Die fünf besten Putt-Cracks der Golfgeschichte
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Putt-Cracks
1. Brad Faxon (USA)
KARRIERE: seit 1983 auf der US-Tour, achtmaliger PGA-Tour-Sieger, zwei Ryder-Cup-Einsätze
TYP: Zugegeben, Faxon ist alles andere als ein Power-Hitter. Dafür zeigt der 48-Jährige auf dem Grün mehr Souveränität als die meisten. Im Jahr 2000 absolvierte der Amerikaner mit durchschnittlich 1,704 »Putts per Greens in Regulation« die beste Putt-Saison, die je auf der Tour erfasst wurde. Top-100-Coach Brian Mogg: »Faxons Geheimnis ist seine Fähigkeit, weniger zu denken als zu handeln. Das einfache Denkmuster, in Kombination mit seinem kreativen Geist, macht ihn zum besten Putter, der nie ein Major gewonnen hat.«
PUTT-TECHNIK: In der Ansprechposition ist seine rechte Schulter sehr tief und sein Kopf leicht nach rechts geneigt. Nicht gerade schulbuchmäßig, aber für ihn absolut passend. Die ganze Bewegung ist sehr natürlich und zielorientiert.
2. Bobby Locke (Südafrika)
KARRIERE: von 1938 bis 1959 auf der US-Tour, 15-maliger Toursieger, vierfacher British-Open-Gewinner
TYP: Lockes gern zitierter Spruch »You drive for show and putt for dough« (du schlägst die Drives für die Show und lochst die Putts fürs Geld) wurde so berühmt wie sein langsames Spiel. Unbestritten ist es das Können auf den Grüns, das Neider auf den Plan ruft: Seine ersten 59 Turniereinsätze (nach einer Exhibition-Saison, während der er Sam Snead bei 14 Matches zwölf Mal schlug) bestritt Locke mit 30 Top-3-Platzierungen. Mit vier British-Open-Siegen zwischen 1949 und 1957 durchbrach der Südafrikaner die Jahrzehnte währende Vorherrschaft von britischen und amerikanischen Golfern und sicherte sich als erster Spieler seines Landes die Aufnahme in die Hall of Fame (1977). Locke benutze einen 38 Inches langen Putter mit Hickory-Schaft und Stahl-Kopf, mit dem er seine These untermauerte, Putts genauso nach links oder rechts steuern zu können wie den vollen Schwung. Seine wahre Gabe war aber die Fähigkeit, die Grüns lesen zu können wie kein anderer und den Ball nahezu immer mit der perfekten Geschwindigkeit zum Loch zu spielen (siehe Bild).
PUTT-TECHNIK: Er puttete im Prinzip so, wie er seine Eisen und Hölzer schwang – von innen nach außen. Die Kombination der Bewegung von innen nach außen mit einem geschlossenen Schlägerblatt führte zu einem angedeuteten »Hook«. Seine Technik passte ideal zu den Grüns seiner Heimat Südafrika.
3. Ben Crenshaw (USA)
KARRIERE: Von 1973 bis 2001 auf der US PGA Tour aktiv. Seit 2002 spielt er fast ausschließlich auf der Champions Tour. 19 Toursiege und zwei Masters-Gewinne (1984 und 1995), vier Ryder-Cup-Einsätze, davon ein Mal als Non-Playing-Captain (1999)
TYP: Der Mann ist schon seit 1973 auf den Profi-Touren unterwegs und zählt auch heute noch zu den ganz Großen. Sein bevorzugtes Spielgerät auf den Grüns war lange Zeit der »8802«-Putter von Wilson. Crenshaws ehemaliger Coach Harvey Pennick brachte dem Texaner einen unverwechselbaren Putt-Stil bei, der – völlig entspannt und mit viel Gefühl – die perfekte Waffe war für pfeilschnelle Grüns, besonders die in Augusta, wo er zwei Mal als Sieger vom Platz ging. Bei seinem Triumph im Jahr 1995 benötigte »Gentle Ben« auf allen 72 Löchern nur einen oder maximal zwei Putts.
