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Streitthema CSA, Teil 2

Rettet Golf! (II)

Kein Artikel hat in der 25-jährigen Geschichte unserer Zeitschrift mehr Reaktionen ausgelöst als Stefan Maiwalds Aufruf »Rettet Golf!« in der Januar-Ausgabe. Schon am ersten Erscheinungstag erreichten uns mehr als drei Dutzend E-Mails, insgesamt kamen über die Weihnachtstage 300 Zuschriften. Eine repräsentative Auswahl lesen Sie auf diesen Seiten. Gern hätten wir auch Gegenstimmen veröffentlicht, doch sämtliche Verfasser stimmten dem Autor zu. Das beweist: In Deutschland muss sich etwas ändern.

Das sagen die Leser
 
Sieht der Autor auch nur die geringste Chance dafür, dass die Allgewaltigen des DGV, an die sich der Appell in erster Linie zu richten hätte, bereit sein werden, auch nur ein Jota an dem entstandenen Gewirr von Verfälschungen des viel beschworenen »spirit of the game« zu ändern? Wir meinen: Nein. Wurde also der Artikel vergeblich, wenngleich vermutlich nicht umsonst geschrieben? Wir meinen: Nein! Wir glauben, dass er so manche Leserin und manchen Leser von GOLF JOURNAL zum Nachdenken angeregt hat.
Margot und Dr. Herbert Veigel, Sigmaringen

 

Als besonders ärgerlich und schlicht überflüssig erachte ich den CSA-Wert. Als ehemaliger Segler kenne ich keine andere Outdoor-Sportart, die für sich in Anspruch nimmt, die Natur korrigieren zu wollen. Witterungsbedingte Einflüsse gehören nun mal zum Spiel dazu. Segler, Ruderer oder Wintersportler, selbst Leichtathleten kämen nie auf die Idee, Punk--te, Plätze oder Zeiten aufgrund äußerer Einflüsse gutzuschreiben. Dort gibt es nur die Möglichkeit, einen Wettkampf wegen widriger Bedingungen abzusagen.
Frank Sellentin

 

Ich freue mich über den Beitrag des DGV zur Gehirngymnastik, der mein Alzheimer-Risiko hoffentlich senkt. Aber was soll meine Stammvorgabe von -18,4 im internationalen Vergleich aussagen, wenn meine Spielvorgabe hier überall bei -21 liegt, ich in meinem Leben erst drei Runden durchgezählt unter 90 gespielt habe und mir jeder mittelmäßige Challenge-Tour-Spieler von Weiß 35 Schläge abnehmen würde? In Südafrika ist das schlechteste Handicap -28, das dient der Spielbeschleunigung. Jeder, der ein Bag dabei hat, darf auf den Platz. Für die, die etwas anderes wollen, gibt es private Clubs. Es wird mehr gezockt und gelacht. Kasteien wir uns, damit nicht der falsche Nettosieger drei Bälle gewinnt?
Markus Stamm, Mettmann

 

Ich spiele schon seit fast vierzig Jahren Golf, und ich erinnere mich noch gut, dass Stableford vor allem deswegen eingeführt wurde, um das Spiel zu beschleunigen. Komisch, ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals bei einem Stableford-Turnier ein Spieler einen Ball tatsächlich aufgehoben hat, wenn er keine Punkte mehr machen konnte. Seltsamerweise hat Stableford das Spiel eher langsamer gemacht. Daher finde auch ich: mehr Zählspiel!
Werner Dammermann, Hamburg

 

Sie haben mir aus der Seele gesprochen (geschrieben). Genau wie bei der Industrienormung müssen wir hier in Deutschland einen Erfüllungsgrad von 100 Prozent haben. Ich will Spaß haben und mich nicht ärgern – und will überhaupt nicht über CSA nachdenken müssen.
Karl-Hermann Klobes, Dortmund

 

