagarten und Schwünge (moderate bis aggressive Angriffswinkel). 

C-Grind: Entwickelt für härtere Untergrundbedingungen und hohe Vielseitigkeit ums Grün. Die Spitze-Ferse-Entlastung ermöglicht verschiedene Arten von Schlägen, besonders, wenn die Schlagfläche offen und die Vorderkante niedrig bleibt. 

Cleveland

Low Bounce Grind (1 Dot): Dieser Grind bietet den geringsten effektiven Bounce und eignet sich für Golfer, die aus jeder Position nahe dem Grün gern aggressiv spielen. Die Kombination aus geschliffener Trailing-Edge und maximaler Aussparung an Ferse und Spitze (Heel/Toe) lässt selbst in schwierigsten Lagen viel Raum für ein kreatives Spiel. Er ist ideal für härteren Boden und/oder Golfer, die eine etwas flachere Schwungebene haben.

Standard Bounce Grind (2 Dot): Er bietet einen mittleren effektiven Bounce. Die richtige Wahl für Golfspieler, die ein Wedge wollen, auf das unter den meisten Bedingungen Verlass ist. Die Kombination aus geschliffener Trailing-Edge und moderater Aussparung an Heel und Toe bietet Golfern die beste Kombination aus Vielseitigkeit und Fehlertoleranz. Er ist ideal für unterschiedlichste Bedingungen und/oder Golfer, die eine neutrale Schwungebene haben.

Full Sole Grind (3 Dot): Dieser Schliff bietet einen etwas effektiveren Bounce. Perfekt für Golfer, die ein reibungsloses Gleiten des Schlägers unabhängig vom Untergrund bevorzugen. Die konstante Sohlenbreite gibt Spielern Vertrauen bei Schlägen mit voller Kraft und bietet zugleich Vielseitigkeit auf dem Grün. Er ist ideal für weichere Bedingungen und/oder für Golfer, die eine etwas steilere Schwungebene haben.

Nike

Square Sole: Für alle Spieler geeignet, die eine neutrale Position des Schlägerblatts bevorzugen. Mit den 54- und 56-Grad-Versionen sind vielfältige Schlagoptionen ums Grün möglich.

Toe Dual Sole: Die zweifach abgeschliffene Sohle ermöglicht zahlreiche Schlagvarianten aus Lagen aller Art. 

Toe Sweep: Die zweite Generation dieses Grinds macht diese Variante zur besten Waffe aus den schlechtesten Lagen – sei es tiefes Rough, Sand oder besonders harter Boden. Die Sohlenform (schmale Ferse, breite Spitze) ermöglicht es, das Blatt sehr offen an den Ball zu stellen, damit es beim Schlag aus tiefem Rough auch im Treffmoment geöffnet bleiben kann.

TaylorMade

Tour- oder  C-Grind: Eine Sohlenform, die vor allem bei Schlägen mit geöffnetem Blatt eine hohe Schlagvielfalt ermöglicht. Dazu optimiert sie die Performance bei vollen und allen Schlägen aus dem Sand. 

ATV-Grind: Die überarbeitete, neue Version ist etwas schmaler als die  Vorgängerversion. Dadurch verringert sich der Bounce bei Chips und vollen Schlägen. Bei geöffnetem Blatt und bei allen Bunkerschlägen steht viel Bounce zur Verfügung, der es ermöglicht, diese kritischen Lagen besser zu meistern.

Titleist

L-Grind: Angehobene Ferse, Spitze und Hinterkante für maximale Vielseitigkeit und Leistung auf festem Untergrund. Für Spieler mit flacher Schwungebene und bei hartem Boden.

M-Grind: Leicht abgeschliffene Ferse, Spitze und Hinterkante für maximale Vielfalt ums Grün. Für Spieler mit flacher oder neutraler Schwungebene und bei hartem/mittelhartem Boden.

S-Grind: Die durchgehend abgeschliffene Hinterkante sorgt für Stabilität bei vollen Schlägen, erlaubt aber gleichzeitig Vielseitigkeit ums Grün. Für Spieler mit steiler oder neutraler Schwungebene und bei weichem/mittelhartem Boden.

F-Grind: Traditionelle, volle Sohle mit mittlerem bis hohem Bounce. Mit diesem Sohlenschliff ist das Wedge ein Allrounder und besonders geeignet für alle vollen Schläge. Für alle Schwungebenen und Bodenbedingungen.

K-Grind: Die breite Sohle eignet sich hervorragend für Bunkerschläge, während die stärkere Krümmung gleichzeitig die Vielseitigkeit rund ums Grün erhöht. Für alle Schwungebenen und bei mittelhartem/weichem Boden.

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