Der »Nobody« aus Südafrika geht mit vier Schlägen Vorsprung auf Casey und deren sieben auf Kaymer in den Championship Sunday
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Tag drei: Oosthuizen behauptet Führung
Von Katrin Baumann aus St. Andrews
Louis Oosthuizen ist die große Überraschung der Open Championship 2010: Der 27-Jährige hat am dritten Tag des Super-Spektakels an der Irischen See auf eindrückliche Weise seine Führung behauptet. Nach einer 69er Runde und einem Gesamtscore von 201 Schlägen liegt Oosthuizen vor der Schlussrunde vier Schläge vor dem Briten Paul Casey und fünf Schläge vor dem ebenfalls hervorragend aufspielenden Martin Kaymer, der eine 68 ins Clubhaus brachte (siehe »Kaymer erklimmt das Leaderboard).
Einen Schlag mehr als Kaymer benötigte in den ersten drei Runden das Trio Henrik Stenson, Alejandro Canizares und Mitfavorit Lee Westwood. Auf Rang sieben liegt Dustin Johnson, Rang acht teilen sich Nick Watney, Sean O’Hair, Retief Goosen und Ricky Barnes.
Tiger Woods spielte wie schon am Vortag eine 73 (siehe »Woods: Nicht mehr der Alte«). Damit geht der 14-malige Major-Champion, der seit den US Open 2007 keines der »Grand Slam«-Turniere mehr hat gewinnen können, auf seinem Lieblingsplatz mit zwölf Schlägen Rückstand auf die Spitze in die Schlussrunde. Masters-Sieger Phil Mickelson weist noch einen Zähler mehr auf.
Der Mann mit der Zahnlücke
Oosthuizen hatte vor diesen British Open in seiner Karriere überhaupt erst ein einziges Mal bei einem Major den Cut überstanden: bei der PGA Championship 2008, wo er dann allerdings von jenen Spielern, die am Wochenende noch mit dabei waren, Letzter wurde. Auch bei der Scottish Open, dem letzten Turnier vor St. Andrews, war er an der Halbzeithürde gescheitert. Im März allerdings hatte er mit den Open de Andalucia ein Turnier der European Tour gewinnen können.
In St. Andrews indes spielt Oosthuizen, der Mann mit der Zahnlücke, den sie »Shrek« nennen, abgebrüht wie ein alter Hase: Mit fünf Schlägen Vorsprung war er in die dritte Runde gegangen, und als er an der Eins gleich ein Bogey fabrizierte, dachten die meisten, er zeige Nerven. Das Gegenteil war der Fall: Der Südafrikaner aus Mossel Bay zeigte solidestes Golf, ließ kein einziges weiteres Bogey folgen, sondern überraschte mit Birdies an den Bahnen 7, 9, 16 und 18.
»Schlag für Schlag spielen«
»Am ersten Loch war ich ein wenig nervös«, erzählte Oosthuizen am Abend im vollen Interviewraum von St. Andrews: »Aber während der Runde dann war es großartig. Ich habe mich zusammengerissen und einige gute Pars gerettet – und das erste Birdie hat mir dann Schwung verliehen.« Er habe den Ball wirklich gut getroffen und sogar »wahrscheinlich noch ein paar Birdies liegengelassen«, meinte Oosthuizen weiter: »Aber mit 69 Schlägen bin ich wirklich zufrieden.«
Er sei sehr glücklich über die Art, wie er seine Emotionen »intakt gehalten« habe. Am Sonntag wolle er »alles ziemlich gleich machen – einfach rausgehen, Schlag für Schlag spielen und niemals den Dingen vorgreifen«.
Siem: »Hatte mit dem Putter kein Gefühl«
Marcel Siem brachte an Tag drei eine 74 ins Clubhaus gebracht. Birdies an den Löchern sieben, neun und 18 standen ein Doppelbogey an der Sechs und Bogeys an der 8, der 13 und der 17 gegenüber. Damit liegt der 30-Jährige nun mit einem Gesamtscore von even Par auf dem 41. Zwischenrang.
»Ich habe super angefangen«, meinte Siem bei einem kurzen Gespräch unter anderem mit dem GOLF JOURNAL, nachdem er seine Scorekarte unterzeichnet hatte: »Nur hatte ich mit dem Putter heute kein Gefühl.« Er sei »schon ein bisschen enttäuscht«, zumal seiner Meinung nach eigentlich ein besseres Score möglich gewesen wäre.
»Aber ich hatte vier Drei-Putts, da ist es natürlich nicht einfach, unter Par zu bleiben«, sagte Siem und stemmte etwas entnervt die Hände in die Hüften. Auch habe er nicht immer zum richtigen Schläger gegriffen. Die Bedingungen seien jedoch ähnlich gewesen wie am Freitag: »Es hat heute genauso geblasen wie gestern. Das war heute genauso schwierig.«
Kaymer spielt mit Stenson
Zu seinem Spielpartner John Daly meinte Siem, er sei »ein supernetter Typ«, aber es sei nicht ganz einfach gewesen, dass das Publikum einzig den Exzentriker unterstützt habe. Außerdem nehme Daly »das alles ja nicht wirklich ernst«: Putts habe er wiederholt ausgeführt, ohne den Ball vorher wirklich anzusprechen. Daly spielte ebenfalls eine 74.
Kaymer wird in der Schlussrunde am Sonntag an der Seite seines Kumpels Henrik Stenson spielen. Die beiden werden um 13.55 Uhr Ortszeit (14.55 Uhr deutscher Zeit) am ersten Abschlag erwartet. Das Spitzenflight mit Oosthuizen und Casey geht zehn Minuten später auf entscheidenden 18 Löcher.
Zusätzliche Informationen und Links
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