Die große Faszination des Golfspiels geht von unseren Idolen auf der US PGA Tour, der europäischen oder anderen Touren aus. Sie begeistern uns alle mit ihren Schlägen, ihren tiefen Scores und spornen uns an, es ihnen gleichzutun. Wir gehen aber hin und spielen einen Modus mit Punkten und einem komplizierten Handicap-System. Das ist doch eigentlich völlig absurd.
Als ich 1960 im Alter von zwölf Jahren mit Golfspielen begonnen habe, gab es ein maximales Handicap von -24. In meinem Heimclub spielte man in der Zeit fast nur Strokeplay-, Matchplay-, einige Bogey-, aber fast nie Stableford-Wettspiele. Tatsächlich war damals das Handicapping – zusammen mit dem SSS (Standard Scratch Score) – noch eine einfache, überschaubare Sache.
So war und ist auch heute noch die effektive Anzahl meiner Schläge für mich das einzig Wahre und auch die Herausforderung par excellence auf dem Golfplatz. Ich glaube, dass die heutige Entwicklung mit Course-Rating, Slope, Stammvorgabe, Spielvorgabe und CSA noch weitergehen wird und bald einige neue Systemfinessen noch dazukommen.
Also stellt sich die ketzerische Frage, was man als hoffnungslose Minderheit und überzeugter Anhänger eines einfachen, ehrlichen und ursprünglichen  Golfsports gegen die Übermacht der so beliebten Stableford-Lobby tun kann:
- Boykott von Stableford-Wettspielen
- Turniersponsoren ermuntern, andere Wettspielarten auszutragen,
- Mitglieder von Wettspielausschüssen darauf hinweisen, dass es noch andere Wettspielarten als Stableford gibt.
Ueli Lamm, GC Engadine, Samedan/Zuoz

 

Stefan Maiwald hat mir und bestimmt sehr, sehr vielen anderen Golfern ganz aus dem Herzen geschrieben! Denn es macht allmählich keinen Spaß mehr, sich noch an Turnieren zu beteiligen. Spätestens mit der unseligen CSA-Regelung ist das Spiel ein Glücksspiel geworden bzw. der Willkür von selbsternannten Golfbürokraten unterworfen worden. Dem Funktionärstum (immer mehr und kompliziertere Regeln) und der Geldgier (immer aufwändigere und publikumsentferntere Turniere außerhalb Europas auf der sogenannten PGA European Tour) sollte wirklich einmal Einhalt geboten werden. Wieso eigentlich muss sich der DGV hier mal wieder profilieren, wenn der große »Rest« der Golfwelt – wie USA, Australien und England – die Sache mit dem Handicap so viel gelassener angeht? Und wieso buckeln hierzulande die Clubs bzw. ihre Manager so vor der hohen Obrigkeit der DGV-Funktionäre und ignorieren den ganzen Unsinn nicht einfach?
Frank von der Beek

 

Wenn wir normalen Golfer diesen Selbstzweck-Bürokratismus nicht stoppen (die Herren der einschlägigen Gremien müssen ja ab und zu beweisen, wie wichtig sie sind), werden wir demnächst vor einem Turnier gefragt, ob wir uns heute gut fühlen (= Hcp minus 1) oder eher schlecht (= Hcp plus 1). Also bitte: Stopp für all die Neuerungen der letzten Zeit. Lasst uns Golf spielen und nicht rechnen.
M. Geiger-Huss

 

