Elegant und effizient zugleich: Niemand schwingt den Schläger schöner als der sympathische Südafrikaner. Der dreifache Majorsieger hat schon immer eine Bewegung, bei der selbst Tour-Pros neidisch werden.
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Pure Poesie
Obwohl Trainingsfleiß und Ehrgeiz erforderlich sind: Das wichtigste Element, um ein erfolgreicher Tour-Spieler werden zu können, ist das angeborene Talent. Ich glaube, fast jeder ambitionierte Jugendliche kann mit einem guten Trainer ein Handicap von -4 erreichen. Erst dann sieht man, wie viel Talent und Potenzial der Spieler tatsächlich besitzt. Der Spieler, der mit einem komischen oder unorthodoxen Schwung in der Jugend Turniere gewinnt, zeigt viel von der schwersten erlernbaren Qualität – mentale Stärke.
Ernie Els, in vielen Sportarten spitze, hatte mit 14 Jahren schon Handicap 0. 1984 gewann Ernie in San Diego die Junior World Golf Championships der AK 14. Phil Mickelson wurde Zweiter, und ein 8-Jähriger namens Eldrick Tiger Woods gewann die AK 10.
Ernie arbeitete 18 Jahre lang mit David Leadbetter. Seit März 2008 ist er ein Schüler von Butch Harmon – selbst er will sich also in seinem Schwung weiterentwickeln. Möglicherweise will er konstanter werden und etwas weniger steil aufschwingen – man darf auf die Änderungen gespannt sein.
Bild 1: Trotz seiner 1,91 Meter sehen wir, wie gut das maßangefertigte Eisen 8 in den Händen von Ernie liegt. Meiner Meinung nach sollten alle ehrgeizigen Golfer mit gefitteten Schlägern spielen. Sie sind in der Regel auch nicht teurer als die gleichen Modelle von der Stange.
Bild 2: Klassische Ansprechposition, wobei der Oberkörper sich genug nach vorne neigt, dass die Arme lang und frei vor dem Oberkörper hängen können. Beachten Sie, wie nah sich die Hände an den Beinen befinden (circa eine Faustbreite ist ein idealer Abstand bei den Eisen).
Bild 3: Der Schlägerschaft ist (fast) parallel zum Boden und befindet sich auf einer optimalen 9-Uhr-Position. Diese Position bietet einen idealen Kontrollpunkt für Golfer aller Spielstärken: a) Der Schaft ist parallel zur Fußrichtung und parallel zum Boden. b) Die Spitze des Schlägers zeigt Richtung Himmel. c) Dazu haben sich die Schultern leicht aufgedreht.
Bild 4: Die weitere Drehung der Schultern zieht die Hüfte und das linke Knie mit. Der Schaft liegt hier auf einer relativ steilen Ebene, und wir sehen, wie die Verlängerung des Schafts nach unten nicht zum Ball, sondern zwischen Ball und Füße zeigt. Diese steile Schaftposition hat nichts mit seiner Größe zu tun, sondern war immer eine bevorzugte (und umstrittene) Rückschwungposition von Ernies Golflehrer David Leadbetter.
Bild 5: Schultern und Hüfte von Els drehen sich weiter auf, aber der Oberkörper hält die Neigung der Ansprechposition. Fällt es Ihnen schwer, eine volle Schulterdrehung zu machen? Mein Tipp: Um die Schulterdrehung zu erleichtern, knicken Sie das linke Knie (für Rechtshänder) früher und stärker in Richtung rechtes Knie.
Bild 6: Die Rückschwungphase ist beendet. Passend zu diesem Bild ist ein Merksatz meines ehemaligen Golflehrers Willi Hofmann, der mir immer wieder sagte: »Sobald beim Ausholen die Schulterdrehung aufhört, müssen die Hände und Schläger auch gleich zur Ruhe kommen.«
Wir sehen einen leichten konkaven Winkel zwischen dem linken Unterarm und Handrücken. Als Folge liegt das Schlägerblatt in einer leicht geöffneten Position (Vergleichen Sie die Blattposition von Ernie mit der von Lee Westwood, Bild 8, GJ 7/08). Tendieren Sie zum Pull-Hook? Dann zeigt Ihr linker Handrücken (als Rechtshänder) am Ende des Ausholens wahrscheinlich zu sehr Richtung Himmel. Daher wäre die Handposition von Els ein Vorbild für Sie!
Bild 7: Der Abschwung wird durch eine seitliche Bewegung des linken Knies Richtung Ziel eingeleitet. Mein Tipp: Sollten Sie diese Kniebewegung schwierig finden, können Sie den Impuls zum Abschwung auch durch die Arme einleiten. In dem Fall werden Schultern, Hüfte und Füße von den Armen und Schläger beim Abschwung mitgezogen. Wenn wir Bild 7 mit Bild 4 vergleichen, sehen wir, wie der Schlägerschaft sich abgeflacht hat. Dies ist die Folge der Körperbewegung Richtung Ziel.
Bild 8: Der Treffmoment und das wichtigste Bild der gesamten Serie! Beachten Sie bei diesem optimalen Ball-Boden-Kontakt drei Dinge: a) beide Arme sind lang und die Ellenbogen liegen nahe beieinander, b) die Schultern sind nur leicht geöffnet (vergleichen Sie die Schulterrichtung im Bild 8 mit der Schulterrichtung im Bild 2), c) der linke Unterarm und Handrücken bilden eine gerade Linie
Mein Tipp: Sollten Sie unter einem Pull-Slice leiden, ist es ziemlich sicher, dass Ihr linker Handrücken im Treffmoment zu sehr Richtung Himmel zeigt. Therapie dagegen? Stellen Sie sich vor, Ihr Handschuh-Logo zeigt im Treffmoment leicht nach unten und in Richtung linker Fußspitze.
Bild 9: Durch die freie Rotation der Unterarme zeigt die Spitze des Schlägers wieder Richtung Himmel. Obwohl der Ball schon längst unterwegs ist, hat der Oberkörper seine Ansprechneigung noch gehalten, aber die rechte Ferse ist weg vom Boden. Mein Tipp: Golfer mit Rücken- oder Hüftproblemen dürfen den Oberkörper beim Durchschwung früher aufrichten. Der bald 51-jährige Bernhard Langer macht das mittlerweile auch so.
Bilder 10 bis 14
Der Schläger verliert seine Geschwindigkeit und die Arme entspannen sich. Ab Bild 11 sehen wir, wie die Beine eine K-Form beim Finish bilden.
Das Körpergewicht hat sich fast völlig auf das linke Bein verlagert, und wir sehen im Bild 14 wie Ernie mit dem Vardon- (oder Overlapping-)Griff spielt – die Wahl der meisten (aber nicht aller) Top-Golfer.
Daten & Fakten: Ernie Els
Geboren am 17. Oktober 1969 in Johannesburg, Südafrika
verheiratet, zwei Kinder
Weltranglistenposition: 5
Erfolge: 59 Turniersiege weltweit, drei Major-Titel (US Open 1994 und 1997, British Open 2002), Hält diverse Rekorde, u.a. einen Sieg mit 13 Schlägen Vorsprung (BMW Asian Open 2005). Auch als Platzdesigner (Umbau von Wentworth 2006) und Winzer hoch angesehen
Der Experte
Ian Peek ist einer der renommiertesten Pros
in Deutschland. Der Schotte unterrichtet im GC Sigmaringen Zollern-Alb. Kontakt:
Tel. 0171/2 86 30 42,
mail@nms-golf.com
Zusätzliche Informationen und Links
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