Das Emirat am Persischen Golf drückt in Sachen Golftourismus aufs Gas und bietet zudem eine spektakuläre Übernachtungsmöglichkeit
Inhaltsbereich

Auf der Überholspur
Gleich mehrfach ist Abu Dhabi voll im Blickfeld: ganz groß beim Finale der Formel-1-Saison 2010 auf Yas Island, das Sebastian Vettel für sich entschied. Und auch Anfang November 2011 sahen motorsportbegeisterte TV-Zuschauer nicht nur die imposante Rennstrecke, sondern das nicht minder beeindruckende Yas Hotel, welches direkt über der Asphaltpiste thront. Beide sind ein Sinnbild dafür, mit welchem Tempo das Emirat Abu Dhabi seine touristische Expansion fortsetzt und dabei so manchen ausländischen Gast einfach erstaunen lässt. Weiteres Beispiel ist das ebenfalls künstliche Eiland Saadiyat, das von Yas aus praktischerweise über eine neu errichtete Autobahn in nur 15 bis 20 Fahrminuten zu erreichen ist und nicht nur Privathäuser und Hotels, sondern auch ein üppiges Freizeitangebot beherbergen soll. Geld für die gewaltigen Investitionen ist reichlich vorhanden: Das Scheichtum verfügt nicht nur noch lange Jahre über Erdöl, es sitzt zudem auf gewaltigen Gasvorkommen, die dafür sorgen, dass der Wohlstand dort noch weiter anhalten wird.
Bei beiden »Kunstobjekten« spielt übrigens Golf eine wichtige Rolle: Auf Saadiyat eröffnete ein von Gary Player entworfener Kurs, und auf Yas wird auf einem spektakulären Links-Platz aus der Feder von Kyle Phillipps auf Birdie-Jagd gegangen. Hinzu kommt mit dem etablierten Abu Dhabi Golf Club, einer 27-Löcher-Anlage in der Stadt und Gastgeber der Abu Dhabi Championship, ein weiterer veritabler Kurs.
Doch zurück zum beeindruckenden Yas-Island: In nur gut drei (!) Jahren Bauzeit entstanden dort die Formel-1-Rennstrecke, der weltgrößte Indoor-Themenpark »Ferrari-World Abu Dhabi« unmittelbar daneben, der erwähnte Golfplatz plus rund ein halbes Dutzend Hotels. Das spektakulärste dieser Nächtigungsstätten ist sicherlich das futuristische Yas Hotel, direkt über der Rennstrecke gelegen. Von außen erinnert das Gebäude so manchen an die Münchner Fußball-Arena, und auch innen ist alles ultramodern. Anfangen von der Lobby bis zu den 13 (!) verschiedenen Restaurants und den insgesamt großzügigen 499 Zimmern: Stets hat man den Eindruck, (fast) in der Zukunft zu residieren. Beeindruckend ist ferner das auf dem Dach des Hotels befindliche Schwimmbad und der Blick über das gewaltige künstliche Areal, das auch eine kleine Marina direkt neben dem Hotel beherbergt. Wer zum Golfspielen auf einen der Kurse nach Abu Dhabi kommt, der kann das Spitzenhaus als guten Ausgangspunkt für seine Runden nehmen: Der brandneue Yas-Links-Kurs ist nur einen Kilometer entfernt, zum Player-Platz im Saadiyat Beach GC sowie zum Abu Dhabi GC sind es gut 15 bis 20 Minuten mit dem Auto. Die »kleinsten« Zimmer im Yas Hotel sind übrigens satte 54 Quadratmeter groß und kosten im Januar circa 210 Euro pro Nacht, Kurzentschlossene finden jedoch auch ohne größere Schwierigkeiten günstigere Angebote. (Tel. 00971/2/6 56 00 00, theyashotel.com)