Herr Maiwald spricht mir aus der Seele. Ich habe vor 35 Jahren Golf spielen in Irland gelernt. Nach langer Auszeit, in der ich mich um berufliche Dinge gekümmert habe, habe ich vor fünf Jahren in einem deutschen Club wieder angefangen. Slope, CSA, EDS, Course-Rating – was war das? Wie schwer es war, wieder reinzukommen, spiegelte meine damalige Start-Stammvorgabe von -54 wider, mit der ich starten musste, trotz meiner Hinweise, diese sicher locker zu unterspielen. Was ich dann auch tat. Mit Schulterzucken. Heute habe ich immer noch -30,5, weil ich, leider, immer noch kaum zum Spielen kommen. Auch diesen Wert schätze ich als zu hoch ein und werde Gewinne nicht annehmen, sollte ich beim Stableford-Turnier locker gewinnen. That’s the spirit of the game. Ich glaube, wir haben es hier mit einem typisch deutschen Ding zu tun: Alles muss perfekt, bis zum letzten Punkt geregelt sein. Ich finde die Punkte von Herrn Maiwald (besonders den Punkt 2) allesamt richtig. Bleibt ein Problem: Wie stoppt man das, was bereits rollt? Ich mache mir da keine Illusionen.
Dominik Finkeldei, Wehrheim

Ich wünschte, die in Ihrem Essay angesprochene Forderung ließe sich hier in Europa/Deutschland umsetzen – aber leider sind Sie der Rufer in der Wüste. Ich arbeite in der Golfbranche und habe täglich mit Golfern zu tun. Der große Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern: Die Amerikaner spielen ein Spiel aus Freude am Spiel. Die Deutschen spielen aus Freude am Ergebnis. Klar sind die »typisch amerikanischen« Sportarten durchdrungen mit Statistiken. Jeder, der mal American Football, Baseball oder NASCAR (Rennserie) verfolgt hat, weiß, was ich meine. Und das belegt meine These: Das eigentliche Spielergebnis ist nur ein weiterer Wert, der erhoben wird. Und in Deutschland? Ich erlebe kaum einen Golfspieler, der sagt, er wolle besser werden. Aber alle reden davon, ein besseres Handicap haben zu wollen. Das Ergebnis zählt beim Deutschen, nicht das Spiel.
T. P. (Name der Redaktion bekannt)

 

Ihrem Artikel kann man voll zustimmen. Die Misere beginnt aus meiner Sicht bereits bei der Platzreife mit Hcp -54. Damit bringt man preiswert viele Interessenten auf den Platz, muss aber laufend Rabbit-, 9-Löcher-Turniere etc. anbieten. Ich spiele seit gut zehn Jahren Golf, sehr viel auch im europäischen Ausland – und treffe dort überwiegend auf Zählspielrunden! Ich habe Ihren Vorschlag, mehr Zählspiele zu veranstalten, bei mir selbst erfahren. Bei circa Hcp -27 habe ich Matchplay-Turniere begonnen und spiele heute -19,5. Auch auf den privaten Runden spielen wir generell Zählspiel. Ich meine auch, dass in Irland alle Runden gewertet werden, wenngleich es auch Pflichtturniere gibt.
Götz Reichart

 

Bravo !!!!
Kann Ihren Artikel vollinhaltlich unterschreiben! Außerdem weniger handicap-wirksame Turniere, mehr gesellige, lustige Turniere. Keine so teuren Preise, noch dazu, wo es eh immer schwieriger wird, Sponsoren zu finden.
Heinz Herzig, Salzburg

 

