»In der Hauptstadt Tunis und dem gesamten Küstenbereich, der von Touristen frequentiert wird, hat sich die Sicherheitslage stabilisiert«, analysiert das Auswärtige Amt in Berlin kurz vor Beginn der Winterreisesaison 2011
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Modernisierungswelle am Mittelmeer
T: Herbert Stupal
Tunesien ist eine sehr preiswerte Golfdestination. Und es ist generell ein sehr westlich geprägtes Land. Das zeigt sich zum Beispiel auch bei der Bekleidung, speziell was die Damenwelt betrifft: Auf dem betriebsamen Platz vor der Universität in Tunis etwa, auf dem sich besonders viele junge Menschen drängen, ist vom Orient kaum etwas zu bemerken. Die Studentinnen sind gekleidet wie vor der Uni in München – mit engen Jeans und Pullovern. Ein Kopftuch? Die absolute Ausnahme, auch hier zeigt sich die moderne Orientierung der tunesischen Bevölkerung, vor allem bei der Jugend.
Besonders erfreulich aus Golfersicht dabei: Der Wunsch nach Modernisierung hat jetzt auch massiv die Betreiber von Plätzen und Hotels erfasst. Mag sein, dass die Erfolge der Türkei oder die Bemühungen in Marokko diese neue Entwicklung in Richtung Top-Qualität ein wenig beflügelt haben. Fakt ist jedenfalls, dass es seit knapp drei Jahren nun auch in Tunesien selbst ein nachahmenswertes Vorbild gibt: The Residence Golf Course, ein grünes Prachtstück von Robert Trent Jones II in der Nähe der historischen Stätten von Karthago.
Und da Hotellerie und Golf hier oftmals in sehr enger Symbiose leben, ist die Modernisierungswelle in den Häusern der 4- oder 5-Sterne-Kategorie ebenfalls unübersehbar. Internet und WLAN gibt’s in fast allen großen Hotels auf dem Zimmer, fast immer kostenlos. Speziell in den Golfzentren bieten die Hotels dabei eine Anbindung an jeweils zumindest zwei Plätze – dazu kommen meist spezielle Arrangements und Shuttle-Busse, so dass ein Golfurlaub inklusive eines sehr guten Hotels als ausgesprochen preiswert bezeichnet werden muss.
Apropos: Dass Tunesien im Golf und im gehobenen Hotelsegment ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist, ist sicherlich einer der stärksten Trümpfe des nordafrikanischen Landes. Das Greenfee z.B. bewegt sich selbst auf Top-Plätzen nur bis maximal etwa 60 Euro, und eine Flasche (sehr guten!) tunesischen Wein bekommt man auch in der 5-Sterne-Herberge für nur ca. 11 bis 15 Euro. All-inclusive-Angebote sind mittlerweile ebenfalls recht verbreitet, und dass Getränke hier oft nicht inkludiert sind, fällt nicht so sehr ins Gewicht, da vom Mineralwasser bis zum Wein alles sehr günstig ist.
Ein weiteres Ass ist selbstverständlich das Wetter. Dieses präsentiert sich dem Golfer insbesondere im Herbst und Frühjahr sehr freundlich gesonnen, speziell Februar und März sind mit Temperaturen um oder leicht über 20 Grad eine ideale Zeit für eine Tunesienreise. Schönes Spiel heißt es aber sogar im tiefsten europäischen Winter, weil hier die Temperatur während des Tages nur selten unter 15 Grad sinkt.
Ein dritter Pluspunkt ist schließlich, dass die Golfplätze entlang der Strecke von Tunis nach Monastir nicht nur fast alle mit vertretbaren Anreisezeiten zu erreichen sind, wenn man halbwegs im Mittelpunkt dieser Region logiert. Sie sind zudem auch (fast) alle zu empfehlen, weisen sie doch fast immer ein interessantes Design auf, das häufig von renommierten US-Architekten angelegt wurde. Dass beim GJ-Besuch zudem der Pflegezustand (bis auf eine Ausnahme) als gut bis sehr gut zu bezeichnen war, hat natürlich mit den Managern der Golfplätze zu tun, die meist internationale Erfahrung mitbringen. In puncto Verständigung gibt es dabei kaum Probleme: Die Hauptsprachen sind zwar Arabisch und Französisch, aber im Handel, in den Hotels und auch auf Golfplätzen trifft man fast immer deutschsprachiges Personal (nicht wenige leitende Angestellte im Tourismus sind sogar in Deutschland aufgewachsen).
Doch Tunesien ist nicht nur ein attraktives Golfreiseziel, sondern ganz generell eine sehr interessante Urlaubsdestination. Mit den Medinas von Kairouan, Sousse und Tunis hat die Unesco gleich drei dieser faszinierenden Altstädte zum Weltkulturerbe erklärt. Insgesamt dürfen sich in Tunesien übrigens gleich acht historische Stätten mit dieser Auszeichnung schmücken, und fast alle davon sind von den Golfplätzen aus bequem erreichbar. Die Ruinen von Karthago beispielsweise, nur einen Katzensprung von The Residence Golf entfernt, sind definitiv ein Muss für jeden Besucher. Wer sich dagegen zu einem Ausflug ins Landesinnere entschließt, der sollte das kolossale Amphitheater von El Djem aus der Zeit der Römer nicht versäumen.