PUTT-TECHNIK: Seine Putts spielt er äußerst gefühlvoll, aber das eigentlich Interessante an seiner Technik ist, dass er seine Putts wie Mini-Chips spielt. Wenn Sie bei Ihren Putts zu viel Wert auf eine mechanische Bewegung legen, versuchen Sie es doch einmal wie Ben Crenshaw – mehr mit Gefühl anstatt mit roboterartigen Wiederholungen der Bewegung.
4. Jack Nicklaus (USA)
KARRIERE: 1965 bis 2005 auf der PGA bzw. Champions Tour, 73 US-Tour-Siege, 18 Majors
TYP: Bis zu seiner letzten British Open im Jahr 2005 galt Nicklaus‘ Spiel als Synonym für Kraft. Trotzdem war er im Herzen eher ein Stratege als ein Zocker, was sich besonders auf dem Grün zeigte. Er hatte zu seinen besten Zeiten die Fähigkeit, selbst bei riesigen Entfernungen auf dem Grün, den Ball mit maximal zwei Putts im Loch zu versenken. Zudem gelang es ihm, auch unter größtem Druck scheinbar unmögliche Putts zu lochen. Wenn Jack seine Gegenspieler nicht schon vom Tee weg schlug, brach er ihnen mit einem gelochten Putt aus dem Nichts das Genick. Unvergesslich: Nicklaus‘ Auftritt in Augusta 1986, als er sechs der letzten neun Löcher mit einem Putt erledigte, einen Rückstand von acht Schlägen aufholte und seinen 18. Major-Sieg einfuhr. Der Krimi ging in die Geschichte ein – als Beleg dafür, dass Putten Kunst sein kann.
PUTT-TECHNIK: Seine Position sieht nie richtig komfortabel aus. Irgendwie wirkt er mit dem stark gebeugten Oberkörper und den leicht eingezogenen Schultern leicht verkrampft, aber er hat eine sehr wiederholbare Schlagtechnik. Er hält seinen Kopf still, den linken Arm und die Schulter in der für ihn richtigen Position und »schiebt« den Ball mit seiner rechten Handfläche und dem rechten Unterarm in Richtung Loch.
5. Tiger Woods (USA)
KARRIERE: 1996 bis dato auf der PGA Tour, 71 Toursiege, 14 Major-Gewinne
TYP: Seit er auf der Tour spielt, gibt es keinen Besseren – Tiger Woods ist die Nummer eins, auch auf dem Grün. Wer das Golfgeschehen verfolgt hat, kann problemlos ein halbes Dutzend Jahrhundert-Putts abrufen, die der Mann in den vergangenen 14 Jahren versenkt hat: beispielsweise am ersten Playoff-Loch gegen Bob May bei der PGA Championship 2000 oder der Putt zum Birdie am 72. Loch der US Open 2008, der ein Playoff am darauf folgenden Montag gegen Rocco Mediate zur Folge hatte. Oder (wieder einmal) am 72. Loch beim Bay Hill Invitational 2008, mit dem er Bart Bryant um den Titel brachte und und und. Tiger ist der größte Putter aller Zeiten, weil er sowohl die kurzen Putts locht (Woods war einer von sechs Spielern auf der US-Tour, die 2009 jeden Putt bis drei Fuß Entfernung lochten) als auch die langen. Kein anderer Tourspieler locht so viele lange Putts wie er.
PUTT-TECHNIK: Seine Ansprechposition ist einfach perfekt. Alles ist »gerade« zum Ziel ausgerichtet, vor allem seine Unterarme und der Putter-Schaft. Keine Frage: Das muss er verdammt oft geübt haben. Die Bewegung durch den Ball ist so homogen, dass man das Gefühl hat, er führt einen Probeschwung aus.
Zusätzliche Informationen und Links
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