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Europa: Endlich wieder mehr Golfer

England hängt Deutschland ab

Dank besonders vieler Neuzugänge in England, Spanien, den Niederlanden und Schweden ist 2016 die zuvor jahrelang schrumpfende Zahl der Amateurspieler wieder gestiegen.

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Günter O. Reiter

ist stellvertretender GJ-Chefredakteur und Spezialist für Reise- und Wirtschaftsthemen rund um die Golfbranche

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Plus 0,9 Prozent auf insgesamt rund 4,22 Millionen Golfer: Nach langen Jahren des Siechtums ist 2016 in Europa die Zahl der in Clubs organisierten Spieler endlich wieder mal gewachsen. Ist das jetzt die Trendwende für den Golfsport?

Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Denn zu verdanken ist dieser Zuwachs um 82.584 Aktive eigentlich nur vier der insgesamt 43 Verbände unter dem Dach der European Golf Association: England (+29.520 Clubgolfer), Spanien (+28.103), Niederlande (+18.278) und Schweden (+8.182) verbuchten zusammen mehr Neuzugänge als der Kontinent insgesamt, wie der neue »Golf Participation Report for Europe« von KPMG Advisory (Budapest) verrät. Die stärksten Verluste gab es in Schottland (-6.711), Tschechien (-2.034), Irland (-1.624) und Wales (-1.558).

Einen Dämpfer bekam durch diese Entwicklung übrigens auch die zuletzt – durchaus berechtigt – aufgekeimte Hoffnung, dass Deutschland schon bald England als größten Golfverband in Europa ablösen könnte. Denn 2016 stieg die Schar der DGV-Clubgolfer zwar um weitere 0,5 Prozent an – der englische Verband verdoppelte jedoch seinen Vorsprung durch ein fettes Plus von 4,4 Prozent (siehe Tabelle unten).

Interessant ist schließlich auch noch der Blick auf die beiden nächsten europäischen Ryder-Cup-Schauplätze, denn dort herrscht weiterhin alles andere als Golfbegeisterung. Der Gastgeber im kommenden Jahr, Frankreich, konnte nach drei Rückgängen in Serie 2016 immerhin 150 neue Clubgolfer begrüßen. Italien steigerte sich gar um 232 auf nunmehr 90.259 Spieler – wurde trotzdem aber vom kleinen Nachbarland Schweiz (+1.146 auf 90.725) überholt und belegt nur noch Platz 14 der Europa-Rangliste. Und eine Position runter ging’s auch für Österreich: 100.351 Clubgolfer (-1.129) reichen nur noch für Platz zwölf.

Golfverband    Spieler (in Clubs)

England             694.623 (+4,4%)
Deutschland     643.158 (+0,5%)
Schweden         463.952 (+1,8%)
Frankreich        407.719 (0,0%)
Niederlande     400.510 (+4,8%)
Spanien             305.885 (+10,1%)
Schottland        192.533 (–3,4%)
Irland (Insel)    190.883 (–0,8%)
Dänemark         151.139 (+0,1%)
Finnland           143.025 (–0,1%)

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Weniger Golfplätze

Was die Spielmöglichkeiten betrifft, hielt die seit Jahren schon zu beobachtende »Platzbau-Müdigkeit« leider auch 2016 weiter an. Die Gesamtzahl der Golfanlagen in Europa schrumpfte laut KPMG Advisory um 28 auf 6.924 Plätze. Die meisten Abgänge verzeichneten dabei Schottland und England (siehe Tabelle unten).

Golfverband    Anlagen

England             1.907 (–16)
Deutschland        732 (+5)
Schweden            444 (–1)
Frankreich           600 (+1)
Niederlande         250 (+2)
Spanien                349 (–2)
Schottland           578 (–19)
Irland (Insel)       410 (–4)
Dänemark            190 (0)
Finnland              129 (0)

 

 

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