Sehenswertes gibt’s auch unterwegs, auf der Fahrt von Tunis nach Monastir, entlang der Küste des Mittelmeers liegen einige sehr gut erhaltene Burgen aus dem Mittelalter. Ob man diese Ziele selbst per Mietauto anfährt, ist Geschmackssache. Verkehrstechnisch jedenfalls ist zumindest die Route von Tunis bis Monastir durch eine Autobahn sehr gut erschlossen. Auch der innerstädtische Verkehr ist – bei entsprechender Vorsicht – einem Mitteleuropäer zumutbar. Als Alternative dazu bieten sich die vielen preiswerten und auch relativ gut gepflegten Taxen an.
Letztere sind aber geradezu Pflicht, wenn es mal zum Einkaufen in die Medina gehen soll. Shopping-Fans finden hier generell ein gutes Niveau vor, auf den Märkten rund um die zentrale Moschee werden Waren zu sehr günstigen Preisen angeboten, vor allem T-Shirts und Taschen sowie sonstige Lederwaren. Teilweise handelt es sich dabei natürlich um Imitationen, allerdings oft von sehr guter Qualität. Man sollte also die Ware genau prüfen – und selbstverständlich handeln, denn dies wird sogar erwartet! Selbst untalentierte Feilscher können sich so auf einen Nachlass von rund 50 Prozent gegenüber dem zuerst genannten Preis freuen.
Letztendlich jedoch wird man von dem Bummel durch die Souks ohnehin weniger die Erinnerung an ein Schnäppchen mit nach Hause nehmen, sondern vielmehr jene an das besondere Flair dieser verwinkelten Gassen. Die Vielfalt der kleinen Läden und Werkstätten. Das Gewusel der Menschen. Die bunten Farben und die exotischen Gerüche. Allein dieses Erlebnis ist die Reise wert – und man hofft insgeheim doch sehr, dass die Modernisierungswelle am Mittelmeer speziell vor den Toren der Medina noch lange, lange aufgehalten werden wird.
GJ-Tipp: Unter den vielen sehr guten Übernachtungsmöglichkeiten ist für die ersten Abschläge im Norden The Residence Tunis in La Marsa ideal. Das 5-Sterne-Haus gehört zu den Leading Hotels of the World, genügt damit in puncto Service und Luxus höchsten europäischen Ansprüchen, während sich die Architektur mit ihrem nordafrikanischen Flair sehr landestypisch geprägt zeigt. Abgesehen vom hervorragenden Golfplatz direkt vor der Tür ist das in einer der besten Gegenden von Tunis gelegene Top-Hotel ein optimaler Ausgangspunkt für die Besichtigung der Hauptstadt bzw. der Ruinen von Karthago (theresidence.com/tunis). In Hammamet empfiehlt sich das klassische Ferienhotel The Sindbad: Die 5-Sterne-Herberge am Strand bietet alle Annehmlichkeiten, die Golfer so wünschen, darunter einen Shuttle-Bus zu den Plätzen und Greenfee-Vergünstigungen, da die Hoteleigentümer auch am Golfzentrum beteiligt sind. Dem Trend der Zeit entsprechend gibt es natürlich all inclusive – gegen einen günstigen Aufpreis kann man jedoch im À-la-carte-Restaurant speisen, das über eine ausgezeichnete Qualität verfügt (sindbadhotel.com). Ein perfektes Basislager für Runden im Raum Monastir und Port El Kantaoui ist The Amir Palace in Skanés. Sehr gemütliches Ambiente, gepflegte und große Zimmer, starker Service. Dazu kommen ein sehr schöner Strand und ein großer Swimming-Pool. Besonders zu erwähnen ist das All-inclusive-Buffet in dem 5-Sterne-Haus: nicht übermäßig umfangreich, aber von Spitzenqualität (amirpalacetunisia.com).
Sehr ausführliche Infos zu den Golfplätzen und vor allem für die Reisevorbereitung insgesamt bietet das Fremdenverkehrsamt Tunesien in Frankfurt (tunesien.info). Die besten Flugverbindungen ab Deutschland bietet die nationale Airline Tunisair (tunisair.de), deren Maschinen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München abheben. Darüber hinaus werden die Flughäfen Tunis und Monastir von diversen anderen Linien- und Chartergesellschaften angeflogen. Die Telefonvorwahl ist 00216, bezahlt wird mit Tunesischen Dinar (1 Euro = ca. 1,98 TND).
Zusätzliche Informationen und Links
Equipment: Fairway-Hölzer & Hybrids 2012 im Test +++ Bubba Watson: Der Drive des Champions +++ British Columbia: Traumhafte Kulisse in den Rocky Mountains +++ Fussball: Das GJ-Spezial zur Europameisterschaft +++ Golf & Medizin: Die Voltaren-Golfer +++ Gewinnspiel: Mit Lufthansa Business Class nach Berlin +++ Szene: Die Spielstärke der deutschen Golfer +++ u.v.m.




























