Abu Dhabi Golf Club, Championship Course – Tel. 00971/2/5 58 89 90, adgolfclub.com, Greenfee: ca. 89 Euro inkl. Cart (ab 14.30 Uhr ca. 57 Euro) – Bereits zum sechsten Mal war der Platz aus der Feder von Peter Harradine 2011 Gastgeber der Abu Dhabi Golf Championship – und dass es sich um einen würdigen Meisterschaftsplatz handelt, darüber dürfte es kaum Zweifel geben, auch wenn der Sieger-Score von Martin Kaymer bei stattlichen 24 unter Par lag. Wer im Club abschlägt (insgesamt gibt es 27 Bahnen), erlebt im Gegensatz zum hektischen Betrieb der Stadt vergleichsweise ruhige Stunden. Der Platz besticht durch seine bereiten Fairways, die es einem eigentlich schwer machen, einen Ball zu verlieren, wären da nicht die zahlreichen Wasserhindernisse, die über die 18 Löcher immer wieder ins Spiel eingreifen. Dies besonders auf der zweiten Halbrunde. So beispielsweise an der 12, einem kurzen Par 3, wo es gilt, den Ball übers Wasser aufs Grün zu bringen, oder aber an den Löchern 14, 16, der knackigen 17 und 18, auf denen das Nass ständig präsent ist und auf Bälle wartet. Dennoch: Auch Durchschnittsgolfer können auf diesem Kurs ihre Freude haben – wenn sie eben nicht groß streuen. Die Grüns waren beim GJ-Besuch in einwandfreiem Zustand, ebenso toll ist der Service, der eine Runde wohltuend abschließt. Der GJ-Score: 74 Punkte
Saadiyat Beach Golf Club – Tel. 00971/2/5 57 80 00, sbgolfclub.ae, Greenfee: ca. 90 Euro inkl. Cart (ab 14.30 Uhr ca. 31 Euro) – Gary Players erster Platz in den Arabischen Emiraten ist »einer der besten, die ich je gebaut habe«, meinte der vielfache Major-Champion zur Eröffnung des Kurses, zu der er höchstselbst angereist war. Das Hauptmerkmal des Designs umschreibt Player so: »Wir haben versucht den Strand in den Platz zu integrieren.« Eine Sache, die ihm bestens gelungen ist. Denn Sand ist das bestimmende Element auf dem Platz. Insgesamt 67 Bunker, deren Fläche zusammen nicht weniger als zehn Hektar beträgt, wurden in den Kurs integriert. Präsent ist das sandige Weiß eigentlich immer, es gibt nur wenige Ausnahmen – die Bahnen 4 und 17. Vom Strand selbst ist dagegen nur an einigen Löchern etwas zu sehen, am besten auf der 6, einem schweren 213 Yards langen Par 3, das direkt am Wasser liegt. Der Blick auf dieses wird im Übrigen noch mehr eingeschränkt werden, wenn die zahllosen Baustellen, die derzeit rund um die Anlage in Betrieb sind, eines Tages fertiggestellt sein werden. Deutlich weniger Arbeiten und damit auch geringeren Lärm begleitet den Golfer auf der zweiten Halbrunde, die unserer Ansicht nach auch die interessantere Hälfte ist. So beispielsweise die Löcher 13 und 14, deren Hauptbestandteil – so meint man am Abschlag – Sand ist. Stramm spielt sich die 16, ein 420 Yards langes Par 4. Auf der rechten Seite zieht sich vom Tee bis zum am Strand liegenden Grün ein mächtiger Bunker, der sich auch direkt vor der Putt-Fläche groß ausbreitet. Etwas Erholung gibt es dann auf der 17, ehe auf der Schlussbahn der Tee-Shot nochmals gut platziert werden will. Rechts lauert Wasser, links warten zwei große – man ahnt es bereits – Bunker auf den Ball. Der Zustand des Kurses war (von minimalen Ausnahmen abgesehen) exzellent, besonders beeindruckend waren die famos gepflegten Grüns. GJ-Score: 71 Punkte
Zusätzliche Informationen und Links
12 x 12 für 2012: 144 Gründe, warum dieses Jahr Ihr Golfjahr wird ... Driver-Technologie: Mit Einstellschrauben oder lieber ohne? ... Training: So bekommt der Pitch sein Fett weg ... Marokko: Golf & Jet-Set – das neue Trendziel in Afrikas Norden ... Luke Donald: Der Imperator ... Warm-Up: Gehen Sie wie die Tour-Pros aufgewärmt ans Werk ... Audi Quattro Cup: Das Finale in Mission Hills ... Leserreise: Mit Handball-Legende Erhard Wunderlich zum "Drive&Speed" an die Algarve ... u.v.m.