Sie haben im Deutschen Golf Verband einen Verbündeten, wenn es darum geht, die Golfregularien auf Widersinniges oder Überflüssiges zu durchforsten! Die zuständigen Gremien des Verbandes werden sich dies in nächster Zeit verstärkt zu einer ihrer Aufgaben machen. Ein erster großer Schritt wurde vor wenigen Jahren bereits gemacht, als die für alle Clubs verbindliche Spiel- und Wettspielordnung (immerhin 200 Seiten dick) zum Handbuch mit bloßem Empfehlungscharakter zurückgestuft wurde. Vor allzu viel Hoffnung, z.B. einem Zurück-zu-den-Ursprüngen, sei jedoch »gewarnt«. Ob z.B. im Turnierkalender eines Golfclubs fast ausnahmslos Stableford-Wettspiele (deren Ergebnisse Spieler manches Mal nicht mehr selbst berechnen können) und kaum noch das »ursprüngliche« Zählspiel auftauchen, entscheidet nicht der Verband, sondern der Club.
Dass ein zu großer Trampolineffekt von Schlägerköpfen bei Drivern ab 2008 verboten ist (und entsprechend zwei Listen mit zulässigen und unzulässigen Schlägertypen nun auch noch die angenehm kurze Regel 4 der Golfregeln »ergänzen«), ist allein einer weltweiten Initiative zum Schutz unserer Golfplätze zu verdanken. Schenkt uns nämlich die Schlägerindustrie in jährlichem Rhythmus neue Driver, die immer größere Schlaglängen ermöglichen, degradiert sie damit Meisterschaftsplätze nach und nach zu harmlosen Kurzplätzen. Ohne Verbote kein Ende dieser fatalen Entwicklung. Und auch der Blick in die USA, »wo jeder einfach sein Spielergebnis in den Computer eingibt«, hilft beim Wunsch nach vereinfachten Regularien nur bedingt weiter: Dem europäischen Stableford-System, das das Zählspiel immer mehr verdrängt, entspricht dort »ESC« (Equitable Stroke Control). Und während das deutsche Handicap-System 70 Seiten umfasst, kommt das amerikanische immerhin auf 131. Auch Vergleiche mit anderen Sportarten sind meist schnell und effektheischend gezogen. Aber, wussten Sie, dass die offiziellen Fußballregeln immerhin 118 Seiten umfassen? Und das, obwohl dort auf genormter Spielfläche gespielt wird?
Alexander Klose - DGV-Geschäftsführer Recht und Regularien

 

Der Hang zur Perfektion ist uns Deutschen eigen – teilweise geschätzt, teilweise belächelt. Das spiegelt sich auch in unserem geliebten Golfsport wider. Alles soll möglichst messbar und vergleichbar sein. Leider werden darüber allzu oft die Attraktivität des Spiels, die Schönheit der Umgebung, das gelungene Platzdesign und ein erholsam-faires Miteinander vergessen.
Egi Deutz

 

Danke für diesen mutigen Beitrag, der ja so ganz gegen die offizielle Funktionärsmeinung steht. Aber er trifft den Nerv der meisten Golfspieler. Bei Privatrunden und vor allem bei Turnieren wird heftig diskutiert. Hier scheint mal wieder die deutsche Tugend durchzubrechen, alles zu 100 Prozent umsetzen zu müssen und Vorschriften und Regeln einzuführen, wo keine gebraucht werden. Aber das sichert natürlich auch Arbeitsplätze im Verband, und so mancher bekommt dann ein Amt, wo er über andere bestimmen kann. Und ohne den Computer im Sekretariat ist man nicht mehr in der Lage, sein Spielergebnis zu ermitteln.
Zurück zum einfachen, verständlichen Golf. Es ist die schönste Sportart.
Frank Ullmann

 

Herr Maiwald hat bestimmt allen Golfern aus dem Herzen gesprochen. Doch diese können sich äußern und auch Leserbriefe schreiben, aber nicht echt entscheiden. Man müsste nur die Entscheidungsebene ändern und nicht nur von oben nach unten, sondern auch mal von unten nach oben Regeln ändern. Es fehlt eine Volks-Golf-Entscheidung in Form einer Spielerbefragung.
Dr. Jörg Driest, Herborn

 

»Rettet Golf« ist einer der besten und treffendsten Artikel, die Sie in den letzten Jahren geschrieben haben! Es ist Zeit, Golf wieder zu Golf machen, dem schönsten Sport auf Erden! Als ausgewiesener Gegner von CSA bin ich froh, dass Sie das Problem in dem Artikel so genau beschrieben haben. Ich persönlich hätte noch das Thema Handicap (oder Stammvorgabe oder Spielvorgabe???) -54 und das leidige Thema Platzreife mit aufgenommen. Nur in Deutschland gibt es so einen Quatsch.
Aber wie kann man was bewirken? In einer Zeit, in der sich der DGV immer mehr dem europäischen Verband anpasst? Wie kann man Golf wieder vereinfachen? Wie viele Unterschriften sind nötig? Oder Druck der größten Golfclubs – haben diese Clubs Interesse an der Vereinfachung?
Christian Fernandez Gamio, Golfanlage Landgut Dreihof

