Logo: Golf Journal

GOLF JOURNAL Golfzeitschrift

http://www.golfjournal.de/

Springe direkt zu: Servicenavigation Hauptnavigation Bereichsnavigation Inhaltsbereich Zusätzliche Informationen und Links



Inhaltsbereich

PGA Tour

Sind die Hinweise auf Regelverstößen noch fair?

Tiger Woods musste dieses Jahr gleich zwei Mal Strafschläge einstecken, nachdem über das Fernsehen ein Regelverstoß bemerkt wurde. Die durchgehende Kamerapräsenz wird für den Superstar zum Nachteil, die PGA Tour diskutiert Lösungsvorschläge.

Bei der BMW Championship vergangene Woche musste Tiger Woods wieder zwei Strafschläge hinnehmen. Sein Ball hatte sich minimal bewegt, nachdem er auf der zweiten Runde vor dem Schlag aufs erste Grün lose Blätter und Zweige beseitigt hatte. Aber um die Bewegung des Balles überhaupt erkennen zu können, musste man schon sehr genau hinsehen – die Mitarbeiter der Video Produktion der PGA Tour taten aber genau das, und informierten daraufhin die Turnierleitung.

 

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Tiger Woods „verpetzt“ wurde. Sein unzulässiges Droppen beim Masters dieses Jahres führte sogar zu einer Strafe mit einem Tag Verspätung. Der „Informant“ war ein Fernsehzuschauer, der ganz in Ruhe die Szene per Fernbedingung vor und zurück spulen konnte, um sich seiner Sache hundertprozentig sicher zu sein. Natürlich hat er dadurch eine bessere Perspektive als die anwesenden Zuschauer.

Der PGA Tour Vorsitzende, Tim Finchem, hat nun seine Besorgnis zu diesem Thema geäußert. Er stellt die Fairness in Frage, schließlich ist Tiger Woods weitaus öfter im Fernsehen zu sehen, als andere Spieler. Dementsprechend größer ist die Chance, dass Vorkommnisse wie diese auffallen.

 

Finchem bestätigte deshalb diese Woche im East Lake Golfclub beim Tour Championship Finale, dass eine Änderung der Vorgehensweise bei Regelverstößen derzeit im Gespräch sei. Welche Lösung dafür in Frage kommt, bleibt aber ungewiss.

 

Möglich wäre zum Beispiel eine Limitierung des Informationsumfangs bis ein Rundenergebnis bestätigt wird. Das heißt in anderen Worten, der Zeitraum für Einwände könnte beschränkt werden. „Alle anderen Sportarten schließen ihre Bücher auch schneller“, erklärt Finchem. Er sagte aber auch, dass er selbst dazu keine konkrete Meinung hat: „Ich mag es manchmal nicht. Es fühlt sich komisch an, wenn es passiert.“ Gleichzeitig weist er aber auch auf die Grundsätze der Golfregeln hin, die besagen, dass keine Regelüberschreitung jemals ungestraft bleiben soll. 

Wie zwischen den Spielern aber mehr Gleichberechtigung hergestellt werden kann, bleibt bislang fraglich. Bei jedem Schlag eine Kamera dabei zu haben, ist weder technisch noch zeitlich möglich. Außerdem wären dann auch ein paar mehr Angestellte notwendig, die die zahlreichen Anrufe der Fernsehzuschauer entgegen nehmen, fügt Finchem mit einem Lächeln hinzu.

 

Wie die PGA Tour in dieser Sache entscheiden wird, bleibt bis zu den Sitzungen im November abzuwarten. Dann soll übrigens auch eine Verschärfung der Strafe für zu langsames Spiel diskutiert werden. Man darf also gespannt sein. 

 

VK