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Spieler

Zweite Chance – was Pros bereuen

Ein Eisen länger, weniger Risiko oder einfach mehr Zeit mit den Kindern. Als professioneller Golfer steht man jeden Tag vor wichtigen neuen Entscheidungen.

 

 

Ian Woosnam

 

 

Der 54-Jährige aus Wales erreichte im Jahr 1991 die Spitze der Weltrangliste. Seinen ersten und einzigen Major-Sieg holte er im gleichen Jahr beim Masters in Augusta. Ein Moment seiner Karriere schmerzt aber nach wie vor: Es war der Augenblick als ihm sein Caddie 2001 bei der Open verkündete, einen blöden Fehler begangen zu haben.

 

„Hätte ich bloß einen Blick in mein Bag vor der letzten Runde der Open im Jahr 2001 geworfen! Dann hätte ich den zusätzlichen Driver gesehen. Es war wirklich ein unglücklicher Zufall, dass das erste Loch ein Par 3 war und ich meinen Driver am Abschlag nicht gebraucht habe. Aber so ist es nun mal.“

 

Woosnam hatte zuvor zwei Driver auf der Range getestet und beide sind schließlich aus Versehen in seinem Bag gelandet. Sein Caddie, Miles Byrne, hatte davon bis zum zweiten Abschlag nichts gemerkt. Woosie musste eine Strafe von zwei Schlägen einstecken und beendete das Turnier schließlich auf dem bitteren dritten Platz – vier Schläger hinter David Duval.

 

 

 

Greg Norman

 

Der 57-jährige Australier war in seinen aktiven Jahren mehr als erfolgreich, zwei Mal gewann er die Open, 331 Wochen lang führte er die Weltrangliste an. Ein Masters-Sieg blieb ihm allerdings verwehrt, obwohl er ganze 23 Mal an diesem Turnier teilnahm. Immerhin holte er acht Top fünf Platzierungen, besonders bitter aber sein knappes Scheitern im Jahr 1986.

 

„Zweiter Schlag am 18 Loch am Sonntag. Ich hatte versucht mich mit einem 4er Eisen zurückzuhalten, anstatt ein hartes 5er Eisen zu spielen. Ich glaube die Entfernung betrug 187 Yards. Den ganzen Tag habe ich gut und mit viel Power den Ball geschlagen, aber bei diesem Schlag fiel mein Gewicht zurück, ich stand auf meiner rechten Seite und fächerte auf. Kurz vor der Berührung mit dem Ball wusste ich es bereits. Du versuchst noch mit Deinen Händen einen Ausgleich zu schaffen, aber es ist schon zu spät.“

 

Norman beendete das Turnier einen Schlag hinter Jack Nicklaus, der sein sechstes Masters im Alter von 46 Jahren gewinnen konnte.

 

 

 

Lee Westwood

 

 

Allein 21 Mal hat der Engländer schon auf der European Tour gewonnen, bei Majors sollte es aber bislang noch nicht hinhauen. 12 Mal platzierte er sich unter den besten Zehn, ein Sieg war Westwood aber bislang nicht vergönnt.

 

 

„Einen Schlag, den ich gerne noch mal spielen würde, ist mein erster Putt auf dem 18. Grün in Turnberry im Finale der Open 2009. Ich dachte, ich muss ihn lochen um Gleichauf zu liegen, nachdem ich Tom Watson hinter mir auf das Fairway hab schlagen sehen. Ich bin davon ausgegangen er würde Par spielen und das hätte bedeutet, dass ich ein Birdie gebraucht hätte. Also hab ich es versucht und habe ihn doch tatsächlich drei Meter daneben gesetzt. Den nächsten hab ich dann auch noch verpatzt. Mit dem Wissen, das ich heute habe – dass Tom nämlich keine Vier gespielt hat – hätte ich den ersten Putt natürlich viel sanfter geschlagen.“

 

Das Stechen zwischen Watson und Stewart Cink fand daraufhin ohne Westwood statt. 

 

 

Yani Tseng

 

 

Die Nummer eins der Welt der Damen ist die jüngste Spielerin, der es im Alter von nur 23 Jahren gelang fünf Majors zu gewinnen. 

 

"Ich war die Titelverteidigerin bei der Kraft Nabisco Champioship 2011, das erste Major des Jahres und ich hatte einen Vorsprung von zwei Schlägen als es in die finale Runde ging. Die Siegertrophäe stand auf einem Tisch am ersten Abschlag und ich bin dort hin und habe das Ding in die Lüfte gehoben, als ob ich es schon gewonnen hätte. Danach hab ich eine 74 gespielt und wurde mit drei Schlägen Rückstand Zweite.

 

Beim nächsten Major, der LPGA Championship, hatte ich sogar einen noch größeren Vorsprung und die Trophäe stand wieder am Abschlag. Ich hab sie mir diesmal nicht mal angeschaut, danach eine 66 geschlagen und mit zehn Schlägen Vorsprung gewonnen. Ich habe gelernt, dass ein Turnier erst dann zu Ende ist wenn alle Löcher gespielt sind und andere Gedanken sollte man sich vorher nicht machen."

 

 

 

Gary Player

 

 

Über verpasste Siegchancen kann sich die Golflegende wohl kaum beschweren: Gary Player kann auf neun Major-Titel und 165 Turniertitel zurückblicken, die er über sechs Dekaden auf sechs verschiedenen Kontinenten gewonnen hat. Wenn der heute 76-Jährige auf sein Leben zurückblickt, kommen ihm aber ganz andere Dinge in den Sinn als ein verfehlter Schlag.

 

„Ich wünschte ich hätte ein Leben gehabt, bei dem ich mehr Zeit mit meinen Kindern und mit meinen Enkeln verbringen hätte können. Ich habe fast mein ganzes Leben mit Reisen verbracht. Das Leben eine professionellen Golfers – eines echten internationalen Golfers – ist für das Familienleben nicht förderlich. Du bist wie ein Zigeuner. Das ist etwas was ich bereue, aber ich bin mir nicht sicher ob es ein Mulligan ist, denn ich bin als armer Junge aufgewachsen und war sehr dankbar für die Möglichkeiten, die ich durch den Golfsport bekommen habe.“