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Sportmedizin: Fit durch richtiges Equipment

Es muss passen

Kreuzschmerzen oder Rückenprobleme nach der Runde? Die Ursachen müssen nicht anatomisch sein. Es kann auch an der falschen Hardware liegen. 

Haben Sie das auch schon erlebt? Während oder nach der Runde plagen Sie Kreuzschmerzen. Vor allem Bück- und Aufrichtbewegungen lösen im  lumbosakralen Bereich einen kurzen, aber intensiven Schmerz aus. Es kann das so genannte »Abbrechsyndrom« sein, das heißt eine funktionelle Störung im Muskel- und Bandapparat des unteren Wirbelsäulenbereichs. Häufig liegt es aber auch an der individuellen Zusammenstellung Ihrer Golfausrüstung. Falsche Schläger, falsche Bags, falsche Schuhe. Kommt dann noch eine ungünstige Technik, Biomechanik und falsche Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit hinzu, können die Schmerzen die Freude am Spiel stark trüben. 

 

Was Sie bei der Schlägerwahl beachten sollten

 

1 Die Spielstärke wissen 

Denn sie ist die Vorgabe für das Equipment. Je nach Können sollten Schlägerkopfgröße, Schaftsteifigkeit und Baggröße darauf abgestimmt sein. Ziehen Sie Ihren Pro als Berater heran. Lassen Sie von ihm sachlich beurteilen, ob Sie in die Kategorie der (sehr) guten oder der durchschnittlichen Spieler gehören. 

 

2 Nicht selbst überschätzen 

Vertrauen Sie nicht zu sehr den Werbebotschaften, die Golfer dazu animieren, sich jedes Jahr das Neueste  zu kaufen. Eine Profiausrüstung ist nur für Golfer geeignet, die wie Profis spielen. Wer sich verbessern will, schafft sich damit nur eine weitere Hürde. Die Wahl von Blades statt Midsize- oder Oversize-Schlagflächen sowie Metallschäfte statt Graphit, möglichst steif natürlich: Solch eine Profi-Ausrüstung lässt so manchen durchschnittlichen Spieler sein Waterloo erleben. Wunderschläger? Eine Illusion. Es ist utopisch, dass man mit Stiff-Schäften weiterkommt, nur weil die Pros damit spielen. Eine Anpassung der Schläger an die eigene reale Leistung erfordert Mut zur Ehrlichkeit und den Mut, sich Mängel einzugestehen. Es gibt keine »Wunderschläger«. Es gibt nur Wunder durch eine Verbesserung Ihres Spiels und Ihrer Fitness. Passen Sie Ihre Schläger individuell auf Ihre körperlichen Vorgaben an. Viele gute Firmen bieten diesen Service. Passendes Equipment erleichtert den Schlag, erhöht das Vertrauen und reduziert die Belastung des Haltungs- und Bewegungsapparats. Sonst werden Gelenke geprellt, überlastet und Wirbelsäulenbereiche, die sowieso schon überlastungsgefährdet sind, zusätzlich beansprucht. Achten Sie vor allem auf die Relation zwischen Körpergröße und Schlägerlänge. Ideal ist es, wenn Sie Ihren Oberkörper maximal ein Drittel beugen müssen. 

 

3 Vertrauen schaffen

Haben Sie das Ihrer Spielstärke angepasste Set ausgewählt, bleiben Sie ihm erst einmal treu. Auch wenn es etwas seltsam klingt, aber Golfer und Set müssen sich aufeinander einspielen. Und miteinander vertraut werden. Sie werden sehen, je besser Sie in puncto Technik, Fitness und Koordination werden, umso sicherer, intuitiver und erfolgreicher setzen Sie auch Ihre Schläger ein.

 

4 Kein zu schweres Bag!

Beziehen Sie Ihre individuelle Fitness in die Zusammenstellung Ihrer Ausrüstung ein. Das betrifft im Besonderen das Bag. Es kostet einiges an Fitness und Muskelkraft, die Schlägertasche, womöglich auf den Schultern, über 18 Löcher zu transportieren. Schaffen Sie es mit Leichtigkeit oder macht es Ihnen Probleme, wenn Sie zum Beispiel ein großes Bag benutzen? Junge Golfer wählen mit Blick auf die Profis gerne schwere Bags. Das ist nur ratsam, wenn die Muskeln der Schulterkulisse, des Rückens, des Bauchs und der Arme entsprechend gekräftigt und elastisch sind. Gerade das Schultern des Bags führt zu Verspannungen im Halswirbel- und im Schulterbereich, wenn die Muskeln hier »schwächeln«. Das wirkt sich negativ auf den Schwung aus. Für ein schweres Bag benötigen Sie Fitness. Wie fit Sie sind, merken Sie daran, ob Sie es über die gesamte Runde mit Leichtigkeit tragen können, ohne Anzeichen von Überlastung. Also: Lieber ein leichtes und kleineres Bag oder einen Trolley, als sich zu überfordern. 

 

5 Richtiges Schuhwerk

Daran sollten Sie keinesfalls sparen. Denn ein guter Stand und entspannte Füße sind eine wichtige Grundlage für eine gute Runde. Wer Fußbeschwerden hat, bekommt konditionelle Probleme, weil die Beinmuskulatur schneller ermüdet und selbst die Muskulatur der Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Achten Sie unbedingt auf bequemes und vor allem Ihren Füßen exakt angepasstes Schuhwerk. Mit viel Spielraum für die Zehen, guter Abstützung und Klimatisierung. Golfschuhe dürfen ruhig mehr kosten und sogar maßgeschneidert sein. Moderne orthopädische Schuhtechniker bieten diesen Service an. Sprechen Sie sich auch mit Ihrem Facharzt ab, ob und welche Einlagen Sie verwenden sollten. Golf ist Fair Play – das sollten Sie auch für sich beherzigen und Ihre Ausrüstung Ihrem Können anpassen.

 

 

Prof. Bernd Rosemeyer 

gilt als gesuchter Orthopäde. Der erfahrene Golfer spielt Handicap 14.


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