In Zukunft dürfen sich Amateur-Spieler Aufenthaltskosten erstatten lassen. Damit soll der überstürzte Wechsel ins Profilager aufgrund von finanziellen Sorgen eingedämmt werden.
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Neue Regel für angehende Profis
Im Juli diesen Jahres hatte der englische Amateur John Lewis bei der ersten Runde der British Open nach 65 Zählern die Führung übernommen. Viele nahmen an, zu diesem Zeitpunkt würden sich bereits kleine Dollar-Zeichen in seinen Augen abzeichnen. Aber weit gefehlt. Anstatt so schnell wie möglich ins Profilager zu wechseln und tausende Dollar einzustreichen, entschied sich der 20-Jährige dazu, weiter Amateur zu bleiben.
Der Engländer schob seinen Wechsel auf die professionelle Tour um drei Monate nach hinten. Und dass, obwohl er die beste Auftaktrunde, die je einem Amateur gelungen ist, in der Geschichte der Open gespielt hatte. Dennoch kein Grund für Lewis, den Walker Cup zu verpassen. Ein alle zwei Jahre stattfindendes Amateur-Event zwischen den besten Nachwuchs-Golfern aus den USA, Großbritannien und Irland.
Zu diesem Zeitpunkt eine erstaunliche Entscheidung, aber in Zukunft vielleicht immer öfter zu sehen. Grund dafür ist eine neue Regel, die den Amateur-Status attraktiver macht.
Amateure dürfen Kosten erstattet bekommen
Die United States Golf Association und der Royal & Ancient Golfclub, die beiden wichtigsten Entscheidungsinstitutionen in der Welt des Golf, haben eine neue Regel erlassen: Spieler, die 18 Jahre oder älter sind, dürfen in Zukunft bereits als Amateur Verträge mit Sponsoren und Agenten unterschreiben, die sich auf ihre Zukunft als Pros beziehen. Voraussetzung ist aber, dass sie von diesen nicht finanziell profitieren, solange sie noch den Amateur-Status haben. Dafür dürfen Amateure von nun an aber Aufenthaltskosten erstattet bekommen, die sich nicht mit den allgemeinen Lebenshaltungskosten vereinbaren lassen, sofern die Kosten durch den nationalen Golfverband gebilligt und bezahlt wurden.
Die neue Genehmigung, die bereits ab ersten Januar gelten wird, verwischt die Grenze zwischen Amateur- und Profistatus und wird vielen Nachwuchsstars das Leben einfacher machen: „Wir denken, dass die neue Regel, den manchmal schwierigen Übergang vom Amateur- ins Profilager den Spielern einfacher machen wird“, so der Verantwortliche der United States Golf Association,Thomas Pagel.
Was verändert sich?
Natürlich haben Agenten schon immer möglichst früh um gute Nachwuchsspieler gebuhlt. Aber nun passiert das nicht mehr hinter vorgehaltener Hand, sondern kann ganz offiziell zu Zeiten des Amateurs-Status stattfinden.
Bestes Beispiel für einen „unter dem Tisch Handel“ aus der Vergangenheit ist Earl Woods, der von der Agentur IMG offiziell als „Talentscout“ angestellt wurde, als Tiger noch ein Kind war. Natürlich wollte die Agentur zu diesem Zeitpunkt schon sicherstellen, dass Tiger als Pro auf jeden Fall bei IMG unterschreiben wird.
Aber der wohl wichtigste Punkt ist, dass junge Talente nun nicht mehr darauf angewiesen sind, möglichst früh ins Profilager zu wechseln, um an das meistens so dringend benötigte Geld ran zu kommen.
Auch wenn die neue Regelung für Ausnahmetalent Lewis nicht mehr gilt, er unterstützt sie, denn er kennt die Lage in der viele stecken: „Es ist eine wichtige Änderung, weil einige Spieler aufgrund von finanziellen Gründen dazu gezwungen sind, schnell Pro zu werden“, sagt er in einem Promo-Video der United States Golf Association.
Ob es allerdings zeitlich wirklich so einen großen Unterschied macht, oder ob der Sprung ins Profilager deshalb vielleicht nur um ein paar Monate verschoben wird, bleibt abzuwarten.






