Sergio Garcia würde seinen Titel „der beste Spieler ohne Major-Titel“ liebend gerne abgeben. Bei den British Open ist der 32-Jährige aber wieder einmal gescheitert.
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Wann ist endlich Garcia an der Reihe?

Mit 16 Jahren hat Sergio Garcia als Amateur bei der British Open 1996 den Cut verpasst. Zwei Tage später drückte ihm der Sieger Tom Lehmann seine Trophäe in die Hand und sagte: „Eines Tages wird diese Dir gehören.“
Das einzige an was sich Garcia viele Jahre später erinnern kann, ist die Angst die er hatte, das gute Stück fallen zu lassen. Dieser „eine Tage“ von dem Lehman damals gesprochen hat, ist zur Überraschung vieler bis heute nicht eingetroffen. Auch in Royal Lytham verspielte Garcia in dieser Woche wieder seine Chance, nach zwei 72er-Runde verpasste er den Cut. Dabei sind die British Open Garcias favorisiertes Event, im Jahr 2001 macht er auf dem gleichen Kurs immerhin den neunten Rang. Dabei wird es Zeit für den Spanier den Titel „der beste Spieler ohne Major-Titel“ endlich abzulegen, und Lehman hat keine Zweifel daran, dass dies auch noch passieren wird: „Ich erinnere mich daran, als wir das Foto zusammen gemacht haben. Ich habe zu ihm gesagt, ich bin sicher du wirst mehr als einen von diesen haben bevor deine Karriere vorbei ist. Und ich denke noch immer, dass das wahr ist.“
Nach dem Masters 1999 wechselte Garcia ins Profilager, und nur vier Monate später platzierte er sich auf Rang zwei hinter Tiger Woods bei der PGA Championship. Die Erwartungen an den 19-Jährigen waren damals hoch. Heute ist die Teenager-Sensation mit dem Spitznamen El Niño ein erwachsener Mann, dessen Erfolge, aber auch Misserfolge, immer kurz vor dem Ziel zu scheitern, sich summieren. Neun Mal platzierte sich Garcia unter den Top fünf bei einem Major. Besonders bitter das Scheitern bei den Open im Jahr 2007. In Carnoustie schob Garcia den entscheidenden drei-Meter-Putt neben das finale Loch, am Ende siegte Padraig Harrington nach der vierten Bahn im Stechen.
Verbittert ist der heute 32-Jährige deshalb aber nicht: „Im Moment kann ich mich glücklich schätzen eine einigermaßen erfolgreiche Karriere zu haben. Natürlich gibt es hier und da einige Turniere, von denen ich denke, ich hätte sie gewinnen sollen. Aber alles in allem ist es gut gelaufen.“
Und eigentlich besteht auch keine Eile – zumindest wenn man sich die Statistik anschaut. Fred Couples hat sein erstes Major in Garcias Alter gewonnen. Phil Mickelson und der Ryder-Cup-Kapitän Davis Love III haben sogar ein Lebensjahr länger dafür gebraucht. Ben Hogan war beim ersten Triumph 34 und hatte danach immer noch die Zeit für neun weitere Major-Titel.
Garcia hat schon viele Hochs und Tiefs in seiner Karriere durchlebt, für seine Misserfolge wird oft sein Putten verantwortlich gemacht. Im Jahr 2010 nahm er sich eine 10-Wochen lange Auszeit nachdem er mit dem 78. Platz seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Seit dem Jahr 1999 hatte er dann zum ersten Mal den Ryder Cup verpasst.
Garcia erklärte sein plötzliches Desinteresse am Golfsport auch mit dem Ende seiner 3-jährigen Beziehung zu Morgan-Leigh Norman, der Tocher von Greg Norman. Nach Siegen auf der European Tour bei der Castelló Masters und Andalucía Masters im Jahr darauf schien sein Selbstbewusstsein aber wieder schnell zurück. Als er dann aber schließlich mit einer 75 auf Runde drei beim Masters in diesem Jahr alle Chancen auf einen Titel zunichte machte, klingt Garcia entmutigt: „Ich bin nicht gut genug,“ sagte er gegenüber der spanischen Presse. „Ich habe nicht das, was es dazu braucht.“
Und der Druck auf Garcia ein Major zu gewinnen, wächst mit jedem Jahr. „Manchmal denke ich, er hat vergessen wie gut er ist,“ sagt Tom Lehman gegenüber der New York Times. „Ich würde ihm gerne sagen, sei wieder der 16-Jahre alte Junge und freu dich.“







