716er-Serie Titleist
Neuheit

Luftwaffe

Für die neuen Driver der "XR"-Serie
hat Callaway mit dem Flugzeughersteller
Boeing kooperiert

Anzeige

Autor

Alexander Huchel

spielt Golf von Kindesbeinen an. Der ehemalige Spitzenamateur leitet die Ressorts Equipment und Training 

Was haben Golfschläger, respektive Driver, und Flugzeuge als Gemeinsamkeit? Beide bewegen sich mit relativ hoher Geschwindigkeit durch die Luft. Auch wenn Flugzeuge ohne Zweifel deutlich mehr Speed haben, Aerodynamik spielt bei beiden eine große Rolle.

Für beide gilt: je weniger Luftwiderstand, desto besser. Beim Flugzeug bedeutet dies weniger Spritverbrauch und Kostenreduzierung, beim Driver profitiert in erster Linie die Schlägerkopfgeschwindigkeit, was wiederum zu mehr Länge führt. Daher war es naheliegend, sich für das Projekt "XR 16" zusammen zu tun und das vorhandene Wissen in einen Topf zu werfen. "Auch wenn sich die aerodynamischen Anforderungen von Golfschlägern und Flugzeugflügeln unterscheiden, so war es auch für uns wirklich spannend in ein derartiges Projekt involviert zu sein", sagt Jeffrey Crouch, Aerodynamikspezialist bei Boeing für den Bereich Zivilflugzeuge.

Unterschiedliche Strömungsverhältnisse

Während sich die Strömungsverhältnisse bei Flugzeugen im Prinzip nur marginal ändern, verändern sich diese durch die verschiedenen Positionen des Drivers während des Schwungs erheblich. "Daher war für uns die große Herausforderung Lösungen zu finden, die die unterschiedlichen Luftströmungen, die einen Golfschläger umgeben, berücksichtigen", so Crouch. Und weiter: "Dazu kommt auch, dass der Driver eine annähernd gerade Schlagfläche hat und sich daher deutlich mehr Turbulenzen im hinteren Bereich des Schlägerkopfs bilden können. Auch dies mussten wir bei unseren Überlegungen beachten." Mit den "Speed Steps" des Vorgängermodells waren die Callaway-Ingenieure bereits auf dem richtigen Weg, aber durch die Kooperation mit Boeing optimierte man deren Form. So wurden aus den länglichen Erhöhungen im vorderen Bereich der Krone zwei flügelähnliche, die nicht mehr ganz so plump wirken, sondern dem Schläger ein schnittiges Aussehen verleihen. "Mit der neuen Speed-Step-Form ist es gelungen, den Luftstrom näher an die Krone zu bringen und unerwünschte Verwirbelungen im hinteren Bereich der Krone zu verringern. Es hat ein wenig gedauert, bis wir die optimale Größe, Form und Schärfe der Kanten herausgefunden haben. Aber ich denke, wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein", fasst Crouch die Leistung seines Unternehmens an der Entwicklung des neuen Modells zusammen.

Anzeige

Anzeige

Sohle und Schlägerblatt

Die Callaway-Ingenieure um R&D-Chef Alan Hocknell ergänzten die Arbeit der Boeing-Crew, und so kam es im Sohlenbereich des Drivers zu einigen Veränderungen, die die Aerodynamik des Schlägers ebenfalls verbesserten. Da es bei der Schlägerentwicklung auch immer um die Erhöhung der Fehlertoleranz geht, veränderte man die Kopfform ein wenig. Nun ist der "XR 16"-Kopf von vorne nach hinten länger als der seines Vorgängers. So konnte man den Schwerpunkt weiter unten und hinten platzieren, was sich positiv auf das Trägheitsmoment und damit auf die Fehlertoleranz auswirke. Beim nochmals dünneren Schlägerblatt aus 8-1-1-Titanium, konnten neun Gramm eingespart werden, und durch die Kombination von extrem "schnellen" Schlägerblatt und hoher Fehlertoleranz seien höhere Ballgeschwindigkeiten möglich, egal mit welcher Stelle des Blatts man den Ball treffe. Zur Optimierung des Ballflugs verfügen die neuen Driver (neben der "Standard"-Version gibt es eine limitierte "Pro"-Version mit etwas kleinerem Kopf und einem anderen, etwas kürzeren Schaft) über die bewährte "OptiFit"-Technologie, die eine Veränderung von Loft und Lie ermöglicht. Als Standardschaft mit 45,75 Inches Länge wird der "Speeder Evolution 565" von Fujikura angeboten, aber es gibt zahlreiche weitere Schaft-Optionen ohne Aufpreis.

Callaway XR16 Über die Zusammenarbeit von Callaway mit Boeing

Fairwayhölzer und Hybrids

Passend zu den Drivern gibt es Fairway-Hölzer und Hybrids. Bei den Hölzern gelang es, eine optimale Kombination von hohem Trägheitsmoment, hohem COR und tiefem Schwerpunkt zu kreieren. Auch konnten Verbesserungen der "Face Cup"-Technologie realisiert werden, sodass der Ball mit enorm viel Speed das Blatt verlasse, egal wo er mit diesem Kontakt hatte. Die Form der Schläger wurde so verändert, dass sie nun ein wenig größer wirken, was zu mehr Vertrauen in der Ansprechposition führe. Erhältlich für 269 Euro in sieben Lofts zwischen 14 und 25 Grad. Ergänzend kommt eine "Pro"-Version (299 Euro) mit etwas kleinerem Kopf und sportlicheren Spezifikationen.

Abgerundet wird die Linie mit Hybrids. Auch diese hat man gegenüber den Vorgängern so verbessert, dass längere Schläge mit weniger Aufwand möglich seien. Dazu hat man den Kopf vergrößert und das Trägheitsmoment erhöht. Die mit zwei Erhöhungen versehene Sohle verbessere die Vielseitigkeit und erhöhe den Einsatzbereich der Schläger. Preis: 239 Euro

Callaway XR 16
Produktinfo

460 ccm, Titanium-Krone
Info: D/H; LH/RH; 9°, 10,5°, 13,5°
Schaft: Speeder Evolution, Fujikura
Preis: 399 Euro, "Pro" 479 Euro
Infos: www.callawaygolf.com/xr2016

Anzeige