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Paul Dyer (3): Spielsituationen und mehr

Off-Course-Tuning

Ansprechposition, Slice, schwierige Situationen auf dem Platz: Damit befasst sich Teil 3 der Serie von Paul Dyer, Senior-Director of Instruction Europe der David Leadbetter Golf Academy. Dazu gibt es wieder Fitnessübungen von Lars Focke. 

In diesem Monat möchte ich Ihnen Tipps geben für schwierige Situationen, die eigentlich auf jeder Runde auftreten. Sei es Hanglagen im Bunker oder mal wieder ein Slice an der verkehrten Stelle – ich habe die passende Lösung für Sie. Auch auf die Bedeutung der Ansprechposition möchte ich noch einmal hinweisen. Und damit die Sache rund wird, gibt’s wieder eine Reihe von speziellen Golf-Fitnessübungen von Lars Focke, mit denen Sie Ihre körperlichen Grundlagen verbessern.

 

 

Tipp 1: 

Solche Situationen kommen relativ selten vor. Daher sind die meisten Durchschnittsgolfer auch total überfordert, wenn sie eine Lösung dafür suchen müssen. Oft führen solche Lagen dazu, dass mehrere Fehlschläge hintereinander gemacht werden.

 

Der Fehler

Liegt der Ball beispielsweise so im Bunker, dass man außerhalb stehen muss, um ihn schlagen zu können, hat eine Ansprechposition wie auf Bild 1  keine Aussicht auf einen erfolgreichen Schlag.

 

Die Lösung

Es gibt zwei einfache Tipps, um solche Situationen erfolgreich zu bewältigen:

1. Lesen Sie die Lage – genauso, wie man einen Putt liest, sollte man in diesem Fall die schwierige Lage, im Bunker lesen.  Wie liest man eine Lage? Schauen Sie, wie der Ball genau liegt. Wie komme ich am besten ran? Wo kann ich meinen Körper am besten platzieren? Wie schaffe ich Platz zum Schwingen? 2. Stellen Sie sich so hin, dass die Schwungbewegung möglichst einfach ist – selbst wenn das eine komische und vielleicht auch anstrengende Ansprechposition mit sich bringt. Wichtig ist in einer schwierigen Lage, dass man sich nicht komfortabel hinstellt und deswegen eine komplizierte Bewegung machen muss, sondern dass man sich die einfachste Bewegung ermöglicht. Wenn Sie diese Tipps beachten, kommen Sie auch mit dieser ungewöhnlichen Lage zurecht (Bild 2 und 3).

 

Die Übung

Natürlich erfordern solche Lagen viel Flexibilität und Kraft in den Beinen. Mit folgender Übung schaffen Sie bessere körperliche Voraussetzungen: In der Ausgangsposition ist das rechte Knie auf dem Boden, die Arme sind zur Seite gestreckt (Bild 4). Zuerst hebt man das Knie leicht an (Bild 5), dann steht man auf, ohne dass der Schwerpunkt des Körpers nach vorne oder hinten wandert. Geübte können die Übung auf Gymnastikkissen machen (Bild 6 und Bild 7). Solche Kissen sind mit Luft oder Schaum befüllt und sorgen für einen wackeligen Untergrund. Somit ist der Ausfallschritt viel schwieriger.

 

 

Tipp 2:

Gute Golfer erkennt man, bevor sie überhaupt schlagen oder sich bewegen. Der Grund dafür ist, dass sie intuitiv spüren, wie sie sich bewegen müssen und sich optimal darauf vorbereiten. Beim Golf ist ja eine der großen Herausforderungen eben nicht, dass sich der Ball bewegt, sondern dass er einfach nur daliegt. Und es kommt auch kein Gegner, der ihn wegnehmen oder wegschlagen will.

 

Der Fehler

Eine Ansprechposition, wie auf Bild 8 zu sehen, ist alles andere als dynamisch oder sportlich. Bleibt die Frage, wie man damit einen Ball schlagen soll, der 180 Meter weit fliegt. Die Antwort ist einfach: Es geht nicht.

 

Die Lösung

Nur mit einer Ansprechposition wie auf Bild 9 ist es möglich, einen kraftvollen und dynamischen Schwung durchzuführen. Mit folgendem Drill bekommen Sie ein Gespür für eine dynamische Ansprechposition. Dabei werfen Sie einen Ball zu einem gegenüber stehenden Partner (Bild 10 und Bild 11). Der ganze Körper ist dabei in einer dynamischen Grundspannung. Werfen Sie den Ball aus den Schultern und den Armen und versuchen Sie, die Körperhaltung ansonsten unverändert zu lassen.

