Sergio Garcia gehört zu den ganz wenigen Tour-Pros, die ihre Hölzer und langen Eisen sowohl sehr lang als auch sehr gerade schlagen. Dass er nicht schon viel mehr Turniere gewonnen hat, liegt eher an seinen Putt-Problemen, die er mittlerweile aber dank seines Belly-Modells immer besser in den Griff bekommt. Der Schwung des Spaniers jedenfalls bietet auch Hobbygolfern den perfekten Anschauungsunterricht.
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Spanischer Longhitter
Bilder 1 bis 2
Relativ aufrechte, athletische Haltung. Hier sieht man schon zwei Eigenheiten, die sich zu kopieren lohnen: Erstens schlägt Sergio wie viele Tour-Pros das Holz aus dem »fliegenden Start« heraus; er beginnt den Schwung also mit leicht angehobenem Schlägerkopf. Versuchen Sie es einmal selbst – die Schwungeinleitung ist wesentlich flüssiger. Zweitens greift der Spanier den Schläger deutlich kürzer, um mehr Kontrolle zu haben (sehen Sie, wie das Griffende hervorlugt?). Nur zu erahnen: Sergio greift relativ stark. Auch ein starker Griff würde den meisten Amateuren gut tun.
Bilder 3 bis 4
Klassischer One-Piece-Takeaway ohne überflüssige Bewegung. Beachten Sie das späte Winkeln der Handgelenke – erst in Bild 4 beginnen sich die Handgelenke zu beugen. Dieses relativ späte Winkeln gilt in der modernen Trainingslehre als vorteilhaft, um später umso mehr »Lag« aufzubauen, also mehr Winkel zwischen linkem Arm und Schläger im Abschwung.
Bilder 5 bis 6
In Bild 5 wird der Schläger etwas steil, flacht aber bald wieder ab. Alles ist noch im Rahmen. Unbedingt abschauen: Die Beugung des rechten Knies. In Bild 5, 6 und 7 stünden 90 Prozent aller Amateure mit gestrecktem rechtem Bein da.
Bilder 7 bis 9
Der Schläger ist »aufgeladen«, der Winkel zwischen linkem Arm und Schläger wird im Abschwung sogar noch spitzer, daher kommt Sergios Power. Weil er diesen enormen »Lag« entwickelt, kann er sich auch erlauben, etwas von innen an den Ball zu kommen, ohne den Ball fett zu treffen, weil seine Hände im Treffmoment weit vor dem Ball sind. Für Golf-Gourmets: Ben Hogan schwang einst genauso. Beachten Sie auch die ungeheuer schnelle Hüftdrehung zwischen den Bildern 7, 8 und 9, das Merkmal eines jeden guten Spielers. Noch ein Hinweis. Selbst mit dem Fairway-Holz schlagen Spitzenspieler oft Divots (siehe Bild 9). Die Bewegung geht auch mit dem Holz nach unten zum Ball. Scheuen Sie sich nicht vor dem Bodenkontakt – natürlich erst, nachdem Sie den Ball getroffen haben.
Bilder 10 bis 12
Der linke Arm bleibt lange gestreckt, das Finish ist perfekt. Kaum ein Amateur hält seine Endposition, dabei wäre das gut und wichtig, um für einen insgesamt ausbalancierten Schwung zu sorgen. Viele Amateure hauen viel zu stark drauf – ein kontrolliertes Finish ist ein guter Anker, um rhythmisch, flüssig und elegant zu schwingen.
Daten & Fakten: Sergio Garcia
Geboren am 9. Januar 1980 in Castellon, Spanien
Weltranglistenposition: 14
Turniersiege: sechs auf der US PGA Tour, sechs auf der European Tour
Bestes Major-Finish: 2. (British Open 2007, PGA Championship 1999)
Durchschnittlicher Drive: 268 Meter (11. Platz)
Schwunganalyse: Ian Peek
Zusätzliche Informationen und Links
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