 

Ihr Artikel über »Rettet Golf« – es war mir eine große Freude, das zu lesen. Ich empfinde es genauso und möchte auch kein Professor der Mathematik sein müssen, um meinen Score heute ausrechnen und verstehen zu können. Inzwischen habe ich die Lust verloren, an Golfturnieren teilzunehmen. Das Stableford-System hat für mich nichts mit Golf zu tun. Es ist Selbstbetrug. Ich spiele nach wie vor Zählspiel und freue mich auf eine zügige Runde. Das ist eben Golf. So macht es Spaß. Auch den klassischen Vierer vermisse ich sehr, denn er verdoppelte wirklich jede Emotion. Es war sehr spannend, und die Konzentration war umso größer, da man sich vor dem eigenen Partner nicht blamieren wollte.
Birgitta Abinger

 

4 x JA!!!!      Frank Schmitz

 

Seit sieben Jahren bin ich begeisterter Golfsenior (Hcp -17,7) und habe mich inzwischen an die Zählweise bei Turnieren auf eigenem Platz und auch auf fremden Golfplätzen gewöhnt. Aber Ihrer Aussage, man brauche mittlerweile Laptops, um seinen Score zu ermitteln, muss ich widersprechen: Man kann mit keinem Laptop der Welt nach Ende seiner Runde den erreichten Score errechnen – weil man auf das Glück oder Pech der anderen Turnierteilnehmer warten muss, die noch auf der Runde sind.
Friedhelm Wendler, Möhnesee

Ich spiele in Deutschland und in Spanien Golf. In Spanien macht es eindeutig mehr Spaß. Die Menschen, egal welcher Nationalität, sind einfach lockerer. In Deutschland kommt mir das Golfspiel wie ein Schaulaufen der Eitelkeiten vor. Wer trägt die neueste Mode? Wer hat die neueste und teuerste Ausrüstung? Und dann noch der vorauseilende Gehorsam in allen Belangen, natürlich auch beim Golf mit CSA usw.
Ein bisschen weniger Verbissenheit, mehr Toleranz und Lockerheit, um auch mal ein schlechtes Ergebnis wegzustecken, wären wünschenswert. Dann noch das Abschaffen von CSA etc. Einfach spielen, gegen den Platz, so wie er ist an irgendeinem Tag, mit oder ohne Wind, mit oder ohne Regen. Alles gleicht sich schließlich aus. Und wenn das Handicap mal hoch geht? Was soll’s? Vielleicht verteilen sich dann auch noch die Teilnehmer an Turnieren anders? Es soll Spieler und Spielerinnen geben, die sich den Platz nur nach seiner speziellen Vorgabe aussuchen.
Dieter Murowski

 

Herzlichen Glückwunsch, GOLF JOURNAL, für diesen offenen Bericht, der in ehrlicher Form ausdrückt, was viele Golfer denken. Was den Kult um den Teilaspekt Handicap betrifft, sind wir da teilweise nicht selbst schuld? Was sind denn das für Albernheiten, wenn sogar in Bekanntschaftsanzeigen das Handicap angegeben wird?
Ich kann mich der These »Zurück zu den Ursprüngen« nur anschließen und appelliere an die deutschen Golfer: Habt Spaß, setzt euch nicht ständig unter Turnierstress und spielt einfach Golf!
Walter Reinhard, Alsbach

 

