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The Open Championship:

Siem: »Cooles Gefühl«

An seinem 30. Geburtstag beschenkte sich der Deutsche mit einer glänzenden 67er-Runde zum Auftakt in sein allererstes Major und zeigte sich hinterher bestens gelaunt

Von Katrin Baumann aus St. Andrews

 

»Ich habe die Fairways getroffen, vom Abschlag her nie in den Bunker gespielt und einfach konstant gutes Golf gezeigt«, freute sich Marcel Siem unmittelbar nach seiner Fünf-unter-Par-Runde. Insgesamt musste der Ratinger nur dreimal in einen der gefürchteten Topfbunker steigen, in die er den Ball jeweils vom Fairway aus befördert hatte. Entsprechend standen den sieben Birdies an den Löchern zwei, vier, fünf, sieben, zehn, 13 und 18 nur zwei Bogeys an der Elf und der 14 gegenüber.

 

Siem hatte sich die Spielberechtigung für die älteste Golfmeisterschaft der Welt erst im letzten Moment auf denkbar dramatische Weise erkämpft: In Sunningdale, bei einem der vielen Qualifikationsturniere, zauberte er im Stechen um den letzten Open-Platz die Annäherung mit einem Eisen vier direkt an die Fahnenstange – der Ball kam einen halben Meter neben dem Loch zum Liegen.

 

Kein Wind, moderate Fahnenpositionen

Auf den ersten neun Löchern habe er konstant zum Driver gegriffen, berichtete Siem: »Auf den zweiten Neun muss man ein bisschen mehr aufpassen, da habe ich dreimal mit einem Eisen abgeschlagen. Es kommt ja auch immer drauf an, wie stark der Wind weht – heute konnte man aggressiv spielen und ich hau ja mit dem Driver über die Bunker drüber. Heute standen auch die Fahnen so, dass man die Grüns schon angreifen konnte.«

 

In der Tat profitieren die Spieler von äußerst moderaten Bedingungen, ist es bis zur Stunde doch im Gegensatz zum stürmischen Wetter der letzten Tage doch so gut wie windstill bei dem Superevent nahe Edinburgh. Außerdem sind die Grüns nach den vielen Regenfällen der vergangenen 24 Stunden vergleichsweise weich und entsprechend langsam. Allerdings seien die Grüns »weicher als sonst, aber immer noch relativ hart«, relativierte Siem: »Aber im Vergleich zu gestern waren die Bedingungen heute natürlich sehr leicht. Gestern konnte man ja eigentlich gar nicht spielen. Es hängt halt alles vom Wind ab. St. Andrews ist ja nicht der schwierigste Platz, wenn es windstill ist, dann ist drei unter eine durchschnittliche Runde«, so die aktuelle Nummer 81 im Race to Dubai weiter.

 

»Es hat echt Spaß gemacht«

Es sei ein »cooles« Gefühl, am 30. Geburtstag beim allerersten Majorauftritt überhaupt gleich so gut zu spielen: »Es hat echt Spaß gemacht.« Wie stark er gespielt habe, werde er »wahrscheinlich erst nachher in der Player’s Lounge so richtig realisieren. Es ist grandios. Es sah ja schon die letzten Wochen gut aus, ich hab’s halt nur nie ganz zu Ende bringen können, aber die konstanten Leistungen kommen jetzt langsam. Und nun hoffe ich natürlich, dass es weiter bergauf geht und ich die gute Form weiter stabilisieren kann.«

 

Auf die Frage, ob er in seinen Geburtstag reingefeiert habe, antwortete Siem, er sei bereits um 19.30 Uhr im Bett gewesen und morgens dann um vier Uhr aufgestanden: »Da war nicht viel mit feiern.« Er werde sicher keinen Alkohol trinken, aber seine Eltern und seine Freundin seien mit ihm mitgekommen nach St. Andrews: »Und für heute Abend hat Thongchai Jaidee (Profi auf der European Tour, Anm. d. Red.) einen Tisch reserviert in seinem Lieblingsthailänder hier«, erzählte Siem bei dem Gespräch mit einigen Journalisten vor Ort, darunter das GOLF JOURNAL: »Aber das war’s dann auch – das Turnier ist viel zu wichtig, um zu feiern. Es ist ja eh schon schlimm genug, nun eine Drei vorne zu haben!

 

Beim Training mit Kaymer am Dienstag habe er zwar viel Spaß gehabt, »vom Course Management her aber machen wir beide unser eigenes Ding, reden da nicht viel darüber«. In St. Andrews wisse man, »wie man spielen muss«, so Siem, der den Old Course seit 2002 regelmäßig im Rahmen der Dunhill Links Championship gespielt hat. Ziel sei nach wie vor, unter die ersten 15 zu kommen.

 

Siem hat 2004 ein Turnier der European Tour gewinnen können. Zwei Jahre später errang er zusammen mit Bernhard Langer den World Cup.



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