Der „beste Spieler ohne Major-Titel“ geht nach Tag eins mit einer 67 in Führung – McIlroy spielt eine 71, Woods eine 72 – Drama um Stenson
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Westwood: „Ich liebe Augusta“
Von Katrin Baumann aus Augusta
Vor fünf, sechs Jahren noch erinnerte der Mann da oben auf dem Podium eher an einen Schuljungen, der gerne etwas viel Schokolade isst, als an einen Profisportler, der zu den Allerbesten seiner Profession gehört. Jetzt sitzt da bei der abendlichen Pressekonferenz des Führenden nach dem ersten Masters-Tag ein Mann, der von Kopf bis Fuß durchtrainiert ist: Muskelbepackte Oberarme, kein Gramm Fett um die Hüften, Beine aus Stahl. Keine Frage, Lee Westwood ist in den letzten Jahren ein anderer geworden.
Nur eines ist so geblieben, wie es immer war: Der Brite hat noch immer kein Major gewonnen. Doch das könnte sich schon in ein paar Tagen geändert haben: Westwood brachte an Tag eins des Traditionsturniers an der Washington Road eine brillante 67 ins Clubhaus und führt damit vor Runde zwei mit einem Schlag vor Louis Oosthuizen, dem British-Open-Sieger von 2010, und Peter Hanson. Einen weiteren Zähler zurück folgt ein Sextett mit Paul Lawrie, Miguel Angel Jimenez, Francesco Molinari, Jason Dufner, Bubba Watson und Ben Crane.
Die Topfavoriten Rory McIlroy und Tiger Woods liegen nach Runden von 71 beziehungsweise 72 Schlägen auf den Zwischenrängen 14 und 29. Die beiden Deutschen Martin Kaymer (siehe „Kaymer: Spielerisch sehr zufrieden“) und Bernhard Langer beendeten den Tag ebenfalls mit 72er-Runden.
„Ich liebe diesen Platz, er kommt meinem Spiel entgegen“, sagte Westwood, dem auf den Bahnen fünf bis acht vier Birdies in Folge gelungen waren. „Augusta wurde ja ursprünglich als Platz für den zweiten Schlag entworfen. Und die Eisen gehören zu den Stärken meines Spiels.“
Woods mit Schwungproblemen
Tiger Woods verpatzte eine zumindest vom Score her einigermaßen zufriedenstellende Runde noch mit Bogeys auf den beiden letzten Löchern und beendete den Tag mit einer 72. Große Probleme hatte der 14-malige Major-Champion vor allem mit seinem Schwung: „Ich habe den Ball heute einfach nicht gut getroffen und noch das Beste aus der Runde herausgepresst.“ Ein, zwei Schläge hätte er vielleicht noch herausholen können, „aber mehr sicher nicht“.
Schon das Aufwärmen sei nicht gut gelaufen, sagte der 36-Jährige bei einem Statement vor dem Clubhaus: „Und so ist es dann auf dem Platz weitergegangen. Aber ich habe gekämpft heute, bin geduldig geblieben.“ In der Tat konnte Woods zum Beispiel an der 18 nach einem katastrophalen Drive froh sein, noch mit einem Bogey davonzukommen – abermals rettete ihn sein hervorragendes kurzes Spiel.
Drama am Geburtstag
Tragischer Held von Tag eins war indes Henrik Stenson. Mit fünf Schlägen unter Par führte der Schwede das Leaderboard nach 17 Bahnen an – doch dann kam die verflixte 18, genannt „Holly“, ein Par 4 mit Rechtskurve. Das Drama nahm bereits beim Abschlag seinen Lauf, von wo Stenson den Ball links vom Fairway in die Bäume bugsierte. „Er war aber spielbar von dort aus, ich entdeckte eine kleine Lücke“, erzählte er später, „schaffte es aber nicht, den Ball rauszukriegen. Naja, und dann lag er mitten in den Piniennadeln, die schon zusammengetreten waren von all den Zuschauern.“
Der Chip landete auf dem Fairway, das anschließende Wedge aber „war dann das Schlimmste überhaupt“: Stenson überpowerte das Grün, beförderte den Ball in die Menge dahinter. Und dann? Blieb auch noch der folgende Chip zu kurz, kam an der Grünkante zum Liegen – worauf der erste Putt das Ziel um über einen Meter verfehlte, der zweite ebenfalls. Folge: Dreiputt – und Quadruple-Bogey! „Ich glaube nicht, dass mir so etwas schon jemals passiert ist“, so Stenson – der ausgerechnet am Donnerstag seinen 36. Geburtstag feierte.






