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The Open Championship:

Kaymer: »Finde Unterbrechung unfair«

Unmittelbar vor einer 65-minütigen Unterbrechung wegen starken Windes brachte der Deutsche eine 71 ins Clubhaus

Von Katrin Baumann aus St. Andrews

Birdies an den Löchern fünf, neun, zehn und 18, Bogeys an den Bahnen acht, 15 und 16: Martin Kaymer hat bei extrem starken Wind am zweiten Tag der British Open eine Eins-unter-Par-Runde gespielt. Unmittelbar nach seiner Runde unterhielt er sich mit einer Gruppe von deutschen Medienvertretern, darunter das GOLF JOURNAL.

 

Sind Sie froh, es gerade noch ins Clubhaus geschafft zu haben, bevor das Spiel wegen des starken Windes unterbrochen wurde?

 

Kaymer: Ich bin froh, dass ich einen guten Score geschafft habe, aber ich finde es ehrlich gesagt unfair, dass jetzt abgebrochen wurde. Wir mussten ja die ganze Zeit in dem Wind spielen. Und jetzt, da eventuell Leute aufgeteet haben, die eine bessere Position haben als wir, wurde das Spiel unterbrochen. Zach Johnson (der mit Kaymer in einem Flight spielte, Anm. d. Red.) hat schon versucht, sich an den R & A zu wenden. Aber gut, es lässt sich jetzt nichts mehr daran ändern.

 

Wann wurde es denn so schlimm mit dem Wind?

 

Kaymer: Auf den ersten vier, fünf Löchern hatten wir gar keinen Wind. Dann hörte halt der Regen auf und damit kam der Wind. Ehrlich gesagt hatten wir auf den letzten zwölf Löchern einen solchen Wind wie jetzt – und wir haben uns da ja auch immer wieder durchgekämpft. Der Ball hat sich auf dem Grün bewegt, das war natürlich auch sehr schwierig für uns.

 

Wo war es am schlimmsten?

 

Kaymer: Am Anfang der zweiten Neun, auf Loch zehn und elf – die Elf war wohl das schwerste Loch auf dem Platz. Auf den anderen Löchern hatten wir eigentlich immer Wind von rechts, manchmal ein bisschen Gegen-, manchmal ein bisschen Rückenwind. Aber wenn die Fahne rechts auf dem Grün steht, kann man halt schlecht die Fahne anspielen, weil man ja nicht das Grün verfehlen beziehungsweise ins Grün zielen will. Die zweiten Neun waren ein große Herausforderung.

 

»Regen wäre mir lieber gewesen«

 

Sind das fast schon irreguläre Bedingungen?

 

Kaymer: Also solange der Ball nicht vom Grün rollt, ist alles in Ordnung.

 

Aber der Ball hat sich teilweise bewegt?

 

Kaymer: Er hat sich bewegt, ist ja aber nicht wirklich weggelaufen. Aber bei dem Wind ist jeder Putt, egal wie lang oder kurz er ist, sehr, sehr schwer.

 


 

Haben Sie versucht, den Ball flacher zu spielen?

 

Kaymer: Auf den letzten vier, fünf Löchern konnten wir nur noch in Richtung Grün chippen. Da war die Entfernung nicht mehr wirklich wichtig. Da ging es nur darum, den Ball irgendwie auf dem Fairway zu halten, ihn hinrollen zu lassen. Da geht es halt dann sehr ums Gefühl. Wenn man weiß, man hat 160 Meter, greift man zum Achter-Eisen – bumm. Aber hier muss man gucken, wo die Wellen entlanglaufen auf dem Fairway. Da ist auch viel Glück dabei.

 

Als Sie heute morgen aufteeten, ging es ja gerade los mit dem Regen…

 

Kaymer: Mir wäre es lieber gewesen, wenn es weiter geregnet hätte, weil dann der Wind nicht so geblasen hätte.

 

Die 71 ist ja dann ein recht gutes Score…

 

Kaymer: Ich habe gut gespielt. Ich habe gestern sehr gut gespielt, heute gut gespielt, zwei Drei-Putts gemacht an der 15 und 16, aber ich glaube, mit jedem Score unter Par heute kann man sehr zufrieden sein.

 

»Wir hätten uns einige Schläge sparen können«

 

Wie haben Sie das Road Hole, die 17, gespielt?

 

Kaymer: Ich habe mit dem Driver abgeschlagen und dann mit dem Eisen fünf in Richtung Grün gechippt. Da hatte ich noch Glück, dass der Ball beim Road-Hole-Bunker auf dem Grün geblieben ist. Und dann hatte ich zwei gute Putts.

 

Zurück zur Wettersituation: Sie haben zumindest Ihre Runde beenden können – während es ja heißt, dass der Wind noch stärker wird…

 

Kaymer: Es kommt halt drauf an, wie lange nun gewartet wird. Ich denke, dass sie versuchen werden, das Spiel so bald wie möglich wieder weiterlaufen zu lassen. Aber ich denke, dass unter den Bedingungen, unter denen wir gespielt haben, nicht mehr gespielt werden wird. Und das ist natürlich unbefriedigend. Ich denke schon, dass wir einige Schläge hätten sparen können, wenn wir unter anderen Bedingungen gespielt hätten.

 

Wie sehr ärgert einen das?

 

Kaymer: Ändern kann man nun sowieso nichts mehr daran. Aber irgendwo würde man seinen Frust schon gerne loslassen – am besten bei denen, die dafür verantwortlich sind.

 

Und Johnson hat sich direkt beim R & A beschwert?

 

Kaymer: Er hat sich beschwert, gefragt, warum gerade zu dem Zeitpunkt abgebrochen wurde. Aber er hat keine wirkliche Erklärung bekommen. Wir wurden an der 13, 14, 15 auch auf die Uhr genommen, obwohl wir ja einen Amateur dabeihatten, der zum ersten Mal die British Open spielte. Darauf hätte man vielleicht auch ein bisschen Rücksicht nehmen können. Wir selbst haben ja auch viel gewartet, weil Leute neben uns geputtet haben oder von einer anderen Bahn auf unser Fairway geschlagen haben.


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