Callaway Big Bertha EpicTitleist 917 D2 & F2
Neuheit

Paradigmen-Wechsel

Es kommt ja nicht oft vor, dass ein Schlägerhersteller mit gängigen Theorien oder bewährten fachlichen Dingen bricht. TaylorMade meint nun, dass es Zeit sei, umzudenken.

Anzeige

Denn es wird, zumindest was das Design von Drivern betrifft, mit einem uralten Paradigma gebrochen . »Seitdem Ende des 19. Jahrhunderts das Bulge & Roll-Konzept mit dem damit verbundenen Gear-Effect bei den Hölzern eingeführt wurde, hat kein Hersteller seine Wirksamkeit in Frage gestellt«, erklärte Brian Bazzel, Vizepräsident für Produktentwicklung bei TaylorMade: »Es hat sich niemand darüber Gedanken gemacht, ob es nicht geändert oder überdacht werden muss. Wir wagen diesen Schritt, denn wir sind davon überzeugt, dass hier Handlungsbedarf besteht.«

Anlass waren für Bazzel und sein Team die Unmengen an Daten, die im Laufe der Jahre mithilfe von Launch-Monitoren gesammelt und analysiert wurden. Nicht neu ist dabei die Tatsache, dass sich die Miss-Hits der Spieler diagonal über die Schlagfläche verteilen. Und zwar vom unteren Bereich der Ferse zum oberen Bereich der Spitze des Schlägerblatts. Das gilt für Amateure wie Spitzen-Pros in gleichem Maße. Neu und damit Grund für die bei den »M3«- und »M4«-Drivern erstmals präsentierte »Twist Face«-Technologie ist aber, »dass Treffer im Fersenbereich in der Regel mit einer geöffneten Schlagfläche einhergehen und Treffer im Bereich der Schlägerblattspitze meist mit einem geschlossenen Blatt verbunden sind«, so Bazzel. Dank der Jailbreak-Technologie können zwei ultraleichte (3 g) und besonders starke Titanstäbe hinter der Schlagfläche platziert werden.

Diese befinden sich parallel zueinander und sind an jedem Ende mit Krone und Sohle verbunden. Größe, Stärke und Position der Jailbreak-Stäbe arbeiten Hand in Hand und reduzieren die Verwindung von Krone und Sohle. Auf diese Weise kann die Schlagfläche noch mehr als je zuvor die im Treffmoment entstehende Energie aufnehmen. Dies führt bei jedem Schlag zu größerer Ballgeschwindigkeit auf der gesamten Schlagfläche und ermöglicht somit Weitengewinne.

Anzeige

Anzeige

Verdrehtes Blatt

Mit dem herkömmlichen Schlägerblattdesign fliegen die Bälle deshalb zu weit nach links bzw. rechts und landen nicht mehr auf dem Fairway. Daher habe man sich dazu entschlossen, das Schlägerblatt zu »twisten«, also in den angesprochenen Zonen ein wenig zu verdrehen, sodass der Gear-Effect nicht verstärkt werde und die Bälle weniger starke Kurven fliegen. »Den Fersenbereich des Blatts haben wir ein wenig geschlossen und den Bereich in der Spitze ein wenig geöffnet. Dadurch verringern wir die Auswirkungen eines geschlossenen bzw. geöffneten Blatts, die Bälle machen weniger starke Kurven und landen häufiger auf dem Fairway«, ließ der TaylorMade-Mann wissen. Die Anpassungen sind zwar groß genug, um Wirkung zu zeigen, aber dennoch im Prinzip nicht sichtbar, wenn der Schläger an den Ball gestellt wird.

Oder, anders ausgedrückt: Es bedarf schon eines guten Auges, um zu sehen, dass die Schlagfläche dieser Driver nicht die gewohnte Form hat. Ebenfalls neu, aber ohne dabei an den Grundfesten des Schlägerdesigns zu rütteln, sind zwei weitere Details. Da wäre zum einen das »Hammerhead Slot«-Design der Sohle  und zudem die im »M3«-Driver eingesetzte, Y-förmige Schiene mit verschiebbaren Gewichten in der Sohle. Letztere ist eine Weiterentwicklung des »T-Track«-Systems des »M1«-Drivers der letzten Saison mit zwei Schienen. In der Schiene befinden sich zwei jeweils elf Gramm schwere Gewichte, die zur individuellen Anpassung und Optimierung der Abflugbedingungen stufenlos verschoben werden können. »Damit ist es noch besser möglich, ein optimiertes Fine-Tuning im Zuge der persönlichen Anpassung vorzunehmen«, sagte Bazzel.

Der »Hammerhead Slot« im vorderen Teil der Sohle ist um 22 Prozent länger als der bekannte »Speed Slot«, besteht aus drei Teilen und ermöglicht es in Kombination mit »Twist Face«- und »Inverted Cone«-Technologie der Schlagfläche, maximalen Ballspeed auf einer noch größeren Fläche zu erzielen.Außerdem könne dadurch der Backspin reduziert werden, was zusätzlich längere Schläge ermögliche. Weitere Neuerungen sind die aerodynamisch verbesserte, fünflagige Carbon-Krone sowie eine geänderte Farbgebung der Krone. Statt in Weiß ist der vordere Bereich jetzt in mattem Silber lackiert.

Anzeige