 

Die Übung

Die Fitnessübung ist sehr ähnlich. Allerdings verwenden wir eine Wasserflasche statt eines Balls (Bild 12). Die Flasche wiegt circa 1,5 Kilo und das Fangen und Werfen stärkt somit Hand und Unterarm. Machen Sie ein Spiel daraus! Die Übung fördert auch die Koordination und Reaktionsfähigkeit!

 

 

Tipp 3:

Wer den Ball mit Slice schlägt, kennt das Problem: Aufgrund der Schwungbahn von außen nach innen startet der Ball etwas nach links, danach dreht er durch seinen Drall nach rechts ab – meistens sehr weit. Um den Slice wirklich erfolgreich zu bekämpfen helfen keine Schnelltipps. Man muss einfach Gefühl und Verständnis entwickeln – sowohl für die Ausrichtung des Schlägerblatts als auch die korrekte Schwungbahn.Der FehlerBei Golfern, die mit dem Slice kämpfen, ist der Schlägerkopf offen (also nach rechts verkantet) und um dies auszugleichen, schwingen sie meistens sehr weit von außen in Richtung Ball (Bild 13).

 

Die Lösung

Es gibt viele Wege und Methoden korrekt zu schwingen, aber alle Top-Spieler haben etwas gemeinsam: Im Abschwung kommt der Schläger so zum Ball, dass der Schaft den rechten Unterarm »trennt« (Bild 14). Aus dieser Position ist der Slice (nahezu) unmöglich. Vergrößern, wo Schaft den Unterarm »trennt« Der folgende Drill hilft, das Gefühl für die richtige Schlägerposition zu entwickeln. Machen Sie doch einmal die Übung auf den Bildern 15 bis 17. Sie werden deutlich die Rotation des Schlägers durch den Treffmoment spüren. Die Größe des Tennisschlägers veranschaulicht zudem eindrucksvoll die Position des Schlägerblatts.Die ÜbungDie Fitnessübung dazu stärkt nicht nur die Bauch- und Rückenmuskulatur, sondern hilft auch, ein Verständnis für die Schulterebene zu bekommen. 

 

Drehen Sie eine Kleiderstange auf Rollen aus der Ausgangsposition (Bild 18) zunächst nach rechts (Bild 19) und dann nach links (Bild 20). Versuchen Sie zu spüren, welche Muskeln beansprucht werden. Wenn Sie die Drehung mit der Mitte des Körpers beginnen, gibt es zunächst eine leichte Verzögerung und dann eine Beschleunigung der Kleiderstange. Genau dies passiert auch bei einem guten Golfschwung.

 

Tipps zu den Übungen von Fitness-Trainer Lars Focke: Die hier dargestellten Fitnessübungen können Sie je nach Stand Ihrer persönlichen Fitness verändern und damit den Schwierigkeitsgrad steigern. Es ist nicht wichtig, viele Wiederholungen zu machen oder sie zu zählen. Vielmehr kommt es darauf an, auf die Intensität zu achten. Versuchen Sie zuerst, jede Übung drei Mal zu wiederholen.

 

Falls Sie anfangen zu zittern oder die Bewegung nicht kontrollieren bzw. sauber ausführen können, machen Sie eine Pause. Ideal sind 20 Sekunden Übung und zehn Sekunden Pause. Denken Sie daran, dass Sie die Übungen sauber ausführen und nach und nach die Intensität verändern.

 

 

Paul Dyer

Wurde mit 19 Jahren Golf-Pro und gründete seine eigene Golfakademie. 1993 wechselte er zur David Leadbetter Golf Academy (DLGA). Momentan ist er als Senior-Director of Instruction Europe auf der DLGA-Anlage Timmendorfer Strand Oststeinbek tätig und arbeitet dort eng mit Fitnesstrainer Lars Focke zusammen.

 

Vielen Dank an den GC München Eichenried, der uns bei den Aufnahmen unterstützte.Weitere Informationen zur David Leadbetter Golf Academy im Internet unter leadbetter.de

 

Bild 1-5 (durch anklicken vergrößern)

Bild 6-10

Bild 11-15

Bild 16-20


Zusätzliche Informationen und Links

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