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The Open Championship:

Kaymer: »Habe das Beste herausgeholt«

Nach dem ersten Tag der British Open führt McIlroy das Feld mit zwei Schlägen Vorsprung vor Oosthuizen an – Kaymer spielte eine 69 und zeigte sich im Gespräch sehr zufrieden

Von Katrin Baumann aus St. Andrews

 

Rory McIlroy hat in der ersten Runde der Open Championship den Old Course regelrecht in seine Einzelteile zerlegt. Nach einer brillanten 63er-Runde, mit der er den Major-Rekord einstellte, liegt er zwei Schläge vor Louis Oosthuizen und deren drei auf ein Quintett mit John Daly, Andrew Coltart, Steven Tiley, Bradley Dredge und Peter Hanson. Auf Rang acht mit 67 Schlägen folgt eine neunköpfige Gruppe, der unter anderem Marcel Siem, Tiger Woods und Lee Westwood angehören.

 

Martin Kaymer hat mit Birdies an den Löchern eins, 13 und 18 und keinen einzigen Bogey zum Auftakt eine sehr gute Leistung gezeigt, waren doch die äußeren Bedingungen mit Wind und später auch Regen am Nachmittag deutlich schwieriger als am Vormittag und die Nachmittagsflights entsprechend im Nachteil. Hier das Gespräch, das er am Abend mit einer Gruppe von Medienvertretern vor Ort führte, unter anderem dem GOLF JOURNAL:

 

»Ich habe gehofft, dass das Wetter bleibt wie am Morgen«

 

Bei dem Wetter muss man die Runde als sehr gut bezeichnen, oder?

 

Kaymer: Ja, ich habe sehr gut gespielt, sehr viele gute Schläge gemacht. Beim Putten habe ich die Geschwindigkeit heute nicht ganz hinbekommen, habe viele Putts zu kurz gelassen. Ich habe zwar einige gute Putts gemacht, aber sie blieben eben zu kurz. Ich habe halt kein Bogey gemacht, was natürlich toll ist. Und an der 17 ein wichtiges Par gerettet. Und dann konnte ich glücklich mit einem Birdie aufhören nach einem sehr guten Chip. Bei diesen Bedingungen unter Par zu bleiben, das kann man nehmen.

 

Die Bedingungen am Vormittag waren ja tatsächlich um einiges leichter…

 

Kaymer: Ich habe mir das Turnier am Fernsehen angesehen und gehofft, dass das Wetter so bleibt. Aber da kann man natürlich nichts machen. Ich habe leider letzte Woche in Loch Lomond schon Pech gehabt mit meiner Startzeit. Wir werden sehen, wie sich das morgen entwickelt, aber heute Vormittag war es natürlich schon sehr einfach. Wir hingegen hatten viel Wind auf den ersten 14, 15 Löchern, dann kam auch noch Regen hinzu. Ja gut, ich habe versucht, alles zu geben, und denke, dass ich das Beste daraus gemacht habe.

 

Marcel Siem hatte ja das Glück der guten Bedingungen auf seiner Seite…

 

Kaymer: Wie gesagt, ich habe gleich um neun den Fernseher angeschaltet und mir das Turnier drei Stunden lang angekuckt, weil man da viel lernen kann, wenn man sich anschaut, wo die anderen hinschlagen: Wo ist der einfachere Putt, wohin platziert man den Abschlag, um einen guten Winkel zum Grün zu haben?

 

Blieben die Putts wegen der weichen Grüns zu kurz?

 

Kaymer: Nein, ich wusste ja, dass man einfach mal ein bisschen härter draufschlagen muss. Aber es ist halt vielleicht auch so eine Sache, dass man sich nicht so recht traut – naja, morgen dann.

 

Wobei die Grüns ja wirklich sehr, sehr langsam sein müssen…

 

»In den letzten Wochen habe ich zuviel gespielt«

 

Kaymer: Ja, sie sind sehr langsam. Aber es geht einfach nicht schneller: Heute hat der Ball auf den ersten zwölf, 13 Löchern schon auf den Grüns gewackelt, weil der Wind so heftig wehte. Also geht es einfach nicht schneller.

 

Die letzten Wochen waren für Sie ja sehr anstrengend. Haben Sie sich am Wochenende denn richtig ausruhen können?

 

Kaymer: Ja, ich habe gar kein Golf gespielt, sondern viel geschlafen, mich ausgeruht, bin im Fitnessstudio gewesen. Am Samstag habe ich mir Glasgow angesehen – obwohl es da eigentlich gar nicht viel zu sehen gibt.

 

Sie haben ja fünf Wochen in Folge gespielt. Werden Sie auch zukünftig solche Stresszeiten auf sich nehmen?

 

Kaymer: Solche fünf Wochen wie die vergangenen will ich in Zukunft vermeiden. Im nächsten Jahr will ich das anders machen. Einerseits war ich ja enttäuscht, dass ich in Loch Lomond den Cut verpasst habe, andererseits war ich auch froh, weil ich mich so ausruhen konnte. Und wenn es einmal so weit kommt, dass man froh ist über einen verpassten Cut, dann weiß man, dass man zuviel gespielt hat. Mal schauen, wie ich im nächsten Jahr meinen Schedule entsprechend verändern kann. Von den US Open aus direkt in München zu spielen, das bringt eigentlich nichts.

 

Sie haben an den Platz ja gute Erinnerungen, hier schon öfter gut gespielt…

 

Kaymer: Früher als Amateur haben mir die Links-Plätze gar keinen Spaß gemacht, aber jetzt sehe ich sie als super Herausforderung. Man muss sehr viele verschiedene Arten von Schlägen draufhaben, man muss sehr viel denken, viel strategisch spielen – das macht einfach Spaß. Und hier die British Open zu spielen, das ist ja eine Riesenehre für uns, etwas Schöneres gibt es gar nicht.

 

Apropos Strategie: Wie oft haben Sie zum Driver gegriffen?

 

Kaymer: Sehr oft. Einige Löcher haben sich sehr lange gespielt heute, gerade auf den zweiten Neun. Auf den ersten Neun kam der Wind häufig von links hinten, auf den zweiten Neun hingegen von rechts vorne. Insgesamt habe ich wohl etwa neunmal zum Driver gegriffen.

 


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