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The Open Championship:

Tag zwei: Oosthuizen vorn

Der Südafrikaner führt vor dem Wochenende mit fünf Schlägen Vorsprung auf Calcavecchia – 30 Spieler konnten allerdings ihre zweite Runde noch nicht beenden – Kaymer und Siem schaffen den Cut

Von Katrin Baumann aus St. Andrews

 

Nach einer 67er-Runde am Freitag liegt Louis Oosterhuizen bei einem Gesamtscore von 132 Schlägen (zwölf unter Par). Auf Rang zwei mit 137 Schlägen folgt Mark Calcavecchia, einen Zähler mehr benötigten Paul Casey, Lee Westwood und Steven Tiley, der jedoch erst zehn Löcher seiner zweiten Runde absolviert hat. Auf Rang sechs mit fünf Schlägen unter Par liegen neun Spieler: Tom Lehman, Ricky Barnes, Peter Hanson, Miguel Angel Jimenez, Graeme McDowell, Retief Goosen, Sean O’Hair, Jin Jeong und Alejandro Canizares. Martin Kaymer steht ebenso wie Tiger Woods bei einem Zwischenergebnis von vier unter, Marcel Siem liegt bei zwei unter. Der Cut wird voraussichtlich bei eins über angesetzt sein.

 

Weit zurückgefallen ist an Tag zwei Rory McIlroy: Nachdem der 21-Jährige am Donnerstag mit 63 Schlägen den Rekord für das beste Major-Ergebnis eingestellt hatte, missglückte ihm am Freitag so gut wie alles – sechs Bogeys und ein Doppelbogey, also 80 Schläge, standen am Ende zu Buche.

 

Spielunterbrechung für 65 Minuten

Wegen Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern, die die auf den Fairways oder Grüns liegenden Bälle teilweise ins Wackeln brachten, wurde am Nachmittag das Spiel für insgesamt 65 Minuten unterbrochen. Es war ein seltsames Bild: Während die meisten Spieler in die Player’s Lounge nahe des ersten Tees zurückkehrten, hockten sich viele der Caddies auf einen Grashügel und verzehrten Sandwiches und Bananen. Und derweil Siem mitten auf seiner Runde von der Unterbrechung überrascht wurde, befand sich Kaymers Flight gerade auf der 18 – zusammen mit den Spielpartnern Zach Johnson und Eric Chun entschied man, die Runde noch zu Ende zu spielen.

 

Insgesamt war es ein Tag mit typisch britischem Achterbahn-Wetter: Abermals wechselten sich Sonne und Regenfälle ab – wobei den Spielern der Regen lieber war, zumal dann der Wind deutlich abschwächte. Wie schon am Donnerstag frischte der Wind auch am Freitag am Nachmittag auf, sodass jene Spieler größtenteils entschädigt wurden, die sich an Tag eins im Nachteil wähnten aufgrund der Bedingungen.

 

Abends wurde das Spiel um 21.45 Uhr Ortszeit wegen Dunkelheit abgebrochen. Zehn Fligths konnten ihre Runde noch nicht beenden.

 

Oosterhuizen: Erst zweiter überstandener Major-Cut

»Ich denke, dass mein Sieg in Spanien in diesem Jahr mir viel Selbstvertrauen gegeben hat«, sagte der 27-jährige Oosterhuizen, der am Freitag eine frühe Startzeit erwischt hatte: »Und ich habe schon das ganze Jahr über gut gespielt.« Vor seinem Sieg bei der Open de Andalucia, seinem bisher einzigen Triumph auf der European Tour, habe er zu wenig an sich selbst geglaubt: »Aber dieser Erfolg hat meine Gedanken in eine andere Richtung gebracht.

 

In St. Andrews gehe es schlichtweg darum, »brutale Putts« einzulochen, so Oosthuizen weiter: »Und gestern habe ich eine Menge davon gemacht. Heute habe ich zwar ein paar verpasst, aber auch ein paar geschafft.« Ansonsten versuche er, einen Schlag nach dem anderen zu spielen: »Ich glaube, es ist sehr wichtig, gedanklich nicht vorzugreifen, sondern im Moment zu bleiben.«

 

Oosterhuizen hatte sowohl beim Masters als auch bei den US Open ebenso wie vor Wochenfrist in Loch Lomond den Cut verpasst. Vor diesen British Open hatte er überhaupt erst einmal die Halbzeithürde überstanden bei einem Major: bei der PGA Championship 2008.

 

McIlroy: »Immerhin bin ich am Wochenende dabei«

Superstar Woods begann mit zwei Bogeys, die er an den Bahnen fünf und neun mit Birdies wettmachte. Nach zwei weiteren Bogeys an der 13 und der 15 gelang ihm an der 18 ein von den Fans lauthals bejubelter brillanter Abschlag direkt aufs Grün. Der anschließende Eagle-Putt kullerte nur um Millimeter am Ziel vorbei – Birdie und 73 Schläge zum Gesamtscore von 140 Schlägen (vier unter).

 

Bei der Unterbrechung habe er gehofft, dass der Wind danach schwächer sein würde, erzählte Woods nach seiner Runde: »Aber das war nicht der Fall. Es blies noch genauso stürmisch, besonders bei den Löchern um den Loop herum.« Der R & A hätte das Spiel jederzeit erneut unterbrechen können.

 

McIlroy meinte, die Bedingungen seien »einfach sehr, sehr schwer« gewesen. Er habe sogar Glück gehabt, dass er nicht eine 82 oder 83 ins Clubhaus gebracht und auf den letzten drei Löchern jeweils ein Par geschafft habe. »Immerhin bin ich mit dabei am Wochenende«, so der Nordire.

 

John Daly, der in der ersten Runde mit einer an alte Zeiten erinnernden 66 geglänzt hatte, benötigte am Freitag zehn Schläge mehr. Auch er schaffte es aber in die zwei Schlussrunden – anders als Justin Rose (147 Schläge), Ernie Els und Tom Watson (jeweils 148 Schläge), Angel Cabrera (149 Schläge) oder Padraig Harrington (150 Schläge).

 


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