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Golf als Spiegelbild der Zeter-Gesellschaft

Die permanente Nörgelei ist natürlich nur ein Spiegelbild einer allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz, die sich überall bemerkbar macht – eines oft bizarr überhöhten Anspruchsdenkens, das sich im gesamten Freizeitbereich niederschlägt. Internet-Sparfüchse buchen zwei Wochen Tunesien plus Flug für 299 Euro und wundern sich dann, dass das Hotel nicht ganz so perfekt ist. Wer sich auf einer Trekking-Tour im Himalaya verletzt, verlangt ganz selbstverständlich von seiner heimatlichen Krankenkasse (und damit von uns allen) den kostenfreien Rücktransport im Privat-Jet. Ein TUI-Sprecher berichtet von Reisenden, die schon die sogenannte Frankfurter Tabelle im Gepäck haben, eine Liste von möglichen Reisepreisminderungen, was noch vor Ort lautstark eingefordert wird. Vielleicht ist das Lamentieren eben doch eine für viele Deutsche typische Eigenschaft – so zumindest die Meinung vieler Touristikexperten. Wir sind zwar überall gern gesehene Gäste (zahlungskräftig, treu), werden aber für unsere harschen Reklamationen gefürchtet. Reisende anderer Nationen nehmen mit einem Lächeln den Hoteldirektor beiseite, wenn es ein Problem mit dem Zimmer gibt. Deutsche schlagen mit der Faust auf den Tisch der armen Rezeptionistin.

Zoff im Clubhaus (7)

Golf als Spiegelbild der Zeter-Gesellschaft

Es ist vielleicht zu viel verlangt, von einem Golfclub oder von den Golfern selbst eine Vorbildfunktion einzufordern. Andererseits: Warum eigentlich nicht? Jeder sollte schließlich jeden Tag ein wenig an sich selbst arbeiten. Wer könnte das besser als wir Golfer, die wir ja schon dauernd an unserem Schwung rumfummeln – vielleicht sollten wir uns auch mal dazu zwingen, über einen Fehlschlag zu lächeln oder bei einer Wartezeit, statt zu stöhnen, mit unseren Flight-Partnern plaudern?

Auch die Clubs selbst sollten in die Pflicht genommen werden, etwas für die Stimmung zu tun. In vielen angelsächsischen und südeuropäischen Ländern läuft das Clubleben intensiver ab. So gibt es zum Beispiel Räume mit Bezahlfernsehen und Räume fürs Kartenspielen, oft sogar Billardzimmer. Wäre das nicht eine Idee für ein Mehr an Miteinander? Deutsche Clubmanager winken ab. »Das will doch kein Mensch«, sagt einer. Aber können wir uns da so sicher sein? Manchmal weiß man es erst, wenn man es ausprobiert hat.

Dieser Artikel kann und will natürlich keine Lösung präsentieren. Er kann keine goldenen Regeln aufstellen, damit wir uns morgen alle lieb haben. Und egal wie sehr wir uns auch bemühen, an jedem Ort der Welt gibt es unangenehme Menschen; da ist ein Golfclub keine Ausnahme. Aber wie wäre es mit folgender Erinnerung, die wir uns täglich bewusst machen sollten: Wir sind Golfer. Wir haben einen Sport entdeckt, der uns selbst in schlechten Zeiten so viele fantastische Momente offeriert, dass wir eigentlich permanent vor Glückseligkeit kichern müssten.

Wie ist es bei Ihnen im Club: Worüber gibt es Streit? Was sind Ihre Lösungsvorschläge gegen langsames Spiel, für eine besser funktionierende Gastronomie? Wie geht man am besten mit Nörglern um? Welche Kritik ist berechtigt, welche nicht? Was können die Clubverantwortlichen tun? Schreiben Sie uns unter redaktion(at)golfjournal.de, Betreff: Zoff im Club


Zusätzliche Informationen und Links

Equipment: Fairway-Hölzer & Hybrids 2012 im Test +++ Bubba Watson: Der Drive des Champions +++ British Columbia: Traumhafte Kulisse in den Rocky Mountains +++ Fussball: Das GJ-Spezial zur Europameisterschaft +++ Golf & Medizin: Die Voltaren-Golfer +++ Gewinnspiel: Mit Lufthansa Business Class nach Berlin +++ Szene: Die Spielstärke der deutschen Golfer +++ u.v.m.

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