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The Open Championship:

Kaymer: »Dieses Ende ist sehr enttäuschend«

Der 25-Jährige büßte auf den letzten Löchern noch drei Schläge ein und ärgerte sich hinterher darüber, Platz zwei verspielt zu haben

Von Katrin Baumann aus St. Andrews

 

Martin Kaymer war sichtlich alles andere als glücklich über dieses Ende. Nachdenklich rieb er sich übers Kinn, nachdem er den letzten Putt ins Ziel befördert hatte: Bogey, schon wieder, nachdem er bereits an der 16 und der 17 einen Schlag liegengelassen hatte.

 

»Ich habe nicht gut gespielt. Dieses Ende ist sehr enttäuschend«, sagte er Minuten später bei einem Gespräch mit einigen Journalisten vor Ort, darunter das GOLF JOURNAL: »Mein Putter hat überhaupt nicht funktioniert. Auf dem letzten Loch habe ich sogar vier Putts gebraucht.«

 

»Noch immer ein wenig geschockt«

Mit insgesamt 282 Schlägen benötigte Kaymer genau zehn Zähler mehr als der neue Open-Champion Louis Oosthuizen. Für Rang zwei jedoch fehlten ihm exakt jene drei Schläge, die er auf den letzten drei Bahnen verloren hatte: Lee Westwood liegt als Runner-up bei einem Gesamtscore von 279 Schlägen. Kaymer wurde Siebter.

 

Er sei »noch immer ein wenig geschockt«, so der Deutsche weiter: »Wenn man am letzten Loch einen Vier-Putt macht, obwohl man auf ein Birdie gehofft hat – im schlechtesten Fall macht man die Vier, denkt man sich –, dann ist das sehr bitter.«

 

Dabei hatte der Tag so gut begonnen. »Ich habe gut geschlafen und bin noch in den Gym gegangen«, hatte Kaymer am Morgen vor seiner Schlussrunde erzählt. Auf der Driving Range hatte er vollkommen relaxt gewirkt, ruhig seine Eisen geschlagen, ein wenig mit dem Caddie gescherzt und sich dann auf den Weg zum ersten Abschlag gemacht.

 

Nicht sein Tag

Schon auf den ersten Löchern aber wurde klar, dass es wohl nicht sein ganz großer Tag werden würde – zumindest nicht, wenn man den Major-Triumph als Messlatte anlegte. Während sich der 25-Jährige vorgenommen hatte, gleich zu Beginn der Runde mit »ein paar Birdies« loszulegen, begann er erstmal mit einem Bogey: Spielpartner Henrik Stenson brachte den Ball nur knapp über den Swilken Burn, weswegen der Deutsche wohl etwas stärker draufhaute – prompt landete der Ball am äußersten Grünrand, von wo Kaymer dann drei Putts benötigte.

 

Es war kein gutes Omen: Kaymer sollte einfach nicht wirklich in Schwung kommen. Statt dem erhofften Blitzstart, der Leader Oosthuizen beeindrucken und eventuell ins Wanken bringen sollte, spielte er ein Par nach dem anderen. An der Fünf rettete er gerade mal eben noch das Par, nachdem er im Rough gelandet war.

 

»Es ging nur noch um den zweiten Platz«

Das erste Birdie fiel erst an der Sechs, nach einem tollen Fünf-Meter-Putt. An der Sieben schob der fünfmalige Sieger auf der European Tour den Birdie-Putt dann allerdings wieder knapp vorbei. An der Acht, dem Par 3, schaffte er jedoch einen Traum-Abschlag bis auf vier Meter an die Fahne – Birdie.

 

Doch spätestens nach dem Bogey zum Acht-unter-Score an der Zehn war klar: Oosthuizen, der zu diesem Zeitpunkt bei 16 unter lag, war nicht mehr einzuholen. »Oosthuizen war ja raus«, meinte Kaymer hinterher: »Nach neun, zehn Löchern haben wir gar nicht mehr über ihn nachgedacht. Es ging eigentlich nur noch um den zweiten Platz.«

 

Am Road Hole über die Straße gechippt

Nach einem verzogenen Abschlag folgte an der Zwölf zwar ein weiteres Bogey, doch mit Birdies an den Bahnen 14 und 15 kämpfte sich der derzeit beste deutsche Golfer zurück auf neun unter und den zweiten Platz. Dann allerdings fabrizierte Kaymer an der 16 wieder ein Bogey und konnte am Road Hole froh sein, dass es nicht zum Doppelbogey kam, musste er doch über die Straße chippen.

 

»Da habe ich den falschen Schläger vom Fairway genommen«, erklärte er: »Man muss den Ball kurz lassen oder gerade aufs Grün draufrollen lassen und ich habe einfach einen Schläger zuviel genommen.« Die vier Putts an der 18 waren dann möglicherweise noch eine Folge dieses Missgeschicks…

 

»Habe sehr schlecht geputtet«

»Spielerisch wäre es ja überhaupt kein Problem gewesen, hier Zweiter zu werden«, ärgerte sich Kaymer über die vertane Chance. »Aber ich habe einfach sehr schlecht geputtet heute, hatte 32 oder sogar 33 Puttts.« Ungeduldig indes sei er nicht gewesen beim Putten: »Nur waren die langen Putts allesamt entweder zu lang oder zu kurz.«

 

Damit bleibt der sechste Rang bei der PGA Championship im letzten Jahr Kaymers bisher beste Major-Platzierung. Bei den US Open in Pebble Beach vor einigen Wochen war er Achter geworden.

 


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