Dem Essay von Stefan Maiwald – »Rettet Golf« stimme ich vollinhaltlich zu. Es spiegelt genau meine Meinung wider. Wir nähern uns einer Bürokratie, die Brüssel bald in nichts mehr nachsteht. Werden dort die Durchmesser von Gurken und die Krümmungsradien von Bananen reglementiert, werden hier nun das Wetter, der Wind und das Gras in die Wertung einbezogen.
Für die großen Denker, die sich diese Regeln einfallen lassen, habe ich einen ganz einfachen Vorschlag: Spielt doch einmal eine Runde lang zwei Bälle konsequent so, als wäre jeder Ball ein eigener Spieler. Und seht Euch dann die Ergebnisse an, die doch nun tatsächlich unter haargenau denselben Bedingungen am selben Tag vom selben Spieler erzielt wurden. Ihr werdet staunen.
Also: Machen wir Golf doch wieder zu dem, was es ist und was es soll – Freude bereiten!
Walter Selzer, Waghäusel

 

Ein Artikel, der mir voll und ganz aus dem Herzen spricht. Die Golffunktionäre haben es – offenbar zum Nachweis Ihrer Existenzberechtigung – geschafft, aus einem relativ nicht ganz einfach zu verstehendem Spiel eine Wissenschaft zu machen. Course-Rating, Slope, Spielvorgabe, CSA und der übrige Mumpitz sind meiner Meinung nur erfunden worden, um die Spieler in Turniere zu pressen, weil anders ein Handicap  nicht zu erreichen ist. Statt zu vereinfachen kommt man auf die tollsten Ideen. Lasst uns doch die Möglichkeit, unser Handicap auch außerhalb von Turnieren zu erspielen, aber ohne EDS und ohne Turnier. Einfach nach dem System, das man in den USA oder Südafrika praktiziert.  
Gerd Linack, München

 

Ich lese Ihre Meinung zu dem Thema seit der Einführung dieses Unsinns und hoffe inständig, dass diese etwas bewirkt. Dass endlich an irgendeiner Stelle in Deutschland Bürokratie abgebaut wird. Von allen versprochen, aber es wird immer schlimmer. Ich ärgere mich über die Regierung und deren ständig wachsende Hürden während der Arbeit, ich ärgere mich weiter bei meinem liebsten Hobby. Ich selber habe das System boykottiert, indem ich – Hcp -10,4 – in der abgelaufenen Saison einfach keine Turniere mehr gespielt habe. Als denkender, ehemals begeisterter Golfer habe ich mich immer gefragt, wenn ich von dem System gehört habe, was die Einführung gekostet hat. Wer bezahlt das? Um wie viel könnte meine Spielgebühr reduziert werden, wenn ich nicht die Dingsbums-Einführung hätte bezahlen müssen? Die gleiche Frage habe ich mir übrigens beim ersten Hören von Course-/Slope-Rating gestellt.
Manuel Deimel

 

Der Artikel bringt es auf den Punkt. Dieser Bürokratenquatsch, den der DGV alljährlich neu einführt, sollte schnellstens abgeschafft werden. Wahrscheinlich müssen wir demnächst mit einem Laptop über den Platz, um zu sehen, wie sich die zu erwartenden Adjustments für Wolkendichte, Sonnenintensität und -einstrahlungswinkel, Wasserfläche, Platzsteigung oder was weiß ich auf das Ergebnis auswirken werden. Ärgerlich ist nur, dass man die Erfinder oder Verbreiter dieses Unsinns mit seinen Mitgliedsbeiträgen finanzieren muss. Ich fände es schön, wenn das GOLF JOURNAL in dieser Sache kontinuierlich Druck machen würde, bis die verantwortlichen DGV-Bürokraten zurücktreten.
Herbert Schmoll, Frankfurt

 

Dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Golf soll in erster Linie Spaß machen! Bei uns in Deutschland wird es einem vermiest durch tausend Regeln und eine geradezu überdeutsche Erbsenzählerei. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich grundsätzlich keine Turniere spiele. Sicher ist es wichtig, dass ein Spieler den Spielfluss nicht stört. Da hilft aber kein Handicap, wenn sogar gute Spieler stundenlang Bälle suchen.
Daniela Henkel, München

 

Es nützt wenig, die »gezielte Verbürokratisierung« nur zu beklagen. Man muss zunächst einmal Ursachenforschung betreiben, das WARUM hinterfragen, das dank unserer deutschen Neigung zum Reglementieren geradezu zur Sterilisation eines einst einmal völlig unkomplizierten Spiels führt. Ursache ist der Wahn, Golf – koste es, was es wolle – zu »popularisieren«. Im Hintergrund die Machtgelüste einiger weniger – mit teilweise durchaus materiellen Interessen. Und: sicherlich auch ein klein bisschen Eitelkeit. Mehr Golfspieler bedeuten mehr Einnahmen. Mehr Einnahmen bedeuten Hierarchie, bedeuten Einflussnahme, bedeuten aber auch Existenzsicherung für wenige...
Früher das Handicap -36 – nach vielen, vielen Monaten (und vielen Enttäuschungen auf dem Weg dorthin) ausschließlich im Zählwettspiel zu erreichen. Die einzig richtige Form, zum Golf zu finden. Aber nein, Handicap -54 (warum eigentlich nicht noch höher?) – und dies im Stableford, neuerdings auch noch über neun Löcher zu erreichen. Könnte nicht ein Loch ein noch schnelleres Ergebnis bringen? Wie gesagt – Hauptsache, die zahlenmäßigen Erfolgsmeldungen stimmen.
Der so viel zitierte »spirit of the game« ist längst im Dickicht der Regeln und der damit ermöglichten Hin-und-her-Moglereien verschwunden. Für mich bräuchte es nur eine einzige Regel zu geben – so, wie Golf wohl auch einst einmal begonnen hatte: Spiele den Ball, wie und wo er liegt. Wenn das nicht geht, droppe mit einem Strafschlag. Schluss! Fairer, nachvollziehbarer geht’s nicht.
Friedrich R. Graf, Iffeldorf

 

Was ist Stableford? Stableford ist eine Spielvariante, aber kein Handicap-System! Gute Golfer zählen ihre Schläge und nicht ihre Stableford-Punkte. Die Stableford-Wertung führt zur Ausbildung von spiel-schwa-chen Golfern! Frage einen Golfer aus den USA, was er gespielt hat, und er antwortet dir: 85 – frage einen Deutschen, und er sagt dir: 36 Stableford-Punkte. Was ist sein reales Ergebnis? Es könnte 79 sein oder 119, wer kann das wissen. Stefan Maiwald hat mit seinem Artikel den Nagel auf den Kopf getroffen – lasst uns das Golfen einfach, leicht verständlich, motivie-rend und erschwinglich gestalten! Warum nehmen wir nicht als Handicap-Grundlage den Durchschnitt der besten zehn Ergebnisse der letzten 20 Runden?!? Das funktioniert in anderen Ländern und führt sicherlich zu einer objektiven Bewertung der Leistungsstärke des Golfers und zu einem besseren Verständnis für das Golfen.
David Miles, Mallorca

 

Ihr Artikel im Januar-Heft ist großartig! Sie haben mir aus der Golferseele geschrieben! So viel zur Theorie, nun zur Praxis: Was können wir tun, um diese Regelwut zu stoppen, um wieder zum ursprünglichen Golfspiel zurückzukommen? Sicherlich werden wir nur in kleinen Schritten vorankommen, z.B. so, dass den Golfclubs erlaubt wird, Privatrunden für das Handicap anzuerkennen. Natürlich wird es immer Schummler geben, aber warum sollen die vielen ehrlichen Golfer dafür bestraft werden? Brauchen die Clubs dazu die Genehmigung des DGV? Wenn ja, dann sollte dies bald beantragt werden! Dann können wir gleichzeitig auch den unglücklichen EDS abschaffen!
Manfred Damm, Vizepräsident Golf- und Landclub Bad Arolsen


Zusätzliche Informationen und Links

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